"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Die Kommunisten sind im Kommen" (Von Johannes Huber)

Ausgabe vom 16. September 2005

Wien (OTS) - Der Herbst wird tiefrot: Ernest Kalteneggers KPÖ wird bei der steirischen Landtagswahl mehr als vier, fünf Prozent erreichen, und in Deutschland hat das so genannte Linksbündnis am kommenden Sonntag alle Chancen, besser als die Freien Demokraten und die Grünen abzuschneiden - die Kommunisten, die es im deutschsprachigen Raum noch gibt, werden die größten Freudentage seit der Studentenrevolte von 1968 erleben.
Die Bürgerlichen geben sich besorgt: Die steirische Volkspartei hat gerade eine Kampagne gestartet. Titel: "Jagd auf Roter Oktober." Klubobmann Christopher Drexler will das Schlimmste verhindern: SPÖ und KPÖ sollen erst gar nicht in die Lage kommen, eine Regierungskoalition bilden zu können.

Was würde wirklich geschehen, wenn die Kommunisten in Deutschland und in der Steiermark mit ans Ruder kämen? Schwer zu sagen. Faktum ist, dass die Kommunisten von heute nichts mehr mit den Kommunisten von gestern zu tun haben. Roter Stern ist "out".
Auffallend ist, dass sie sich nicht einordnen lassen: Kaltenegger verkörpert in Graz einen engagierten Politiker, der Teile seines Gehalts spendet; nach der letzten Gemeinderatswahl ist nur dank seiner Mithilfe ein ÖVP-Vertreter Bürgermeister geworden. Das deutsche Linksbündnis versteht sich wiederum als Protestbewegung gegen jegliche Modernisierung in der Sozialpolitik; abgesehen davon weiß es selbst nicht, was es will.

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