• 22.08.2005, 10:48:14
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ÖAMTC erwartet sich verbindliches Nein zu kilometerabhängiger Pkw-Maut

Club verwehrt sich gegen jede Form der Querfinanzierung durch Einnahmen aus Pkw-Verkehr

Wien (OTS) - Der ÖAMTC erteilt allen Ansinnen zur Einführung einer
kilometerabhängigen Pkw-Maut eine Abfuhr. "Die Autofahrer zahlen
schon genug. Die Zusatzbelastung wäre einfach ungerecht, zumal beim
Pkw die Steuereinnahmen um ein Vielfaches größer sind als die
Infrastrukturkosten", sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin
Elisabeth Brugger-Brandau. "Der Kostendeckungsgrad aus dem
Pkw-Verkehr liegt im hochrangigen Straßennetz bei 304 Prozent, aus
dem Lkw-Verkehr bei nur 88 Prozent." In Anbetracht der massiven
Belastungen, mit denen die heimischen Autofahrer derzeit konfrontiert
sind, steht eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut für den Club außer
Diskussion.

"Endlich trägt der Schwerverkehr durch die Einführung der Lkw-Maut
einen Teil seiner verursachten Kosten selbst. Es ist nicht
einzusehen, warum wieder der Pkw-Verkehr zu dessen Querfinanzierung
beitragen soll", kritisiert die ÖAMTC-Expertin. Hier stellt sich die
Wirtschaftlichkeit des Systems selbst in Frage. Bei weitem
zielführender wäre eine sofortige Ausdehnung der Lkw-Maut auf
Parallelstraßen zum hochrangigen Netz, die zu Ausweichstrecken
geworden sind. So wurde etwa die Friesacher Bundesstraße (B 317)
zwischen Judenburg und Klagenfurt nach Einführung der Lkw-Maut rasch
zu einer klassischen Alternativroute von "Mautflüchtlingen" auf dem
Weg in den Süden Österreichs. Brugger-Brandau: "Der Mautflucht muss
in ganz Österreich schnell ein Riegel vorgeschoben werden, die
Bemautung der Ausweichstrecken ist ein geeignetes Mittel dazu."

Rein theoretisch müssten in einem Konzept zur Pkw-Maut
Mehrbelastungen durch erhebliche Reduktionen der bestehenden
Kraftfahrzeugabgaben wie Mineralölsteuer, Kfz-Steuer,
Normverbrauchsabgabe oder Autobahnmaut ausgeglichen werden. Schon bei
einer durchschnittlichen Fahrleistung von 13.500 Kilometern pro Jahr
würden bei Nichtausgleich durch eine Reduktion fixer Abgaben jährlich
mehrere hundert Euro Mehrkosten anfallen, für Pendler entsprechend
noch mehr. "Mit einer solchen Pkw-Maut würden Pendler, die auf ihr
eigenes Fahrzeug angewiesen sind, große Einkommensverluste erleiden",
so Brugger-Brandau weiter. "Davon abgesehen, dass Kilometergeld und
Pendlerpauschale ohnehin schon jetzt viel zu niedrig sind."9

Der ÖAMTC erwartet sich aber in den schon angebrochenen Vorwahlzeiten
ein klares Nein zur Pkw-Maut und mehr als nur Lippenbekenntnisse
seitens der Politik. "Auch nach den Landtagswahlen muss es beim Nein
bleiben", fordert die ÖAMTC-Expertin.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Pressestelle
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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