- 29.08.2005, 11:21:23
- /
- OTS0070 OTW0070
Tag der Vermissten: Rotes Kreuz hilft mit weltweitem Suchdienst
Allein in den Ländern Ex-Jugoslawiens ist das Schicksal von 19.000 Menschen ungeklärt
Wien (Rotes Kreuz) - Der 30. August ist als "Internationaler Tag
der Vermissten" hunderttausenden Familien gewidmet, die keine
Informationen über das Schicksal vermisster Angehöriger haben. Das
Rote Kreuz bemüht sich über sein weltweites Netzwerk diesen Familien
das Recht auf Aufklärung zu erfüllen.
Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Kriegen, internen Konflikten
und Spannungen gewaltsam von ihren Familien getrennt wurden, geht in
die Hunderttausende. In Lateinamerika sind zwischen 1966 and 1986
etwa 90.000 Menschen "verschwunden". Auf dem Balkan gelten zehn Jahre
nach Kriegsende noch über 19.000 Menschen als vermisst. In Österreich
sind die Schicksale von über 25.000 Zivilisten und Soldaten seit dem
Zweiten Weltkrieg ungeklärt.
Auch die Familien der Vermissten sind Opfer, deren Leben oft
jahrelang in der Ungewissheit stagniert. Die Aufklärung des
Schicksals ihrer vermissten Angehörigen erlaubt es den Familien
abzuschließen und zu trauern. "Menschen, denen Trauerarbeit nicht
möglich ist, haben auch keine Motivation, sich mit den Gegnern zu
versöhnen," weiß Johannes Guger, Leiter des Suchdienstes des
Österreichischen Roten Kreuzes. Vermisste Familienmitglieder bedeuten
außerdem rechtliche Ungewissheit, etwa im Bereich des Erbrechts,
Eherechts, Sorgerechts für Kinder.
ÖRK-Beratungsstelle für Flüchtlinge
Das Österreichische Rote Kreuz betreibt seit April 2005 eine
besondere Serviceeinrichtung in Wien. Eine spezialisierte
Beratungsstelle des Suchdienstes betreut Flüchtlinge, die aufgrund
von Kriegen, Konflikten oder Katastrophen den Kontakt zu ihren
Angehörigen verloren haben. Die individuelle Unterstützung umfasst
zum Beispiel Familien, die durch ihre Flucht getrennt wurden. Sie
können mit Hilfe des Suchdienstes ausfindig gemacht und in einem
sicheren Land wie Österreich wieder vereint werden. Außerdem hilft
der Suchdienst des ÖRK Kriegsopfern und deren Hinterbliebenen bei der
Beschaffung von verschiedenen Nachweisen und Bestätigungen
(Haftbestätigung, Zwangsarbeiterbetätigung, Todesbestätigung,..).
International besucht und registriert das Rote Kreuz Gefangene, um
ihr Verschwinden zu verhindern und ihre Angehörigen über ihren
Aufenthaltsort zu informieren. In Konfliktgebieten wie dem Irak oder
dem Sudan sind so genannte Rotkreuz-Nachrichten oft die einzige
Möglichkeit für getrennte Familien miteinander in Kontakt zu bleiben.
Das Rotkreuznetzwerk hat im vergangenen Jahr 1,3 Millionen solcher
Nachrichten weiter geleitet. Die Suchdienste des Roten Kreuzes
weltweit haben im Jahr 2004 die Aufenthaltsorte von über 6.100
vermissten Menschen geklärt.
Weitere Informationen: http://suchdienst.roteskreuz.at
Rückfragehinweis:
ÖRK - Pressestelle
Mag. Gabriela Hartig
Mobil: 0664/823 48 10
mailto:[email protected]
http://www.roteskreuz.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK






