• 07.09.2005, 11:31:45
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Seeber: Europa intensiviert Kinderarznei-Forschung

Zuckerbrot und Peitsche für Europas Pharmaindustrie

Straßburg, 7. September 2005 (ÖVP-PD) "Europa intensiviert und
fördert endlich - und sehr spät - die Erforschung, Entwicklung und
Zulassung von Arzneimitteln zur Verwendung bei Kindern. Nur 50
Prozent aller Medikamente werden heute auf Kinderverträglichkeit
geprüft, bei der Entwicklung und Zulassung spezieller
Kinderarzneimittel sieht es ebenfalls düster aus, weil sich dieser
Zusatzaufwand wirtschaftlich wenig rechnet", sagte heute, Mittwoch,
der Tiroler Europaparlamentarier Dr. Richard Seeber in Straßburg.
"Es ist daher sehr zu begrüßen, dass das Europäische Parlament mit
Zuckerbrot und Peitsche die Pharmaindustrie dazu verpflichtet, mehr
und besser in die Entwicklung kindergeeigneter Medikamente zu
investieren. Die 100 Millionen Kinder in Europa sind das kostbarste
Gut unserer Gesellschaft - das muss sich auch und gerade in der
Gesundheitspolitik der Union niederschlagen", betonte der ÖVP-
Europaabgeordnete. ****

Kinder und heranwachsende Jugendliche haben einen anderen
Stoffwechsel als Erwachsene. Dennoch werden ihnen Medikamente
gerade in Bezug auf die Dosierung oftmals 'im Blindflug'
verabreicht. "Eine simple Halbierung der Dosis ist aber keine
nachhaltige und seriöse Vorgangsweise", so Seeber. "Der europäische
Gesetzgeber ist daher gefordert, die entsprechenden rechtlichen
Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Pharmaindustrie auch den
Kindern die notwendigen und angepassten Heilmittel bereitstellt."
Nationale Alleingänge sind in diesem Fall sinnlos, da kein Land die
notwendigen Marktgrößen zusammenbringt, die es für die Firmen
wirtschaftlich tragbar macht.

Um die auch auf europäischer Ebene unvermeidbar entstehenden
Zusatzkosten durch Entwicklung und Tests aufzufangen, wird im
Rahmen der EU-Verordnung den Pharmaunternehmen eine sechsmonatige
Verlängerung der Laufzeit des ergänzenden Schutzzertifikats
angeboten. "Diese sechs Monate werden allerdings nur gewährt, wenn
alle Maßnahmen des pädiatrischen Prüfkonzepts durchgeführt wurden.
Jedes Medikament muss nach Konsultation eines eigens eingerichteten
Pädiatrieausschusses auf Kinderverträglichkeit und Anwendbarkeit
geprüft werden", so Seeber.

Der Verordnungsvorschlag will so erreichen, dass
Kinderarzneimittel im Rahmen einer qualitativ hochwertigen
Forschung entwickelt werden, dass zur Behandlung von Kindern
verwendete Arzneimittel eigens für die pädiatrische Verwendung
zugelassen werden und dass diese Ziele ohne unnötige klinische
Prüfungen an Kindern verwirklicht werden. "Gerade bei den für eine
Zulassung neuer Arzneimittel notwendigen klinischen Tests ist die
europäische Komponente unabdingbar: Durch eine Vernetzung der Daten
werden Doppelprüfungen verhindert. Ein wissenschaftliches Gremium
prüft im Vorfeld, ob klinische Tests an Kindern sinnvoll sind. So
können wir EU-weit das Beste für unsere Kinder erreichen", sagte
Seeber abschließend.

Rückfragen: MEP Dr. Richard Seeber, Tel.: 0033-3-8817-5468
([email protected]) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21
([email protected])

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