• 08.08.2005, 12:18:22
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VP-Tschirf: Innere Stadt kein Liebkind der Stadt Wien

Weltkulturerbe und Wohnungen in Gefahr

Wien (VP-Klub) - Von der SP-Stadtregierung werden im Alleingang
Flächenumwidmungen vorgenommen, wodurch über 700 Wohnungen durch
mögliche Umwidmungen in Büros verloren gehen und die
Bevölkerungsanzahl der Inneren Stadt reduziert wird. Bauliche
Entscheidungen entgegen des Weltkulturerbe Gedankens werden
getroffen, sodass im ersten Bezirk außer historischen Fassaden nichts
mehr übrigbleiben wird und das Prädikat Weltkulturerbe ihrem Namen
nicht mehr gerecht wird.

LAbg. Matthias Tschirf, Klubobmann der ÖVP Wien: "Die
SP-Stadtregierung, allen voran Stadtrat Faymann, sehen die Zukunft
des ersten Bezirkes anscheinend als Bürobezirk und reine historische
Kulisse ohne historischem Innenleben. Nicht nur, dass die
Wohnzonenauflösung entgegen der Stimmen der ÖVP Wien im Gemeinderat
beschlossen wurde, trat auch eine Novelle der Bauordnung in Kraft.
Wie in vielen Bereichen der Stadt Wien werden in der neuen Bauordnung
sowohl die Bürgerbeteiligung, als auch die Transparenz der
Bauvorhaben und die Dezentralisierung auf ein Minimum reduziert.
Bauverhandlungen finden immer seltener statt, Begehungen vor Ort
werden immer seltener und der Denkmalschutz der Gebäude wird in die
Entscheidungen kaum miteinbezogen."

Auch BR Franz Eduard Kühnel, Bezirksparteiobmann und Vorsitzender des
Bauausschusses Innere Stadt sieht den ersten Bezirk nicht nur als
Wohnraum, sondern auch als historisches Herzstück Wiens gefährdet:
"Die SP-Stadtregierung handelt derzeit nicht im Sinne des
Denkmalschutzes. Der Bauausschuss wird von wichtigen Entscheidungen
ausgeklammert. Um unabhängige Gutachten erstellen zu können, wäre
hier dringend ein eigenes Budget notwendig. Damit die historische
Innenstadt erhalten bleibt, muss sich auch das Bundesdenkmalamt
wieder verstärkt um Schutzzonen und Wohnzonen kümmern und im
Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung sollte unbedingt ein
Kunsthistoriker miteinbezogen werden, der die Bauvorhaben unter dem
kunsthistorischen Aspekt beleuchtet."

"Die MA19 (zuständig für Architektur und Stadtgestaltung) hat sich
als ’zahnloses Instrument’ erwiesen und muss wieder in den
Kompetenzbereich des Kulturressorts zurückkehren, wie dies bis Ende
der 80iger Jahre der Fall war. Die SP-Stadtregierung ist dringend
aufgefordert, im Sinne der BewohnerInner der Inneren Stadt zu agieren
und das Prädikat Weltkulturerbe ernst zu nehmen. Sonst wird von der
historischen Innenstadt nicht mehr als ’geschminkte Gebäudeleichen’
übrigbleiben", so Tschirf abschließend.

Rückfragehinweis:
ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: (++43-1) 4000 / 81 913
Fax: (++43-1) 4000 / 99 819 60
mailto:[email protected]

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