• 07.08.2005, 08:00:00
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"profil": Metallarbeiter-Boss Nürnberger lehnt Kombilöhne vehement ab

Nürnberger bestreitet Beschäftigungseffekte der Subvention von Niedriglohnjobs - fordert Ausbildungsoffensive für Arbeitslose

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" spricht sich Rudolf
Nürnberger, Vorsitzender der Metall- und Textilarbeitergewerkschaft,
scharf gegen den Regierungsvorschlag zur Einführung staatlich
subventionierter Niedriglöhne, so genannter Kombilöhne, aus.
Abgesehen davon, dass dadurch der Wettbewerb zwischen den
Arbeitgebern verzerrt werde, glaubt Nürnberger nicht an die
Beschäftigungswirkung einer solchen Maßnahme: "Wir haben es bei den
Lehrlingen gesehen", so Nürnberger unter Hinweis auf die Einführung
von Einstellprämien für Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden. "Es
führt zu nichts."

Die Einführung von Kombilöhnen würde im Niedriglohnsektor bloß
"mehr Konkurrenz schaffen", so Nürnberger. "Jeder Arbeitslose ist
eine Konkurrenz für den, der arbeitet." Subventionierte Kombilöhne
würden kein österreichisches Unternehmen davon abhalten, ins
kostengünstigere Ausland abzuwandern. Nürnberger im
"profil"-Interview: "Die Zahl der Tausend-Euro-Hilfskräfte etwa in
einem metallverarbeitenden Betrieb schlägt sich in dessen
Gesamtlohnkosten so marginal nieder, dass der Betrieb deswegen nicht
seinen Standort verlagert."
Anstatt der Subvention von Niedriglohnjobs fordert der
Gewerkschaftsvorsitzende verstärkte Investitionen in die bessere
Ausbildung Arbeitsloser: "Zwei Drittel derer, die arbeitslos sind,
haben nicht die Qualifikation, welche die Wirtschaft heute braucht",
so Nürnberger. "Warum durchforstet man diesen Bedarf nicht ganz genau
und gibt das Geld stattdessen dafür aus, dass die Leute exakt das
lernen, was ihnen zu einem vernünftigen Vollzeitjob fehlt?"

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

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