AK Bahn-Service-Test: Bahn fahren, Nerven sparen? (1)

EinpendlerInnen nach Wien beklagen unpünktliche Züge, mangelnde Informationen über Verspätungen sowie verschmutzte Züge

Wien (OTS) - Bahn fahren kostet Nerven und Zeit. Eine aktuelle AK Umfrage bei knapp 300 Bahn-PendlerInnen, die täglich bis zu 100 Kilometer nach Wien in die Arbeit und wieder heim fahren, zeigt:
Jeder dritte Pendlerzug verspätete sich zwischen drei Minuten und eineinhalb Stunden. Die meisten Verzögerungen waren auf der Nord-Strecke von Mistelbach, Laa und Stockerau nach Wien. Die PendlerInnen beklag-ten, dass sie über Verspätungen weder am Bahngleis (in 61 Prozent der Fälle) noch im Zug (in 85 Prozent der Fälle) informiert wurden. Und fast jeder Zweite verpasste wegen der Verspätung seinen Anschluss.

Bahn-PendlerInnen, die im 50-Kilometer-Umkreis von Wien wohnen, haben im März für die AK das Bahnservice getestet. Insgesamt haben 278 EinpendlerInnen mindestens eine Woche lang auf der Fahrt zum Arbeitsplatz und nach Hause ein Tagebuch geführt. Die EinpendlerInnen kamen vom Norden (Mistelbach, Laa an der Thaya, Stockerau), Nordwesten (Hollabrunn, Retz, Klosterneuburg, Tulln, Waldviertel), Westen (Wienerwald, St. Pölten), Süden (Baden, Wr. Neustadt), Südosten (Pottendorf, Ebenfurth), Osten (Bruck, Hainburg) und Nordosten (Gänserndorf, Marchegg).

Die Befragten bemängelten, dass jeder dritte Pendlerzug eine Verspätung zwischen drei und 90 Minuten hatte. Die meisten Verspätungen, und zwar jede zweite Fahrt, waren auf der Nord-Strecke von Mistelbach, Laa an der Thaya und Stockerau nach Wien. Die größte Unpünktlichkeit mit 90 Minuten gab es auf der Süd-Route aus Wr. Neustadt nach Wien. Die PendlerInnen kritisierten obendrein die spärlichen Informationen über Verspätungen: In 61 Prozent der Fälle gab es keine Mitteilungen am Bahngleis und in 85 Prozent der Fälle auch nicht im Zug. Und in zwei Drittel der Fälle (67 Prozent) hörten die Befragten die Durchsage einer Verspätung nicht, weil sie zu leise oder undeutlich war.

Fast jeder zweite Befragte hatte Probleme mit der Anschlussverbindung, weil der Zug unpünktlich war. Vor allem für PenderInnen aus dem Norden (Mistelbach und Laa) und Westen (Wienerwald und St. Pölten) war es schwieirig, in ein anderes öffentliches Verkehrsmittel umzusteigen: So gaben 68 Prozent der NordpendlerInnen und jeder zweite Westeinpendler an, die Anschlussverbindung versäumt zu haben.

Um die Sauberkeit in den Zügen ist es nicht immer bestens bestellt. Fast 24 Prozent der PendlerInnen sagten, das WC ist nicht sauber. 13 Prozent antworteten, dass es im Zug schmutzig ist. Besonders PendlerInnen aus dem Nordosten wie Gänserndorf oder Marchegg klagten über den Dreck. Acht Prozent beanstandeten das unzureichende Sitzangebot.

Mehr als die Hälfte erklärte, mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren und dann in den Zug einzusteigen. 36 Prozent finden das Parkplatzangebot am Bahnhof ungenügend. Es beschwerten sich vorwiegend PendlerInnen aus dem Südosten (55 Prozent) und jeder zweite aus dem Norden, dass zu wenig Abstellplätze vorhanden sind. (Forts.)

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