• 21.09.2005, 14:06:53
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AK zu Gehrer: Das Schulpaket II ist ungenügend

Weiterhin fehlen Initiativen für wirksame indivudelle Förderung, Vorschuljahr und Recht auf ganztägige Betreuung

Wien (OTS) - "Die Bildungsministerin bleibt den Österreicherinnen
und Österreichern weiterhin grundlegende Schulreformen schuldig",
kritisiert Johanna Ettl, Leiterin des Bereichs Bildung in der AK
Wien, das "Schulpaket II", das die Ministerin heute vorgestellt hat.
Nötig ist unter anderem ein Recht auf Förderunterricht in der Schule
und ein verpflichtendes Vorschuljahr, wie es auch die
Zukunftskommission des Ministeriums vorschlägt, erinnert Ettl: "Da
ist es zu wenig, wenn die Ministerin nur ein Jahr Sprachförderung für
außerordentliche Volksschüler verspricht, die noch nicht Deutsch
können." Ebenso kritisiert Ettl, dass die Ministerin weiterhin die
getrennte Ausbildung von LehrerInnen für den Bereich der Mittelstufe
will: "Das entspricht nicht dem europäischen Standard und bringt uns
nicht weiter auf dem Weg zu einer gemeinsamen Schule für alle unter
14-Jährigen, mit der beim letzten internationalen PISA-Schulvergleich
die besten Länder punkten konnten."

"Förderung für außerordentliche Volksschulkinder, die noch nicht
Deutsch können, ist gut", sagt Ettl, "aber das kann nicht alles sein,
um die dringend notwendige individuelle Förderung aller Schülerinnen
und Schüler zu gewährleisten." Nötig sind auch mehr Mittel für die
schulische Sprachförderung, die über die von der Bildungsministerin
angekündigten neun Millionen Euro hinausreichen, so Ettl: "Mir ist
auch völllig unverständlich, warum die Sprachförderung auf ein Jahr
eingeschränkt wird." Mittelfristig muss weiters ein verpflichtendes
Vorschuljahr eingeführt werden. Dazu kommt, dass vor allem ganztägige
Schulen die Chance für individuellen Förderunterricht bieten. Aber
weiterhin will die Ministerin die Sprengelgrenzen für den Besuch
ganztägiger Schulen nicht aufheben - obwohl erst das ein Recht auf
ganztägige Schulen garantieren würde. Außerdem, kritisiert Ettl,
fehlt nach wie vor jede Initiative der Ministerin für einen
bundesweit einheitlichen Elternbeitrag mit sozialer Staffelung.

"Wir brauchen eine Schule, die alle Kinder gleich gut fördert",
sagt Ettl. Schritte in diese Richtung vermisst er auch bei den Plänen
der Ministerin zur Lehrerausbildung. Sie kritisiert vor allem, dass
die LehrerInnen für den Mittelstufenbereich nach wie vor getrennt
voneinander ausgebildet werden sollen. Überdies bringe der
Gesetzesentwurf der Ministerin zu den Pädagogischen Hochschulen keine
qualitative Anhebung der Pflichschullehrerausbildung und enthalte
keine Konzeption zur Neustrukturierung der Ausbildung der
BerufsschullehrerInnen. Angeglichen werden die Pädagogischen
Hochschulen an die Universitäten nur insofern, als hier auch
Studiengebühren eingeführt werden sollen. Mit dem vorgelegten Konzept
erreichen die Pädagogischen Hochschulen nicht einmal
Fachhochschulniveau - weder können so Magisterstudien angeboten
werden, noch ist eine verpflichtende Einbeziehung von
Universitätsprofessoren in den Bereich der Lehre und Forschung
vorgesehen.

Rückfragehinweis:
Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2347
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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