VB Investmentbank AG: Indexschwergewicht OMV zieht ATX nach oben

Neue Rekordstände beim Ölpreis

Wien (OTS) - Getrieben durch hohe Kursanstiege des Ölwertes und Indexschwergewichts OMV markierte der Wiener Börsenindex ATX mit 3271,4 Punkten in der vergangenen Woche zwischenzeitlich einen neuen Rekordstand, berichtet die VB Investmentbank AG (VBIB) in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Dies entsprach dem allgemeinen Trend an den europäischen Aktienmärkten, die unterstützt von mehrheitlich guten Unternehmensergebnissen zulegen konnten. Indizes wie DAX oder EuroStoxx50 erreichten im Verlauf der Woche ihre Höchststände seit Mai bzw. Juni 2002. Das Hauptrisiko für die Märkte bleibt weiter die Entwicklung der Ölpreise. Da sich hier kurzfristig keine Entspannung abzeichnet, hält die VBIB das Aufwärtspotential an den wichtigsten Märkten in der nächsten Woche für begrenzt.

Der Ölpreis jagt von einem Rekordstand zum nächsten: Die Gründe für den jüngsten Anstieg waren vielfältig: die zuletzt gesunkenen US-Benzinlagerbestände; die Pläne des Iran, sein Nuklearprogramm fortzusetzen; Produktionsunterbrechungen wichtiger US-Raffinerien und eine reduzierte Schätzung der Internationalen Energieagentur zum Wachstum der Ölförderung der Nicht-Opec-Staaten für das Jahr 2005. Dieses Umfeld sorgte dafür, dass die wichtigsten Ölsorten Brent und US Light Crude mit USD 65,85 je Fass bzw. USD 66,00 je Fass historische Höchststände erreichten.

Während die Vereinigten Staaten kontinuierlich positive volkswirtschaftliche Signale verzeichnen, bleiben solche in der Eurozone aus: Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich in den USA im Juli um 207.000 (Markterwartung: 180.000). Der Beschäftigungszuwachs im Vormonat wurde vom Arbeitsministerium von ursprünglich 146.000 auf 166.000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb wie im Vormonat bei 5,0 Prozent und damit auf dem niedrigsten Niveau seit September 2001. Der Umsatz der US-Einzelhändler ist im Juli im Monatsvergleich um 1,8 Prozent (Juni:
1,7%) gestiegen. Der Grund für das Wachstum lag wie im Monat davor neuerlich in einem - induziert durch hohe Preisnachlässe - deutlich gestiegenen Autoabsatz. Der Einzelhandelsumsatz ohne Autos erhöhte sich im selben Monat lediglich um 0,3 Prozent (Juni: 0,9%).

Das Wirtschaftswachstum der Eurozone hat sich im zweiten Quartal gemäß einer ersten Schätzung von Eurostat auf 0,3 Prozent (Q1: 0,5%) abgeschwächt. Die deutsche Wirtschaft stagnierte (Q2: 0,0%; Q1:
0,8%). Für Italien (Q2: 0,7%; Q1: -0,5%) und Holland (Q2: 1,2%; Q1:
-0,8% Q/Q) wird wieder ein Wachstum erwartet. Das japanische BIP ist nach vorläufigen Berechnungen des Cabinet Office im zweiten Quartal annualisiert von 1,1 Prozent (Q1: 5,4%) gewachsen.

Die US-Notenbank (Fed) hat den Leitzins in der vergangenen Woche zum zehnten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf zuletzt 3,5 Prozent angehoben und damit erkennen lassen, dass sie ihre moderate Straffung der Geldpolitik fortsetzen will. Laut Fed scheinen die Ausgaben von Unternehmen und Verbrauchern trotz der höheren Energiepreise seit dem Ende des Winters zugelegt zu haben. Auch die Bedingungen am Arbeitsmarkt würden sich weiter schrittweise verbessern. Die langfristigen Inflationserwartungen seien gut eingedämmt. Allerdings bleibe ein gewisser Druck auf die Preisstabilität bestehen. Insgesamt blieben die Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und das Wirtschaftswachstum in etwa ausgeglichen.

Da die Fed erkennbar auf ein moderates Inflationsrisiko setzt, hat sich der US-Dollar auch in der vergangenen Woche gegenüber dem Euro abgeschwächt. Aktuell markiert er gegenüber dem Euro den niedrigsten Stand seit Mai. Zusammen mit der bevorstehenden Veröffentlichung des US-Handelsbilanzdefizits, der das Augenmerk des Marktes mehr in Richtung der strukturellen Probleme der US-Wirtschaft lenken sollte, dürfte der Druck auf den Dollar auch in den nächsten Tagen anhalten.

USD je Euribor USD Libor Dt. Bund
EUR 3m 3m 10y

12.Aug05 1,247 2,13% 3,79% 3,31%
05.Aug05 1,237 2,13% 3,75% 3,34%
+/- -0,84% 0,00%Pkte 0,04%Pkte -0,03%Pkte

US T-Bond Öl (Brent) ATX DAX DJ Ind. 10y USD/Fass

12.Aug05 4,31% 65,8 3245,2 4946,5 10685,9 05.Aug05 4,32% 60,4 3192,8 4852,4 10610,1 +/- -0,01%Pkte 8,90% 1,64% 1,94% 0,71%

Aug. Land Ereignis Zeitraum

12. USA Handelsbilanz Juni
USA Univ. Michigan Vertrauen (vorl.) August
15. USA NY Empire Manufacturing Index August
USA Netto-Kapitalzuflüsse Juni
16. USA Konsumentenpreisindex Juli
USA ohne Nahrungsmittel und Energie Juli
USA Industrieproduktion Juli
USA Kapazitätsauslastung Juli
JPN Frühindikator (Endwert) Juni
JPN Gegenwartsindikator (Endwert) Juni
17. USA Produzentenpreisindex Juli
USA ohne Nahrungsmittel & Energie Juli
18. USA Wö. Erstantr. Arbeitslosenh. 13. Aug
USA Frühindikator Juli
USA Philadelphia Fed Index August
ERZ Konsumentenpreisindex Juli
ERZ Kernrate Juli
ERZ Industrieproduktion Juni
AUT Konsumentenpreisindex Juli

Quelle: Bloomberg, Reuters, statistische Ämter

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