• 21.09.2005, 12:26:55
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Information besiegt das Leiden - Schmerz-Info-Bus in Kärnten

Univ.-Doz. Dr. Rudolf Likar: Schmerzen rechtzeitig behandeln!

Klagenfurt (OTS) - In Österreich haben rund 320.000 Menschen akut
oder dauerhaft starke Schmerzen. Nur etwa 120.000 von ihnen dürften
ausreichend betreut sein. Es gäbe Hilfe, doch viel zu wenige
Betroffene wissen darüber Bescheid.

Um diesen Misstand zu beheben, tourt derzeit der Info-Bus der
Österreichischen Schmerzgesellschaft unter dem Motto "Schmerz.los
2005" durch Kärnten. Am 29. September hält er in Klagenfurt am Neuer
Platz von 10.00 - 17.00 Uhr. Spezialisten in Zusammenarbeit mit
Hausärzten geben Auskunft, erklären die modernsten Therapien und
wollen so dazu beitragen, dass das Leid der Schmerzpatienten geringer
wird.

Ob Rheuma, Wirbelsäulenerkrankungen, Osteoporose,
Abnützungserscheinungen der Gelenke oder Neuralgien - im Grunde sind
es die damit oft verbundenen chronischen Schmerzzustände, die den
Betoffenen das Leben jahrelang zur Qual machen.

Schmerz darf nicht "erlernt" werden

Univ.-Doz. Dr. Rudolf Likar, Intensivmediziner am
Landeskrankenhaus Klagenfurt, Leiter der Schmerzambulanz an dieser
Klinik und Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft:
"Schmerz muss rechtzeitig - also so früh wie möglich - behandelt
werden. Sonst entwickelt sich bei dem Betroffenen ein
'Schmerzgedächtnis'. Die Symptome werden chronisch." Warten ist
falsch! Das eine der Grundbotschaften, welche die Spezialisten in dem
Info-Bus den Rat suchenden Betroffenen, ihren Angehörigen und allen
Neugierigen in Sachen optimaler Schmerztherapie vermitteln wollen.

Schmerzfrei und gesünder!

Der Kärntner Fachmann, der seit Jahren in Österreich an vorderster
Linie für diese Ziele kämpft: "Eine gute Schmerztherapie verhindert
nicht nur das chronische Leiden, sie verhindert oft auch
Komplikationen. Wir wissen heute, dass eine optimale analgetische
Behandlung nach einer Operation zum Beispiel die Häufigkeit von
später auftretenden Lungenentzündungen und anderen zusätzlichen
gesundheitlichen Problemen verringert."

Wichtig ist eine Behandlung, die von einem ganzen Team rund um den
Patienten bestritten wird: Die ursächliche Therapie der
Grundkrankheit, welche die Schmerzen auslöst, und die eigentliche
Schmerztherapie ergänzen einander.

Die Wahl der Mittel

In jüngster Zeit sind in der Öffentlichkeit manche Medikamente,
die in der Behandlung von Schmerzzuständen eingesetzt werden, in
Diskussion geraten. Die Verunsicherung mancher Patienten ist groß.
Doch mit Information und Vertrauen in den Rat der Spezialisten
sollten auch solche falschen Einschätzungen der Situation zu
überwinden sein.

Besonders wichtig aber wäre bei Bedarf auch der ausreichende
Einsatz der wirksamsten Schmerzmittel, welche die Medizin kennt: die
Opioide.

Likar: "Hier gibt es in Österreich noch immer eine
Unterversorgung. Dabei können diese Mittel bei starken chronischen
Schmerzen nicht nur Krebspatienten, sondern auch vielen Menschen, die
an Schmerzen des Bewegungsapparates leiden (Arthrosen, Ostoporose,
schwere Rückenschmerzen, Anm.) rasch helfen.
Man kann sie auch gut mit entzündungshemmenden Mitteln
(Antirheumatika, Anm.) kombinieren."

Hinzu kommt, dass es die Opioide als Pflaster, Tabletten, über
Pumpen etc. in den vielfältigsten Formen gibt. Das Ziel ist eine für
den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Therapie.

Doch zunächst kommt es für den Betroffenen darauf an, genügend
Informationen über alle diese Behandlungsmöglichkeiten zu erhalten.

Die können sich die Kärntnerinnen und Kärntner in den kommenden
Tagen leicht holen: im Schmerz-Info-Bus der Österreichischen
Schmerzgesellschaft.

Rückfragehinweis:
Österreichische Schmerzgesellschaft
9020 Klagenfurt, St. Veiter Straße 34
Tel.: 0463/5856-17, Fax: 0463/514222

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