• 22.09.2005, 12:29:04
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"Basel II" in der Zielgeraden

Pichler: "Bei Umsetzung schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit" - "Bürokratie vermeiden, Kosten eingrenzen" - Podiumsdiskussion des "Club Basel II" im Haus der Wirtschaft

Wien (PWK709) - Die EU-Richtlinie zu "Basel II" steht unmittelbar
vor ihrer Finalisierung, in Österreich laufen bereits die
Vorbereitungsarbeiten zu ihrer Umsetzung. Vor diesem aktuellen
Hintergrund lud der "Club Basel II" am Mittwoch Abend zu einer
Diskussion ins Haus der Wirtschaft. Top-Experten gaben dabei einen
Überblick über den Stand der Dinge und die erforderlichen
Anpassungsschritte in Österreich. Teilnehmer an der Podiumsdiskussion
waren der Basel II-Beauftragte der Wirtschaftskammer Österreich, René
Alfons Haiden, der EU-Parlamentarier Paul Rübig, OeNB-Experte Ronald
Laszlo sowie der Geschäftsführer der Bundessparte Bank und
Versicherung der WKÖ, Herbert Pichler.

Wie Haiden hervorhob, befinde sich die Materie jetzt "in der
Zielgeraden". Die neuen Bestimmungen könnten im Juni 2006 verlautbart
werden und mit 1.1.2007 in Kraft treten, wobei mit einzelnen
Übergangsbestimmungen bis 2008 zu rechnen ist. Eine Road Show durch
Österreich, WIFI-Kurse und eine zweite Informationswelle in der
ersten Jahreshälfte 2006 sollen dazu beitragen, die leider noch
bestehende Informationslücke vieler Unternehmen (Haiden: "Maximal 16
Prozent haben sich wirklich intensiv vorbereitet") zu schließen.

Die Gesetzesbegutachtung werde voraussichtlich im Jänner und
Februar nächsten Jahres über die Bühne gehen. Es sei notwendig, dabei
den Praktikern Gehör zu schenken. Auch die Sozialpartner werden
gefordert sein, erklärte Haiden. Der Bankenfachmann plädierte weiters
dafür, bei der Umsetzung nicht nur "hard facts", sondern auch die
"soft facts" der Kreditwerber zu berücksichtigen.

"Das neue Regelwerk kommt sicher. Bei der nationalen Umsetzung
schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit", betonte Pichler. Die
Umsetzung müsse praktikabel sein. "Wir müssen alle Möglichkeiten
ausschöpfen, um Bürokratie zu vermeiden, die hohen Kosten
einzugrenzen und die vorhandenen Spielräume wirklich zu nützen".
Pichler ortet hier allerdings noch "erheblichen Diskussionsbedarf".
Sorgen bereite der große Zeitdruck.

Rübig verwies auf die bevorstehende große Basel II-Debatte in
Straßburg, wo die heiße Materie kommende Woche im Europäischen
Parlament behandelt wird. "Dann könnte endgültig feststehen, wie die
Sache ausschaut". Ausdrückliches Lob spendete der Abgeordnete
rückblickend den vielen, von der Wirtschaftskammer ausgehenden
Abänderungsanträgen. "Es gibt eine große Liste erfolgreicher
Verbesserungen. Damit konnte auf europäischer Ebene noch viel ins
rechte Lot gebracht werden. Österreich hat entscheidend dazu
beigetragen, dass sich die Lage jetzt besser wesentlich präsentiert
als zu Beginn der Verhandlungen vor mehr als sechs Jahren".

Auch Pichler unterstrich das große Engagement aller Beteiligten
("allen voran WKÖ-Präsident Christoph Leitl") sowie auch die von
Anfang an ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Österreichischen
Nationalbank. Dadurch wurde der Diskussionsprozess gefördert. "Das
Wissensniveau über Basel II ist in Österreich höher als in anderen
Ländern". Handlungsbedarf gebe es bei der Zusammenarbeit zwischen den
Aufsichtsbehörden in den verschiedenen Staaaten. "Von heute an bis
Mitte nächsten Jahres kommen große Aufgaben auf uns zu, die wir nur
gemeinsam bewältigen können", schloss Pichler. (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Bank und Versicherung
   Dr. Herbert Pichler
   Tel.: (++43) 0590 900-3131
   Fax: (++43) 0590 900-272
   mailto:bsbv@wko.at
   http://wko.at/bsbv

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