• 02.08.2005, 12:03:43
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Selbstbestimmtes Leben in Wien

Umfassende Unterstützung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Wien (OTS) - Ziel der Wiener Sozialpolitik ist es, Menschen mit
besonderen Bedürfnissen wie zum Beispiel Behinderte oder psychisch
Kranke ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Stadt Wien
hilft den Betroffenen - neben der umfassenden therapeutischen
Versorgung - durch eine Vielzahl an Angeboten in den Bereichen Arbeit
und Wohnen. "Wien lässt niemanden im Stich. Wir geben Menschen, die
es in unserer Gesellschaft besonders schwer haben, die Möglichkeit zu
einer selbstbestimmten Zukunftsgestaltung. Es ist wichtig,
Arbeitsbedingungen zu schaffen, in denen die Menschen ihre
Fähigkeiten und Talente in einem Rahmen der Förderung und
Wertschätzung optimal umsetzen können", so die Wiener Gesundheits-
und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner beim
Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag.

REiNTEGRA - Berufliche Rehabilitation für psychisch kranke
Menschen

Der wichtigste Anbieter von Arbeit und Rehabilitation für
psychisch Kranke ist die Fa. REiNTEGRA, die zu den größten
Einrichtungen dieser Art in Europa zählt. Eigentümer sind der
Psychosoziale Dienst (90%) und die Wiener Wirtschaftskammer (10%).
REiNTEGRA wird vom Fonds Soziales Wien (FSW) finanziert. Insgesamt
stehen REiNTEGRA Finanzmittel in der Höhe von rund 2,5 Mio. Euro zur
Verfügung.

Mehr als 180 psychisch schwer kranke Menschen (überwiegend an
Schizophrenie Erkrankte) finden jährlich bei REiNTEGRA die
Möglichkeit, ihre beruflichen Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu
erhalten. REiNTEGRA besteht seit 1982, im Sommer 2004 wurde ein
Relaunch durchgeführt und ein modernes Betreuungskonzept entwickelt.
Das Konzept wurde eng an die Bedürfnisse der psychisch kranken
MitarbeiterInnen angepasst, die letzten Kennzahlen zeigen, dass die
neuen Rahmenbedingungen erfolgreich sind: Die Anwesenheitstage sind
2003 bis 2005 um 6%, der Prozentsatz an Vermittlungen in den offenen
Arbeitsmarkt ist im selben Zeitraum um 18% gestiegen.

Die Gründe für den Erfolg von REiNTEGRA liegen im flexiblen
Betreuungskonzept und der Errichtung eines Kompetenzzentrums, das
aus RehabilitationstrainerInnen, ArbeitsassistentInnen und
SozialarbeiterInnen besteht. Das Kompetenzzentrum steht auch als
Beratungseinrichtung für Angehörige psychisch Kranker und Dienstgeber
zur Verfügung. Die Erreichbarkeit ist durch die Psychiatrische
Soforthilfe des PSD (31 330) gewährleistet.

Neben Dienstleistungen wie Malerei, Instandhaltung, Catering und
Industriearbeiten (z.B. Verpacken) wurde Anfang Juli ein neues
Projekt ins Leben gerufen, um ein noch vielfältigeres Arbeitsangebot
zu schaffen: die Schmuckmanufaktur. In Zusammenarbeit mit
KunsttherapeutInnen und KünstlerInnen entwerfen und produzieren 20
psychisch kranke MitarbeiterInnen Schmuck und Accessoires.

FSW: Förderung der Selbstbestimmung durch Arbeit und Wohnen

Möglichkeiten zum selbstbestimmten Wohnen sowie Angebote für
Arbeit werden vom Fonds Soziales Wien (FSW) im Auftrag der Stadt Wien
finanziert. Für Menschen mit besonderen Bedürfnissen steht im FSW ein
jährliches Budgetvolumen von 158 Mio. Euro zur Verfügung. Davon
fließen 72 Mio. Euro in Wohnangebote sowie 42 Mio. Euro in
Beschäftigung. Der Rest fließt in andere Serviceleistungen.

