- 08.08.2005, 12:15:57
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Blecha: Arbeitslosigkeit ist klaffende Wunde bei Jung und Alt
Sozialpartner-Seniorenrat wieder nicht zu Gipfel eingeladen
Wien (SK) "Die Rekord-Arbeitslosigkeit unter der Regierung Schüssel
ist eine klaffende Wunde bei den Jungen und den Älteren. Jahrelang
war die Regierung untätig. Jetzt soll ein hastig einberufener
Beschäftigungsgipfel helfen? Der Pensionistenverband Österreichs hat
bereits im Februar 2002 (siehe Presseaussendungen vom 5. und 9
Februar 2002) ein Beschäftigungsprogramm vorgelegt, um die Bekämpfung
der hohen Arbeitslosigkeit in Angriff zu nehmen. Das hat Minister
Bartenstein verabsäumt, es ist wertvolle Zeit und viel Geld verloren
gegangen", erklärte heute der Präsident des Pensionistenverbandes
Österreichs, Karl Blecha, der auch kritisierte, dass der
Österreichische Seniorenrat als Sozialpartner von der Regierung
wieder einmal übergangen wurde. ****
Zur Erinnerung für den "Arbeitslosenminister" die wichtigsten
Forderungen des Pensionistenverbandes, die eine Reduktion der
Arbeitslosigkeit besonders bei älteren Menschen, eine Erhöhung der
Erwerbsquote im Alter und das Heranführen des faktischen an das
gesetzliche Pensionsalter zum Ziel haben:
* Das Beschäftigungsprogramm muss speziell auf junge und ältere
Arbeitnehmer abgestimmt sein.
* Ende des Personal-Kahlschlags und des Aufnahme-Stopps im
Öffentlichen Dienst, bei Lehrern, Post, Bahn, Polizei.
* Endlich dringend notwendige Infrastruktur-Ausbau-Projekte starten.
* Massen-Kaufkraft steigern und damit Konsum erhöhen. Statt
Pensionskürzungen durch Anpassungen unter der Teuerung endlich voller
Teuerungsausgleich bei den Pensionen plus Nachschlag, um Kürzungen zu
kompensieren.
* Zusätzliche Förderungen für Betriebe, die ältere Dienstnehmer und
Lehrlinge bzw. Schulabgänger einstellen.
* Pönalisierung der Unternehmen, die ältere Beschäftigte kündigen.
Unternehmen, die von der Kündigung älterer Arbeitnehmer profitieren,
müssen ebenso wie Unternehmen, die keine ältere Arbeitnehmer
beschäftigen, höhere Beiträge für die Finanzierung der
Arbeitslosigkeit bezahlen.
* Verstärkte Kündigungsschutz-Maßnahmen ("First in - Last Out");
je länger ein Arbeitnehmer im Betrieb beschäftigt ist, desto schwerer
ist er zu kündigen; Verpflichtung des Arbeitgebers, Kündigung zu
begründen, damit Berechtigung der Kündigung überprüft werden kann.
* Zusätzliche Gesundheitsvorsorge-Maßnahmen am Arbeitsplatz.
* Qualifizierungsoffensive für Dienstnehmer über 40 Jahren.
* Altersgerechte Organisation der Arbeit: Rechtzeitige Überprüfung
(spätestens wenn der Arbeitnehmer 45 ist), gemeinsam mit Ärzten und
Arbeitsmarktservice, welche Qualifikationsmaßnahmen und welche
gesundheitlichen Maßnahmen erforderlich sind (Versetzung auf weniger
belastenden Arbeitsplatz, Änderung der Arbeitszeit, usw.), um die
Weiterbeschäftigung zu sichern.
* Verweigert der Arbeitgeber die notwendigen Maßnahmen, kann er die
betreffenden Arbeitnehmer nur mehr mit richterlicher Zustimmung
kündigen.
"Ebenfalls berücksichtigt werden müsse - laut Blecha - auch die
demografische Entwicklung. "Eine älter werdende Gesellschaft ändert
auch den Arbeitsmarkt. Neue Berufe und Dienstleistungen zum Beispiel
im Gesundheits- und Pflegebereich entstehen. Darauf gilt es schon
heute Konzepte zu entwickeln, Forschung und Ausbildung sind darauf
auszurichten", so der Pensionistenverbandspräsident.
Blecha kritisierte, dass die Regierung Schüssel zwar einerseits
"länger arbeiten" propagiere, selbst als Dienstgeber aber massenhaft
Menschen z.B. im Öffentlichen Dienst in die Pension abschiebt.
Dass die gesetzliche Interessensvertretung der älteren Menschen, der
Österreichische Seniorenrat, als Sozialpartner wieder nicht zu dem
Beschäftigungsgipfel eingeladen wurde, zeigt so Blecha, "wie
überfordert diese Regierung mit dem menschlichen Drama
Arbeitslosigkeit ist!" (Schluss) ah/mm
KONTAKT: Pensionistenverband Österreichs: * 01/313 72 DW 30, Andy
Wohlmuth
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