- 12.08.2005, 16:21:36
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ÖH Uni Wien: Uni-Zugang - geht's noch beschränkter?
Rektorat veröffentlichte heute konkreten Vorschlag für Zugangsbeschränkungen an der Uni Wien - "Chaos-Warnungen" der ÖH bestätigt!
Wien (OTS) - Die "Vielfalt der Auswahlverfahren" - also, dass es
verschiedene Modelle von Zugangsbeschränkungen gibt - an der
Universität Wien ist keinesfalls ein Grund zur Freude, sondern
vielmehr ein Quell der Verunsicherung aller (zukünftigen)
StudentInnen - und vor allem auch des Universitätspersonals. Nach der
Veröffentlichung der konkreten Pläne für die Zugangsbeschränkungen an
der Universität Wien wird einmal mehr überdeutlich, wie das Rektorat
über die Köpfe der Betroffenen hinweg bestimmt. Im Großen sieht der
dem Senat vorgelegte Vorschlag des Rektorats zwei verschieden Modelle
vor, im Kleinen unterscheiden sich diese aber auch wieder gewaltig.
Modell 1: Ein Ranking-System, in dem zur Bewertung mehrere Prüfungen
im Laufe des ersten Studiensemesters herangezogen werden - die Anzahl
der Prüfungen ist allerdings je nach Studienrichtung extrem
unterschiedlich! Modell 2: Große Prüfungen nach einem Monat
"Schnupper-Studium" - die Studiengebühren sollen Durchgefallenen
rückerstattet werden. Modell 2 kommt nur bei Pharmazie und
Psychologie zur Anwendung, alle anderen Studien verwenden Modell 1.
Die Unfähigkeit der Zuständigen an der Uni Wien auch nur eine
ad-hoc-Lösung mit einer halbwegs durchgängigen Linie zustande zu
bringen, wird offensichtlich: Vieles in dem veröffentlichten Papier
kann kaum durchdacht sein, ist in sich nicht schlüssig und eigentlich
fast nicht durchführbar. Das Chaos ist kaum mehr zu überbieten - und
zu allem Überfluss wissen weder Institute noch StudentInnen, wann
feststeht, ob der Zugang beschränkt werden muss, da in dem
Rektorats-Papier keine Stichtage genannt werden. Auch die massive
Erschwerung einer Inskription im Sommersemester - bis hin zur
Publizistik, bei der dies hinkünftig ganz unmöglich sein wird - ist
ein trauriges Zeichen von Inkompetenz und/oder Überforderung. Darüber
hinaus werden auf Stipendien angewiesene StudentInnen und sozial und
kulturell benachteiligte Studierende generell übermäßig
diskriminiert, über soziale Verantwortung hat sich im Rektorat aber
wohl noch nie eineR den Kopf zerbrochen.
"Als besonders krasses Beispiel sei genannt, dass nach derzeitigem
Stand des Vorschlags des Rektorats ein zweiter Versuch, sich für eine
der beschränkten Studienrichtungen zu "bewerben", unmöglich oder
zumindest sehr viel komplizierter werden kann, sofern auch nur eine
einzige positive Prüfung abgelegt wurde. Im Ranking-System kann
mensch nämlich sogar durchfallen, wenn alle Prüfung positiv waren,
das Universitätsgesetz erlaubt die Wiederholung positiver Prüfungen
allerdings längstens sechs Monate! In Publizistik z.B. werden im
Sommersemester die Eingangsprüfungen gar nicht angeboten, im nächsten
Wintersemester sind die positiven Noten dann fix und können nicht
mehr verbessert werden", empört sich Philine Kowalski vom Vorsitzteam
der ÖH Uni Wien. "Für uns bleibt also die Forderung nach einem
offenen, freien Hochschulzugang aufrecht. Wir wollen die Rücknahme
der Studiengebühren, der Zugangsbeschränkungen für einzelne
Studienrichtungen und generell ein weniger diskriminierendes und
selektierendes Bildungssystem!"
Rückfragehinweis:
ÖH Uni Wien - Öffentlichkeitsarbeit
Vera Schwarz, Tel.: 0676 575 09 05
Dominik Sinnreich, Tel.: 0676 638 93 37
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