Wien - Budapest: Erste grenzüberschreitende Magistrale Europas mit Zugsicherungssystem ETCS

ÖBB und MAV übernehmen Vorreiterrolle in Europa

Wien (OTS) - Wien (OTS) - ÖBB, MAV, Alcatel, Siemens - Gestern wurde im Beisein von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot, Vizekanzler Hubert Gorbach dem ungarischen Staatssekretär Dióssy und hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft, die erste europäische ETCS -Magistrale von Wien nach Budapest in einem festlichen Rahmen präsentiert. Das europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) kommt auf der 247 km langen Strecke zwischen Wien und Budapest europaweit erstmals grenzüberschreitend zum Einsatz. ETCS ermöglicht einen interoperablen Zugverkehr mit einheitlichen Sicherheitsstandards, wo bisher unterschiedliche nationale Regelwerke und technische Voraussetzungen an den nationalen Grenzen aneinander trafen. Die ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG und die MÁV (Ungarische Staatsbahnen) haben die Magistrale Wien - Budapest gemeinsam mit den Partnerfirmen Alcatel Austria AG und Siemens AG ausgestattet.

"Die Interoperabilität der europäischen Bahnsysteme ist eine wesentliche Voraussetzung für die europäischen Bahnunternehmen, um ihre Marktchancen in einem großen gemeinsamen Markt mit attraktiven Angeboten für unsere Kunden im Personen- und Güterverkehr zu nutzen", sagte Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding. "Mit der Realisierung der ETCS-Magistrale von Wien nach Budapest haben ÖBB und MÁV eine Vorreiterrolle im europäischen Bahnverkehr eingenommen und bewiesen, dass sie zukunftsorientiert an einem sicheren, grenzüberschreitenden Bahnbetrieb arbeiten", würdigte Alfred Zimmermann, Vorstandssprecher der ÖBB-Infrastruktur Betrieb AG, die Pionierleistung von ÖBB und MÁV.
Gyula Gáal, Präsident der ungarischen Staatsbahnen MÁV würdigte die gute Zusammenarbeit mit ÖBB, Alcatel und Siemens: "Dieses gemeinsame Projekt zwischen MÀV und ÖBB in enger Zusammenarbeit mit den Lieferanten verdeutlicht auf anschauliche Weise, dass unsere beiden Eisenbahnunternehmen konsequent an der Realisierung eines modernen europäischen Schienenverkehrs arbeiten."

Alcatel und Siemens als kompetente Partner für ETCS-Lösungen Alcatel war von Anfang an treibender und gestaltender Partner der ETCS Lösungen und hat das erste ETCS weltweit in Betrieb genommen (Oktober 2001 Sofia - Burgas für den Betreiber BDZ in Bulgarien). Weiters unterstützte und gestaltete Alcatel die Erarbeitung des ETCS-Net Konzepts 2004 für den beschleunigten Ausbau entlang wichtiger Transportkorridore in Pan-Europa.
Auch an der, nunmehr mit feierlichem Festakt begangenen, ersten europäisch durchgängigen ETCS interoperablen grenzüberschreitenden Eisenbahnverbindung zwischen den beiden Donaumetropolen Wien und Budapest ist Alcatel bei der Realisierung federführend beteiligt, wobei Alcatel in Ungarn für die gesamte Strecken- und Fahrzeugausrüstung, in Österreich in Kooperation mit Siemens für die Streckenausrüstung, verantwortlich ist.

"Als Nummer 1 am ETCS Markt sind wir bereit und entschlossen, die von der Europäischen Kommission angekündigten europaweiten Ausbaupläne bis 2013 für 42.000 Gleiskilometer und rund 10.000 Fahrzeuge aktiv umzusetzen" sagt Franz Hofbauer , Generaldirektor Alcatel Austria AG.

Auch Siemens arbeitet seit Jahren für ein Europa ohne Grenzen im Schienenverkehr. Auf der Ebene der Stromsysteme entwickelte Siemens die Mehrsystemlokomotiven mit bis zu vier verschiedenen Stromsystemen, die der ÖBB-Konzern bereits einsetzt. Bei der Zugsicherung wurden von der ersten Stunde an mit TRAINGARD ausgereifte ETCS-Lösungen für Level 1 und Level 2 angeboten. Die Lösungen werden in zahlreichen Ländern - Spanien, Deutschland, Griechenland, Niederlande, Belgien und Österreich bereits erprobt und installiert.
Bei der ersten grenzüberschreitenden ETCS-Lösung Wien-Hegyeshalom rüstet Siemens die 65 km Strecke komplett mit Eurobalisen aus. Diese kleinen elektronischen Geräte im Gleis übertragen bei der Vorbeifahrt des Zuges Daten von der Strecke zum Fahrzeug. Hinzu kommt die Streckenausrüstung des Bahnhofs Parndorf und die ETCS - Ausrüstung von 13 Taurus-Lokomotiven.

Generaldirektor Albert Hochleitner: "Diese moderne technische Entwicklung unterstützt den Lokführer, erhöht die Zugfrequenz pro Tag, senkt den Energieverbrauch und erhöht die Sicherheit der Reisenden. ETCS ist die grundlegende, innovative Investition in die Zukunft der europäischen Bahnen. Mich freut, dass wir gerade hier von Wien aus die "europäischen Korridore" eines grenzenlosen Europa mitentwickeln können."

Rückfragen & Kontakt:

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MÁV
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Tel.: + 36 1 511 7707
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Alcatel Austria AG
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E-Mail: alcatel.presse@alcatel.at
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