- 31.08.2005, 18:09:58
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar
Wien (OTS) - Schockierend und deprimierend sind die Bilder aus dem
Süden der USA: Nicht einmal die reichste Nation der Welt kann sich
wirksam gegen eine angekündigte Naturkatastrophe wappnen, die alle
kollektiven Erinnerungen, Mythen und Traumata von Pest und Sintflut
wiederbelebt.
*
Immer intensiver wächst die Überzeugung, dass solche
Mega-Katastrophen immer häufiger, immer ärger werden. Nun: Viel an
diesem Eindruck hängt mit der heute möglichen intensiven
Berichterstattung zusammen, die proportional mit der Zahl der global
vorhandenen Kameras steigt. Tausende davon kamen etwa beim Tsunami
zum Einsatz, während noch vor wenigen Jahren ein Erdbeben
Hunderttausende Menschen töten konnte, ohne dass es irgendeinen
Filmbericht darüber gegeben hätte.
Dennoch scheint die Häufung der Katastrophen Tatsache zu sein. Was
aber ist die Ursache? Zufall? Klimaschwankungen, wie es die Eiszeiten
waren? Oder trägt der Mensch mit Schuld? Experten streiten, aber die
Wahrscheinlichkeit spricht für eine solche. Denn es gibt heute
sechsmal so viel Exemplare von uns wie zur Zeit unserer Urgroßväter.
Denn wir haben (fast alle) einen viel höheren Lebensstandard und
damit Energieverbrauch. Denn wir bekämpfen (klimaneutrale)
Atomkraftwerke und fördern (klimaschädliche) Autos.
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Apropos Klima: Die Stadt Wien ist in den 90er Jahren lautstark dem
Klimabündnis beigetreten, das zu drastischen Reduktionen der
Treibhausgase verpflichtet. Inzwischen hat sie sich ganz leise von
den damaligen Selbstverpflichtungen entfernt, weil diese unerreichbar
scheinen. Oder man sie nur mit unpopulären Maßnahmen erreichen könnte
. . .
*
Das ist wohl der wahre Triumph für die irakischen
Selbstmordattentäter: Sie brauchen sich nicht mehr selbst in die Luft
zu sprengen. Es genügt das bloße Gerücht eines solchen Anschlags, um
eine weit größere Opferzahl zu töten, als je eine Aktion im Irak
gefordert hat.
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