Österreichische Ärztekammer: Homöopathie kein Placebo

Viele internationale Studien ergeben positive Wirkungsweise

Wien (OTS) - Das Referat für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) bezieht zum Artikel "Medizin - das Ende der Homöopathie - alle seriösen Studien beweisen Wirkungslosigkeit" im Profil 37/05 heute in einer Aussendung folgendermaßen Stellung.

"Die Interpretation der Autoren des Artikels, dass eine neue, in der Zeitschrift 'Lancet' veröffentlichte Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie das Ende dieser komplementärmedizinischen Methode bedeutet und als "Placebotherapie" (ab)-qualifiziert wird, wird von Seiten der Referats für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer nicht geteilt. Ob eine ärztlich-therapeutische Methode wirksam und daher sinnvoll ist oder nicht, entscheidet sich in der täglichen Anwendung am Patienten. Homöopathie wird seit 200 Jahren von Tausenden von Ärzten auf der ganzen Welt erfolgreich praktiziert.

Metaanalysen, wie jene des im 'Profil' zitierten klinischen Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger, sind ein Instrument der theoretischen Wissenschaft und als solche höchst interessant. Für die ärztliche Arbeit sind sie jedoch kaum relevant. Wie jedermann weiß, kosten solche Studien viel Zeit und Geld. Wir erlauben wir uns die Frage: Wer hat diese Studie in Auftrag gegeben und bezahlt?

Bei genauem Durcharbeiten der Studiendaten ergeben sich leider sehr viele Hinweise auf willkürliche Datenauswahl, offenbar um ein bestimmtes gegen die Homöopathie gerichtetes Ergebnis zu erreichen. Aus den Jahren 1997 bis 2004 gibt es Studien, die mit ähnlichem Datenmaterial zu positiven Ergebnissen für die Wirksamkeit der Homöopathie kommen.

Auch stammen die Aussagen gegen die Homöopathie ausschließlich von Theoretikern: dem Schweizer Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger und dem Pharmakologen Prof. Dr. Michael Freissmuth. Keiner von beiden behandelt täglich lebende und fühlende Patienten, und doch glauben sie zu wissen, was wirken darf und was nicht.

Die moderne Medizin braucht Forschung, die praxisrelevant ist und auf das Wohl der Patienten ausgerichtet ist. Theoriebildung ist auch in der Medizin notwendig, sie darf aber nicht die Anwendung erfahrungsgemäß hilfreicher Methoden blockieren, weil eine Methode derzeit nicht schlüssig erklärbar ist.

'Des Arztes erste und einzige Aufgabe ist es kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt', sagte schon Dr. Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Daher hat sich auch die Österreichische Ärztekammer gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag zur Weiterbildung der Ärzte 1995 entschieden, ein ÖÄK-Diplomfortbildung "Homöopathie" zu verleihen und damit eine Qualitätssicherung der entsprechenden Ausbildung zu etablieren. Dieses Diplom beinhaltet 350 Fortbildungsstunden und ist damit eine der umfangreichsten und zeitintensivsten Diplom-Fortbildungen für Ärzte.

In Österreich gibt es derzeit 531 Ärztinnen und Ärzte, die eine qualifizierte Homöopathie-Ausbildung haben und in ihrer Praxis konventionelle Medizin (Schulmedizin) und Homöopathie praktizieren. Die Homöopathie wird damit in Österreich von erfahrenen Schulmedizinern durchgeführt, die zuerst eine Diagnose erstellen müssen und dann entscheiden, welche Therapieform notwendig, erfolgversprechend und nebenwirkungsarm ist. Die Patienten können daher dem Wissen und Können der österreichischen Ärzteschaft vertrauen, auch was die Anwendung von Homöopathie betrifft. Zumal auch die Weltgesundheitsorganisation in einem noch nicht veröffentlichten Bericht zu sehr positiven Ergebnissen kommt, was die Wirksamkeit von Homöopathie angeht. Außerdem existieren mittlerweile an allen österreichischen Medizin-Universitäten auch Lehraufträge für Homöopathie."

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

Dr. P. Klaus Connert
Referent für Komplementärmedizin der ÖÄK
Universitätslektor für Komplementärmedizin an der Universität Innsbruck
0664/34 17 373

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