Beschäftigungsangebot für Menschen mit Behinderungen

Auch für Menschen mit Behinderungen bietet der FSW ein breites
Beschäftigungsangebot. Im Jahr 2004 wurden mehr als 3.100
Beschäftigungstherapieplätze vom FSW finanziert. Fünf
Trägerorganisationen unterstützen im Auftrag des FSW Menschen mit
Behinderungen bei der Arbeitssuche. Mit erheblichen finanziellen
Mitteln werden Projekte zur Arbeitsintegration wie zum Beispiel von
Jugend am Werk, Caritas oder Wien Work gefördert.

Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen

Unterschiedlichste betreute Wohnangebote werden vom FSW in
Kooperation mit rund 20 Trägerorganisationen für Menschen mit
Behinderungen ermöglicht. Ziel ist es hierbei, die größtmögliche
Selbstständigkeit der BewohnerInnen zu gewährleisten. 2004 wurden vom
FSW 1.300 vollbetreute sowie 841 teilbetreute Wohnplätze für
behinderte Menschen gefördert. Im Jahr 2005 wurden 68 vollbetreute
und 62 teilbetreute Wohnplätze zusätzlich geschaffen.

NuEva - NutzerInnen bewerten Wohnangebote

Weil die BewohnerInnen am besten wissen, was sie wollen und
brauchen, startete der FSW 2004 das Projekt NuEva: Menschen mit
Lernschwierigkeiten und Behinderungen messen und beschreiben selbst
die Qualität von Wohnangeboten. Sie legen fest, welche Kriterien aus
ihrer Perspektive wesentlich für Wohn- und Betreuungsqualität sind,
sie führen Interviews mit den BewohnerInnen der evaluierten Angebote
durch und sie checken die Rollstuhltauglichkeit von Wohnangeboten.
Das Projekt NuEva wird mit 288.000 Euro pro Jahr gefördert. Bisher
wurden bereits mehr als 50 % der Wohnangebote in Wien evaluiert. Mit
Frühjahr 2006 soll das Ergebnis von rund 95 % der evaluierten
Wohnplätze für Behinderte in Wien vorliegen.

Neu: Selbstbestimmungszentrum Breitegasse

Um Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen in ihrer
Selbstbestimmung zu fördern und professionell zu unterstützen, wird
es in der Breitegasse 11 im 7. Bezirk ab Mitte 2006 ein
Selbstvertretungszentrum geben. In diesem Zentrum werden
Fortbildungen, Vorträge, Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch,
Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, Kunstpräsentationen, Feste
u.v.m. stattfinden.
Das Zentrum wird von Menschen mit Lernbehinderung und ihren
professionellen UnterstützerInnen geführt.

Neu: SUS - Selbsthilfeunterstützungsstelle

SUS Wien ist die neue Selbsthilfe-Kontaktstelle des Fonds
Soziales Wien. Zentraler Bestandteil der Leistungen sind Information,
Beratung und Unterstützung aller Wiener medizinischen
Selbsthilfegruppen (ca. 200) und jener Personen, welche an
Selbsthilfegruppen bzw. an der Gründung einer Selbsthilfegruppe
interessiert sind. Neben den Angeboten von SUS Wien erhalten
medizinische Selbsthilfegruppen seitens des FSW auch finanzielle
Förderungen. Die zur Verfügung stehende jährliche Gesamtfördersumme
beträgt 2005 rund 158.000 Euro. Im Jahr 2004 wurden 74
Selbsthilfegruppen vom FSW gefördert.

o SUS-Wien:
Tel.: 4000/666 11
mailto:selbsthilfe@fsw.at
http://www.sus-wien.at/
o Öffnungszeiten:
Dienstag und Donnerstag: 10 bis 13 Uhr
Mittwoch: 17 bis 19 Uhr
o Telefonische Erreichbarkeit:
Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr
Mittwoch: 10 bis 19 Uhr

(Schluss) hir

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag. Stefan Hirsch 
   Tel.: 4000/81231 
   Handy: 0664/431 10 13 
   mailto:hir@ggs.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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