ÖAMTC: Bei Feinstaub sind die Stadtverwaltungen gefordert

Club will Verbesserung der Straßenreinigung im kommenden Winter

Wien (ÖAMTC-Presse) - Ergebnisse der TU-Studie relativieren einmal mehr die Verursacher-Rolle des Verkehrs. "Dieselruß von Lkw, Bussen und Pkw macht weniger als 15 Prozent an den gesamten Immissionen in Wien aus. Von diesen 15 Prozent entfällt aber weniger als die Hälfte auf den Individualverkehr", betont Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Der ÖAMTC ist überzeugt, dass dieser Wert durch den verstärkten Einbau von Partikelfiltern weiter stark abnehmen wird.

Der Großteil der Feinstaubbelastung kommt von den Aufwirbelungen, wobei der elektrische O-Bus genauso Staub aufwirbelt wie ein Lkw oder ein Diesel-Pkw. "Der Club fordert daher die Stadtverwaltungen auf, rechtzeitig vor dem kommenden Winter ihre Reinigungslogistik zu überdenken. Dazu gehört auch, dass man im Laufe des Winters immer wieder kehrt und nicht abwartet, bis der Frühling längst da ist", so Rohracher. "Auch soll die Verwendung von verbessertem Splitmaterial geprüft werden."

ÖAMTC fordert Maßnahmen für alle Verursacher

"Der Club fordert seit langem, dass alle Verursacher eingebunden werden. Selbstverständlich sind auch die Verkehrsemissionen zu minimieren, aber die einseitige Verteufelung des Verkehrs lehnen wir ab. Auch ohne den Mitverursacher Individualverkehr würde sich die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen in den meisten Fällen nicht verringern", sagt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, und tritt für die weitere Gewährleistung einer umweltgerechten Mobilität ein.

Gerade am Verkehrssektor werden Maßnahmen zur Feinstaub-Minimierung bereits umgesetzt, siehe Partikelfilter bei Neuwagen. Der ÖAMTC hat darüber hinaus ein umfassendes Forderungspaket erstellt:

  • Verbesserung der Reinigungslogistik, insbesondere in Ballungszentren.
  • Verbesserung des Splitt-Streumaterials zur Minimierung des Feinstaubs.
  • Höhere und flächendeckende Förderung von Nachrüst-Partikelfiltern für Diesel-Kfz (Pkw, Lkw und Bus).
  • Durchgängige Flottenumstellung des Öffentlichen Verkehrs (Bahn, Post, Busse etc.) auf umweltfreundliche Kraftstoffe.
  • Anschaffung von Kraftfahrzeugen für Bund (auch Polizei und Bundesheer), Länder und Gemeinden nur mit modernster (Diesel-)Technologie, sowie Nachrüstung älterer Dienstfahrzeuge.
  • Park und Ride-Offensive.
  • Umweltgerechter, verstärkter Garagenbau in Ballungszentren.
  • Konsequenter Ausbau der Straßeninfrastruktur zur Entlastung der Ballungszentren (z.B. Lückenschluss des Autobahnringes um Wien).
  • Attraktiveres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln - moderne Busse und Bahnen (Pünktlichkeit, Sauberkeit, Bequemlichkeit).
  • Garantierte Steuerfreiheit für Erdgas und Biogas.

Auf Grund der verschiedenen Quellen und des zum Teil erheblichen Beitrags von Verfrachtung sollten Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen getroffen werden. Der Club fordert deshalb ein Maßnahmenpaket, das alle Verursacher mit einbezieht: Hausbrand/Kleinverbraucher, Industrie, Kraft- und Heizwerke, Off-Road-Maschinen, Landwirtschaft und Verkehr. "Wenn jeder Verursacher vor seiner eigenen Tür kehrt, werden wir die Situation nachhaltig verbessern können", so Rohracher abschließend.

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