ÖAMTC erwartet sich verbindliches Nein zu kilometerabhängiger Pkw-Maut

Club verwehrt sich gegen jede Form der Querfinanzierung durch Einnahmen aus Pkw-Verkehr

Wien (OTS) - Der ÖAMTC erteilt allen Ansinnen zur Einführung einer kilometerabhängigen Pkw-Maut eine Abfuhr. "Die Autofahrer zahlen schon genug. Die Zusatzbelastung wäre einfach ungerecht, zumal beim Pkw die Steuereinnahmen um ein Vielfaches größer sind als die Infrastrukturkosten", sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. "Der Kostendeckungsgrad aus dem Pkw-Verkehr liegt im hochrangigen Straßennetz bei 304 Prozent, aus dem Lkw-Verkehr bei nur 88 Prozent." In Anbetracht der massiven Belastungen, mit denen die heimischen Autofahrer derzeit konfrontiert sind, steht eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut für den Club außer Diskussion.

"Endlich trägt der Schwerverkehr durch die Einführung der Lkw-Maut einen Teil seiner verursachten Kosten selbst. Es ist nicht einzusehen, warum wieder der Pkw-Verkehr zu dessen Querfinanzierung beitragen soll", kritisiert die ÖAMTC-Expertin. Hier stellt sich die Wirtschaftlichkeit des Systems selbst in Frage. Bei weitem zielführender wäre eine sofortige Ausdehnung der Lkw-Maut auf Parallelstraßen zum hochrangigen Netz, die zu Ausweichstrecken geworden sind. So wurde etwa die Friesacher Bundesstraße (B 317) zwischen Judenburg und Klagenfurt nach Einführung der Lkw-Maut rasch zu einer klassischen Alternativroute von "Mautflüchtlingen" auf dem Weg in den Süden Österreichs. Brugger-Brandau: "Der Mautflucht muss in ganz Österreich schnell ein Riegel vorgeschoben werden, die Bemautung der Ausweichstrecken ist ein geeignetes Mittel dazu."

Rein theoretisch müssten in einem Konzept zur Pkw-Maut Mehrbelastungen durch erhebliche Reduktionen der bestehenden Kraftfahrzeugabgaben wie Mineralölsteuer, Kfz-Steuer, Normverbrauchsabgabe oder Autobahnmaut ausgeglichen werden. Schon bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 13.500 Kilometern pro Jahr würden bei Nichtausgleich durch eine Reduktion fixer Abgaben jährlich mehrere hundert Euro Mehrkosten anfallen, für Pendler entsprechend noch mehr. "Mit einer solchen Pkw-Maut würden Pendler, die auf ihr eigenes Fahrzeug angewiesen sind, große Einkommensverluste erleiden", so Brugger-Brandau weiter. "Davon abgesehen, dass Kilometergeld und Pendlerpauschale ohnehin schon jetzt viel zu niedrig sind."9

Der ÖAMTC erwartet sich aber in den schon angebrochenen Vorwahlzeiten ein klares Nein zur Pkw-Maut und mehr als nur Lippenbekenntnisse seitens der Politik. "Auch nach den Landtagswahlen muss es beim Nein bleiben", fordert die ÖAMTC-Expertin.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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