ÖH Uni Wien: Uni-Zugang - geht's noch beschränkter?

Rektorat veröffentlichte heute konkreten Vorschlag für Zugangsbeschränkungen an der Uni Wien - "Chaos-Warnungen" der ÖH bestätigt!

Wien (OTS) - Die "Vielfalt der Auswahlverfahren" - also, dass es verschiedene Modelle von Zugangsbeschränkungen gibt - an der Universität Wien ist keinesfalls ein Grund zur Freude, sondern vielmehr ein Quell der Verunsicherung aller (zukünftigen) StudentInnen - und vor allem auch des Universitätspersonals. Nach der Veröffentlichung der konkreten Pläne für die Zugangsbeschränkungen an der Universität Wien wird einmal mehr überdeutlich, wie das Rektorat über die Köpfe der Betroffenen hinweg bestimmt. Im Großen sieht der dem Senat vorgelegte Vorschlag des Rektorats zwei verschieden Modelle vor, im Kleinen unterscheiden sich diese aber auch wieder gewaltig. Modell 1: Ein Ranking-System, in dem zur Bewertung mehrere Prüfungen im Laufe des ersten Studiensemesters herangezogen werden - die Anzahl der Prüfungen ist allerdings je nach Studienrichtung extrem unterschiedlich! Modell 2: Große Prüfungen nach einem Monat "Schnupper-Studium" - die Studiengebühren sollen Durchgefallenen rückerstattet werden. Modell 2 kommt nur bei Pharmazie und Psychologie zur Anwendung, alle anderen Studien verwenden Modell 1.

Die Unfähigkeit der Zuständigen an der Uni Wien auch nur eine ad-hoc-Lösung mit einer halbwegs durchgängigen Linie zustande zu bringen, wird offensichtlich: Vieles in dem veröffentlichten Papier kann kaum durchdacht sein, ist in sich nicht schlüssig und eigentlich fast nicht durchführbar. Das Chaos ist kaum mehr zu überbieten - und zu allem Überfluss wissen weder Institute noch StudentInnen, wann feststeht, ob der Zugang beschränkt werden muss, da in dem Rektorats-Papier keine Stichtage genannt werden. Auch die massive Erschwerung einer Inskription im Sommersemester - bis hin zur Publizistik, bei der dies hinkünftig ganz unmöglich sein wird - ist ein trauriges Zeichen von Inkompetenz und/oder Überforderung. Darüber hinaus werden auf Stipendien angewiesene StudentInnen und sozial und kulturell benachteiligte Studierende generell übermäßig diskriminiert, über soziale Verantwortung hat sich im Rektorat aber wohl noch nie eineR den Kopf zerbrochen.

"Als besonders krasses Beispiel sei genannt, dass nach derzeitigem Stand des Vorschlags des Rektorats ein zweiter Versuch, sich für eine der beschränkten Studienrichtungen zu "bewerben", unmöglich oder zumindest sehr viel komplizierter werden kann, sofern auch nur eine einzige positive Prüfung abgelegt wurde. Im Ranking-System kann mensch nämlich sogar durchfallen, wenn alle Prüfung positiv waren, das Universitätsgesetz erlaubt die Wiederholung positiver Prüfungen allerdings längstens sechs Monate! In Publizistik z.B. werden im Sommersemester die Eingangsprüfungen gar nicht angeboten, im nächsten Wintersemester sind die positiven Noten dann fix und können nicht mehr verbessert werden", empört sich Philine Kowalski vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien. "Für uns bleibt also die Forderung nach einem offenen, freien Hochschulzugang aufrecht. Wir wollen die Rücknahme der Studiengebühren, der Zugangsbeschränkungen für einzelne Studienrichtungen und generell ein weniger diskriminierendes und selektierendes Bildungssystem!"

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