• 07.09.2005, 11:38:32
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ÖAMTC: Bei Feinstaub sind die Stadtverwaltungen gefordert

Club will Verbesserung der Straßenreinigung im kommenden Winter

Wien (ÖAMTC-Presse) - Ergebnisse der TU-Studie relativieren einmal
mehr die Verursacher-Rolle des Verkehrs. "Dieselruß von Lkw, Bussen
und Pkw macht weniger als 15 Prozent an den gesamten Immissionen in
Wien aus. Von diesen 15 Prozent entfällt aber weniger als die Hälfte
auf den Individualverkehr", betont Mario Rohracher, Chef der
ÖAMTC-Interessenvertretung. Der ÖAMTC ist überzeugt, dass dieser Wert
durch den verstärkten Einbau von Partikelfiltern weiter stark
abnehmen wird.

Der Großteil der Feinstaubbelastung kommt von den Aufwirbelungen,
wobei der elektrische O-Bus genauso Staub aufwirbelt wie ein Lkw oder
ein Diesel-Pkw. "Der Club fordert daher die Stadtverwaltungen auf,
rechtzeitig vor dem kommenden Winter ihre Reinigungslogistik zu
überdenken. Dazu gehört auch, dass man im Laufe des Winters immer
wieder kehrt und nicht abwartet, bis der Frühling längst da ist", so
Rohracher. "Auch soll die Verwendung von verbessertem Splitmaterial
geprüft werden."

ÖAMTC fordert Maßnahmen für alle Verursacher

"Der Club fordert seit langem, dass alle Verursacher eingebunden
werden. Selbstverständlich sind auch die Verkehrsemissionen zu
minimieren, aber die einseitige Verteufelung des Verkehrs lehnen wir
ab. Auch ohne den Mitverursacher Individualverkehr würde sich die
Anzahl der Grenzwertüberschreitungen in den meisten Fällen nicht
verringern", sagt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, und tritt
für die weitere Gewährleistung einer umweltgerechten Mobilität ein.

Gerade am Verkehrssektor werden Maßnahmen zur
Feinstaub-Minimierung bereits umgesetzt, siehe Partikelfilter bei
Neuwagen. Der ÖAMTC hat darüber hinaus ein umfassendes
Forderungspaket erstellt:

* Verbesserung der Reinigungslogistik, insbesondere in
Ballungszentren.
* Verbesserung des Splitt-Streumaterials zur Minimierung des
Feinstaubs.
* Höhere und flächendeckende Förderung von Nachrüst-Partikelfiltern
für Diesel-Kfz (Pkw, Lkw und Bus).
* Durchgängige Flottenumstellung des Öffentlichen Verkehrs (Bahn,
Post, Busse etc.) auf umweltfreundliche Kraftstoffe.
* Anschaffung von Kraftfahrzeugen für Bund (auch Polizei und
Bundesheer), Länder und Gemeinden nur mit modernster
(Diesel-)Technologie, sowie Nachrüstung älterer Dienstfahrzeuge.
* Park und Ride-Offensive.
* Umweltgerechter, verstärkter Garagenbau in Ballungszentren.
* Konsequenter Ausbau der Straßeninfrastruktur zur Entlastung der
Ballungszentren (z.B. Lückenschluss des Autobahnringes um Wien).
* Attraktiveres Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln - moderne
Busse und Bahnen (Pünktlichkeit, Sauberkeit, Bequemlichkeit).
* Garantierte Steuerfreiheit für Erdgas und Biogas.

Auf Grund der verschiedenen Quellen und des zum Teil erheblichen
Beitrags von Verfrachtung sollten Maßnahmen auf unterschiedlichen
Ebenen getroffen werden. Der Club fordert deshalb ein Maßnahmenpaket,
das alle Verursacher mit einbezieht: Hausbrand/Kleinverbraucher,
Industrie, Kraft- und Heizwerke, Off-Road-Maschinen, Landwirtschaft
und Verkehr. "Wenn jeder Verursacher vor seiner eigenen Tür kehrt,
werden wir die Situation nachhaltig verbessern können", so Rohracher
abschließend.

(Schluss)

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