Falter: Neue Enthüllungen in Callgirl-Affäre

Falter veröffentlicht Telefonprotokoll von Khol-Sprecher Gerhard Roder

Wien (OTS) - Die Wiener Stadtzeitung Falter veröffentlicht in
ihrer morgen Abend erscheinenden Ausgabe jene polizeilichen Telefonprotokolle, die das Gespräch des ehemaligen Pressesprechers von Andreas Khol, Gerhard Roder mit Mitgliedern eines Wiener Frauenhändlerringes dokumentieren. Roder hatte sich (nachdem er am Freitag mit Falter-Recherchen konfrontiert wurde) selbst als Anrufer geoutet und darauf hingewiesen, den Callgirl-Ring nur zu "Recherchezwecken" angerufen zu haben. Er habe nur in Sachen Kinderhandel ermitteln wollen.

Wie der Falter in seiner kommenden Ausgabe berichtet, finden sich in den polizeilichen Telefonprotokollen jedoch keinerlei Anfragen Roders zu "minderjährigen Prostituierten", sondern es wurde ein Kundengespräch über sexuelle Praktiken und das Aussehen von Callgirls aufgezeichnet. Wörtlich erkundigt sich der Anrufer am vierten Mai 2004 gegen 20 Uhr mit dem Parlamentshandy ob eine Frau "naturfranzösisch mit Vollendung in den Mund" mache, er lässt sich über einen "Julia Roberts Typ" informieren und fragt wie ein Mädchen "vom Charakter" sei. Der Anrufer erkundigt sich auch nach den Herkunftsländern der Frauen. Und er wird darüber informiert, dass ein Mädchen "sechs, sieben Kilo zuviel auf den Rippen" habe. Die Betreiber des kontaktierten Callgirl-Ring wurde anschließend wegen Frauenhandels, Zuhälterei, Zwangsprostitution und wegen des Besitz von Kinderpornos zu Haftstrafen verurteilt.

Der Falter berichtet auch über neue Ermittlungen gegen US-Anwalt Ed Fagan. Dieser gab an, nie Kunde eines Callgirl-Ringes gewesen zu sein und "seines Wissens" nie Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Der Falter veröffentlicht eine von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Kundenliste des Callgirl-Ringes und Zeugenprotokolle. Laut Kundenliste wurde Fagan mehrmals mit Mädchen beliefert. Ein Manager, der als Zeuge einvernommen wurde, will den US-Anwalt auf die "Sensibilität" hingewiesen haben, als er diesen mit osteuropäischen Begleiterinnen im Hotel Intecontinental sah. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hält in ihrer Anklage gegen die Frauenhändler fest, Fagan sei zweimal mit einem minderjährigen Mädchen namens Inga G. "beliefert" worden.

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