• 30.08.2005, 10:13:59
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ÖBB/GdE: Europa ohne Grenzen mit neuem Europäischen Lokführerschein

ÖBB starten als erste Bahn Europas - einheitliche Standards verhindern Sozialdumping

Wien (GdE/ÖGB/ÖBB) - Österreich hat die Nase vorne: als erste Bahn
Europas führen die ÖBB den neuen Europäischen Lokführerschein ein.
Die grenzüberschreitende Lizenz wurde auf der Ebene der europäischen
Sozialpartner vereinbart. 785 Lokführer der ÖBB, die im
grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt werden, erhalten in diesen
Tagen das neue Dokument, das zum weiteren Abbau der Grenzen im
Bahnverkehr wesentlich beiträgt und einheitliche Standards
schafft.++++

"Der Europäische Lokführerschein ist eine unverzichtbare
Voraussetzung für einen sozialen, fairen und sicheren europäischen
Eisenbahnverkehr", so Wilhelm Haberzettl, Präsident der Europäischen
Transportarbeiter Föderation (ETF) und Vorsitzender der Gewerkschaft
der Eisenbahner (GdE) am Mittwoch im Rahmen der Präsentation am
Wiener Westbahnhof. Martin Huber, Vorstandssprecher der ÖBB-Holding
AG, über die Vorreiterrolle der ÖBB bei der Einführung des neuen
Dokuments: "Wir erweitern damit unsere europäische Perspektive, die
einer der wesentlichen Punkte in der strategischen Gesamtausrichtung
des ÖBB-Konzerns ist."

Seit Jahren arbeiten die europäischen Bahngesellschaften,
Sozialpartner und Einrichtungen der Europäischen Union an der
sukzessiven grenzüberschreitenden Vernetzung des Bahnverkehrs. Eine
Reihe von technischen und normativen Hürden durch die unterschiedlich
gewachsenen Strukturen in den Ländern stellt dabei eine große
Herausforderung dar. Im technischen Bereich werden - wie das Bespiel
der neuen Lok TAURUS 3 zeigt - immer neue Antworten auf bestehende
Hindernisse gefunden. In der Frage des Personaleinsatzes liegt nun
der neue Europäische Lokführerschein vor, der den
grenzüberschreitenden Einsatz von Lokführern nun für ganz Europa
einheitlich regelt und absichert.

Der Europäische Lokführerschein regelt medizinische, sprachliche
und berufliche Anforderungen für Lokführer im grenzüberschreitenden
Verkehr sowie Fragen der laufenden Weiterbildung und der
Kontrollmöglichkeit. Das Dokument versteht sich als
Zusatzbescheinigung zur nationalen Lizenz und weist aus, mit welchen
Loks ein Lokführer auf welchen ausländischen Strecken unterwegs sein
darf. Damit wird seine berufliche Qualifikation an der Landesgrenze
nicht mehr in Frage gestellt.

Bisher war ein bilaterales Anerkennungsverfahren für die
jeweiligen Bereiche erforderlich. Die Bahnen verfügen nun über einen
verbindlichen Kompetenzkatalog, der die Interoperabilität des
Fahrpersonals erleichtert und damit die Entwicklung eines
transeuropäischen Schienenverkehrs vorantreibt.

Das Abkommen stellt eine wichtige Entwicklung bei der
Aufrechterhaltung und weiteren Steigerung des Sicherheitsniveaus dar
und gewährleistet ein Kompetenzniveau im Bereich der eingesetzten
Mitarbeiter, das für die Verbindung der europäischen Netze
erforderlich ist.

Von den 785 Lokführern der ÖBB-Traktion GmbH, die in dieser Phase
den personalisierten Europäischen Lokführerschein ausgestellt
bekommen, sind 476 im Deutschland-Verkehr im Einsatz (Rosenheimer
Schleife, München, Außerfern), 36 Lokführer im Italien-Verkehr
(Pustertal), 15 Lokführer in Tschechien (Horni Dvoriste) und 258
Lokführer in Ungarn (Sopron, Deutschkreutz).

Verhandelt wurde der Europäische Lokführerschein von der
Gemeinschaft der europäischen Bahnen (CER) und der Europäischen
Transportarbeiter Förderation (ETF), ein Grundsatz-Agreement wurde im
Jänner 2004 unterzeichnet. In den Folgemonaten erarbeiteten Vertreter
von elf europäischen Bahngesellschaften - darunter auch Experten der
ÖBB - weitere Details zum Dokument. Im Jänner 2005 folgte der
Umsetzungsbeschluss durch die Generalversammlung der CER, womit die
Ausgabe an die Lokführer vorbereitet werden konnte.

Die ÖBB sind die erste Bahn Europas, die dieses neue Dokument
einführt. Insbesondere vor dem Hintergrund der Marktöffnung im
europäischen Güterverkehr sehen ÖBB und GdE klare Vorteile. Das
Abkommen ist ein Beleg für die Fähigkeit der europäischen
Sozialpartner, soziale Mindeststandards für ihren jeweiligen Sektor
auf europäischer Ebene erfolgreich und zum allgemeinen Nutzen zu
vereinbaren. (Schluss)

ÖGB, 30. August 2005 Nr. 503

Rückfragehinweis:

Eisenbahnergewerkschaft / Kommunikation
   Walter Kratzer, Tel.: 0664 / 61 45 765; E-Mail: walter.kratzer@eisenbahner.at
   Hansjörg Miethling, Tel.: 01 / 54 641 / 411
   Internet: www.eisenbahner.at, www.bahnfakten.at  
   
   bzw. 
   
   ÖBB-Holding AG / Konzernkommunikation
   Dr. Gary Pippan, Tel.: 01 / 93000 / 44088; E-Mail: gary.pippan@oebb.at.
   Internet: www.oebb.at

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