• 26.09.2005, 17:19:09
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  • OTS0233 OTW0233

Sitzung der Salzburger Landesregierung

Regierung verwahrt sich gegen Pläne, Teile des Mozarteums nach Tirol abzuziehen

Salzburg (OTS) Die jüngsten Entwicklungen um die Universität
Mozarteum standen als erster Punkt in der Sitzung der Salzburger
Landesregierung, die heute, Montag, 26. September, unter dem Vorsitz
von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller stattfand, auf der
Tagesordnung, wozu folgender Beschluss gefasst wurde:

1. Die Salzburger Landesregierung verwahrt sich gegen alle Maßnahmen,
die zu einer inhaltlichen oder finanziellen Schwächung der
Universität Mozarteum führen. Sie erachtet insbesondere die
Neueinrichtung eines parallelen Angebotes in Innsbruck angesichts
gleich bleibenden bzw. sinkenden Bedarfes für bildungspolitisch sowie
ökonomisch abträglich.

2. Die Salzburger Landesregierung sichert der Universität Mozarteum
ihre Unterstützung zu und appelliert an alle Gremien der Universität,
geschlossen und gemeinsam gegen diese Pläne Stellung zu nehmen.

3. Die Salzburger Landesregierung fordert den Bund und das Land Tirol
auf, gemeinsam mit der Kunstuniversität Mozarteum in konkreten und
konsensualen Gesprächen die Möglichkeiten einer verstärkten
Kooperation auszuloten.

Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller betonte generell, sie halte
nichts von Neugründungen von Fakultäten, die in Österreich bereits
existieren. Der Rektor der Universität Mozarteum, Dr. Roland Haas,
führte aus, seine Hauptsorge sei, dass die Universität Mozarteum
nicht ausreichend Geld vom Bund erhalte und zudem im Land Tirol eine
Konkurrenz entstehe, sollte es zur Gründung einer Kunstuniversität in
Innsbruck kommen. Der Vorsitzende des Universitätsrates, Ing.
Friedrich Urban, verwies auf einen einstimmigen Beschluss des
Universitätsrates, wonach eine Zerschlagung nicht in Frage komme. Es
gebe ein bereits fünf Jahre altes Angebot vom jetzigen
Landeshauptmann Dr. Herwin van Staa, die Ausbildung für Kunst- und
Werkerzieher nach Innsbruck zu "übersiedeln", sollte in Salzburg
nicht genügend Platz dafür sein. Davon könne aber keine Rede sein,
die Ausbildung werde in Salzburg erhalten bleiben. Überdies führte
Urban aus, dass die Universität Mozarteum Tirol einen
Kooperationsvertrag angeboten habe, wie er bereits mit Vorarlberg
existiere. Dazu haben sich die Verantwortlichen in Tirol jedoch noch
nicht geäußert.

In seinem Bericht für die heutige Regierungssitzung führte Hofrat Dr.
Gerfried Brandstetter, der Leiter der Fachabteilung Hochschulen,
Wissenschaft und Zukunft, folgende Argumente an, die gegen eine
Errichtung einer Kunstfakultät in Innsbruck und damit verbunden einer
Absiedlung von Teilen der Universität Mozarteum sprechen:

1. Sie entsprechen nicht dem Ergebnis der Evaluierung des Mozarteums
durch eine internationale Expertengruppe, welche die Beibehaltung
aller drei Sparten empfiehlt.

2. Die Errichtung einer Musikpädagogik in Innsbruck stellt eine
ökonomisch und bildungspolitisch nicht wünschenswerte
Doppelgleisigkeit und Konkurrenzierung von Ausbildungen dar.

3. Die Errichtung einer Kunstfakultät in Innsbruck mit parallelem
Angebot zu Salzburg ist geeignet, die Position der Kunstuniversität
Mozarteum bei den im kommenden Jahr abzuschließenden
Leistungsvereinbarungen mit dem Bund zu schwächen.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SBG

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