- 15.08.2005, 10:08:40
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ÖAMTC: Vormerkdelikt Drängeln - Gefährlich kurzer Abstand kann den Führerschein kosten
So fährt man mit Abstand am besten
Wien (OTS) - Nicht drängeln, Sicherheitsabstand halten! Seitdem
auch Abstandsdelikte mit einer Führerschein-Vormerkung geahndet
werden, gilt diese Devise umso mehr. "Drängeln, also durch
aggressives Unterschreiten des Sicherheitsabstandes jemanden zum
Freimachen einer Fahrspur oder zur Erhöhung seiner
Fahrgeschwindigkeit zu bringen, ist ein leider sehr oft beobachtetes
Verhalten", weiß ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Jetzt ist nach solch
gefährlich kurzem Abstand der Führerschein in Gefahr."
Einer von 25 Kraftfahrern fährt - statistisch gesehen - dem
Vordermann bis zu einer oder maximal zwei Zehntel Sekunden auf. Das
entspricht einem Abstand von nicht einmal zwei Autolängen auf der
Autobahn bei Tempo 130 km/h. Die große Masse - nach den
Erfahrungswerten des Clubs sind das rund drei Viertel der Kraftfahrer
- hält derzeit einen Abstand von 0,8 Sekunden oder mehr ein und ist
damit sicher nicht als "Drängler" anzusehen. "0,8 Sekunden sind aber
oft kein ausreichender Sicherheitsabstand. Bei einer überraschenden
Vollbremsung des Vordermannes wird man nur bei voller Aufmerksamkeit
ein Auffahren verhindern können", erklärt der ÖAMTC-Jurist.
Vormerkdelikt - Das blüht dem "Drängler": Beträgt der
Sicherheitsabstand zwischen 0,4 und 0,6 Sekunden (das sind 14 bis 21
Meter bei 130 km/h), kann eine Verwaltungsstrafe verhängt werden.
Fährt man knapper auf, nämlich zwischen 0,2 und 0,4 Sekunden (sieben
bis 14 Meter bei 130 km/h), droht neben einer Mindeststrafe von 72
Euro auch eine Vormerkung. Der aggressive Drängler, der nicht einmal
0,2 Sekunden (bis sieben Meter) einhält, muss mit einer Entziehung
der Lenkberechtigung für mindestens drei Monate rechnen. Daneben gibt
es eine saftige Verwaltungsstrafe bis 2.180 Euro oder unter Umständen
sogar eine Gerichtsstrafe wegen Nötigung.
Wie viel Abstand lässt man aber nun am besten, um weder zum
Drängler noch zum Schleicher zu werden? "Alles unter einer Sekunde
ist im Dauerbetrieb schweißtreibender Stress. Zwei Sekunden hingegen
sind entspannend. Aber diese lange Strecke - bei 130 km/h immerhin
über 70 Meter - wird naturgemäß von anderen Fahrzeuglenkern als
Einladung empfunden, sich 'hineinzudrängen'." "Über das perfekte
Mittelding, nämlich 1,5 Sekunden, wurde schon viel nachgedacht", sagt
Hoffer.
So fährt man mit Abstand am Besten: Der Club-Jurist hat einen
praktischen Tipp zum Abstand-Messen gefunden. Wenn das Heck des
vorderen Fahrzeuges eine bestimmte Stelle (etwa eine Markierung,
Pflanze, Verkehrszeichen, Schatten etc.) passiert, sagt man langsam
das Wort "Ö-A-M-T-C". Wenn das eigene Fahrzeug mit dem Kühler
dieselbe Stelle passiert, sollte man zumindest schon das "C" sagen.
Tipps, um selbst nicht bedrängt zu werden:
* Das geltende Rechtsfahrgebot einhalten und nach Möglichkeit nur zum
Überholen auf einen weiter links liegenden Fahrstreifen wechseln.
* Rückspiegel und Blinker rechtzeitig vor dem Überholvorgang
benützen.
* Auch während und nach dem Überholvorgang den Spiegel benützen und
den beabsichtigten Spurwechsel nach rechts den hinten nachfahrenden
Fahrzeuglenkern anzeigen.
* Keinesfalls den Nachfolgeverkehr durch einen Tritt auf die Bremse
provozieren.
*Nicht unnötig zu großen Abstand halten, denn auch das provoziert
Drängler.
* Schnellere Fahrzeuge - ohne Rücksicht, ob diese überhaupt schneller
fahren dürfen - überholen lassen.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Informationszentrale
Tel.: +43 (0) 1 71199-1795
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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