• 19.09.2005, 14:31:06
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  • OTS0171 OTW0171

Forschung überwindet Grenzen

72 Wissenschafter aus acht Ländern tagten in Kaprun Wien (OTS) - Ein großer Erfolg war das 3. Forschungssymposion des Nationalpark Hohe Tauern, das erstmals als transalpine Tagung zur Schutzgebietsforschung durchgeführt wurde. 72 Wissenschafter aus acht Ländern waren vom 15. bis 17. September auf der Burg Kaprun, um über grenzüberschreitende Fragestellungen zu diskutieren. Insgesamt 160 Teilnehmer "Die Veranstaltung verlief äußerst erfolgreich", freute sich Dr. Guido Plassmann, Direktor des Netzwerkes Alpiner Schutzgebiete in Gap in den französischen Hochalpen. Plassmann bedankte sich dabei vor allem beim Nationalpark Hohe Tauern für die professionelle Durchführung, das stimmungsvolle Ambiente und die perfekte Organisation. Insgesamt nahmen 160 Personen an der Tagung teil. Hochkarätige Podiumsdiskussion über ökologischen Verbund Wie wichtig grenzübergreifende Kooperationen auf dem Gebiet der Schutzgebietsforschung sind, kam in der Podiumsdiskussion "Wie viel und welche Forschung benötigen Schutzgebiete" zum Ausdruck. Unter der Gesprächsleitung von Dr. Michael Vogel, dem Präsidenten des Internationalen Lenkungsausschusses des Netzwerkes Alpiner Schutzgebiete, diskutierten Wissenschafter mit Vertretern von Umweltorganisationen und Behörden. Alle Teilnehmer waren sich einig darüber, dass die Alpen-Schutzgebiete einen grenzübergreifenden ökologischen Verbund der Schutzgebiete bilden müssten. "Zur Zeit gibt es im Alpenbogen mehr als 350 Gebiete mit Schutzstatus, die größer als 100 Hektar sind. Wenn es gelingt, diese Schutzgebiete zu einem ökologischen Netzwerk miteinander zu verbinden, kann der gesamte Artenbestand erhalten werden", betonte Vogel. Die Forschung müsse dabei zur Basisaufgabe eines jeden Schutzgebietes werden. Erfolge transalpiner Forschungszusammenarbeit Dass die internationale Forschungszusammenarbeit von Schutzgebieten aber auch schon bislang erfolgreich war, zeigte sich anhand von bestehenden Projekten, wie z. B. Habitalp oder Aquilalp.net. Im Habitalp-Projekt werden mit Hilfe von Farbinfrarot-Aufnahmen aus der Luft die Lebensräume von elf Schutzgebieten auf Landschaftsebene flächendeckend erfasst, um langfristige Veränderungen feststellen zu können. Im Projekt Aquilalp.net wurde die Steinadler-Population in fünf Schutzgebieten in den österreichisch-italienischen Alpen identifiziert und dokumentiert. Das Paradeprojekt für die internationale Zusammenarbeit von Schutzgebieten ist aber wohl die Wiederansiedelung der Bartgeier. 20 Jahre ist es her, dass der erste dieser mächtigen Greifvögel im Nationalpark Hohe Tauern ausgesetzt wurde. Insgesamt wurden in den letzten zwei Jahrzehnten 137 Tiere im ganzen Alpenraum ausgewildert, davon fast ein Drittel in Österreich. Nun ist die Bartgeierpopulation drauf und dran, sich in den Alpen zu etablieren. Bislang sind 27 Küken in freier Wildbahn geschlüpft, 14 in Frankreich, 13 in Italien. Allein im heurigen Jahr haben bereits zehn Paare erfolgreich in freier Wildbahn gebrütet. Die Zahl der Geburten könnte demnach bald die Zahl der Aussetzungen von sechs bis acht Vögeln pro Jahr übersteigen. Arten-Vielfalt innerhalb der Gesamtfläche garantieren Dass man auf dem Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern weiter auf einen Bruterfolg der Bartgeier warten muss, spielt im Sinne eines ökologischen Netzwerkes in den Alpen eine untergeordnete Rolle. "Im grenzüberschreitenden ökologischen Verbund geht es nur darum, die Vielfalt der Arten innerhalb der Gesamtfläche zu garantieren", meinte Dr. Wolfgang Scherzinger vom Nationalpark Bayerischer Wald. "Da ist es egal, ob ein Tier das Schutzgebiet wechselt." 3. Forschungssymposion des Nationalparks Hohe Tauern Das Forschungssymposion des Nationalparks Hohe Tauern fand nach 1996 und 2001 bereits zum dritten Mal statt. Die Tagung wird durch das von der EU geförderte Interreg III B "Alpine Space Programm" Projekt ALPENCOM ermöglicht. Durch ALPENCOM findet erstmals eine gemeinsame Aktion der alpinen Schutzgebiete statt. Dabei sollen gemeinsame Konzepte zur Öffentlichkeitsarbeit entwickelt werden, um über den sensiblen Kultur- und Naturraum der Alpen zu informieren. Das Projekt dient aber auch dazu, die Zusammenarbeit zwischen Schutzgebietsverwaltern zu verstärken. Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at Rückfragehinweis: ~ Mag. Andreas Kleinwächter Nationalparkrat Hohe Tauern Tel. +43 4875 5112-23 E-Mail [email protected] Dr. Martin Sturmer MEDIACLUB Tel. +43 662 450627 E-Mail [email protected] ~ *** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS *** OTS0171 2005-09-19/14:31 191431 Sep 05

Mag. Kristina Bauch vom Nationalpark Hohe Tauern und
Dr. Guido Plassmann, Direktor des Netzwerkes Alpiner Schutzgebiete,
freuen sich über den Erfolg der ersten transalpinen Tagung zur
Schutzgebietsforschung.

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