- 21.07.2005, 11:53:36
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Preise runter: Pharma-Affäre bekräftigt jahrelange OÖGKK-Forderungen
Linz (OTS) - Die Affäre rund um Gratis-Medikamente für Ärzte mit
Hausapotheken lässt für die OÖ Gebietskrankenkasse zwei Schlüsse zu:
Einerseits gibt es bei den Medikamentenpreisen ausreichend Spielraum
für Preisreduktionen. Andererseits braucht der Graubereich von
Rabatten und Geschenken am Pharma-Markt dringend mehr Transparenz.
Beides fordert die OÖGKK übrigens seit Jahren.
Zuletzt hat die OÖ Gebietskrankenkasse im Sommer 2003 eine
maßvolle Senkung der Preise und Handelsspannen bei Medikamenten um
rund zehn Prozent gefordert und dies mit einer Studie des
niederländischen Gesundheitsministeriums untermauert. Die besagte
nämlich, dass die Pharma-Branche zwischen 25 und 30 Prozent ihres
Budgets für Werbung, PR und Marketing aufwendet - und nur 15 Prozent
für Forschung.
"No more free lunches"
Ebenfalls bereits im Jahr 2003 forderte die OÖGKK in einer
Aussendung schärfere gesetzliche Regelungen für Geschenkannahmen im
Gesundheitswesen sowie eine Offenlegungspflicht für alle
Marketingausgaben der Pharma-Wirtschaft zu Gunsten von
Vertragspartnern der Krankenkassen. Hintergrund war eine im British
Medical Journal (BMJ) unter dem Titel "No more free lunches"
veröffentlichte Studie, die die Wege skizziert, auf denen die
Pharma-Industrie bei Ärzten mit Geschenken Einfluss zu nehmen
versucht: Vom Kugelschreiber und Schreibblock über das festliche
Bankett bis zum mehrtägigen Kongressaufenthalt im Luxushotel. Wie
intensiv die "Beratung" der Ärzte durch die Pharma-Wirtschaft ist,
zeigt der renommierte deutsche Gesundheitsökonom Gerd Glaeske in
einer aktuellen Untersuchung, die im vergangenen Juni veröffentlicht
wurde: In Deutschland gebe es pro Jahr insgesamt 25 Millionen Besuche
von Pharmareferenten bei Ärzten. Manche Mediziner kommen dabei auf
Spitzenwerte von bis zu sieben(!) Besuchen von Pharma-Vertretern pro
Tag.
Die nun ausgebrochene Diskussion um die "Natural-Rabatte" bei
Medikamenten zeigt, dass die Forderungen der OÖGKK nichts an
Aktualität verloren haben. Die OÖGKK hat im abgelaufenen Jahr rund
264 Millionen Euro für 11,3 Millionen Medikamenten-Packungen
ausgegeben. Eine offensichtlich mögliche und gerechtfertigte
Preisreduktion um beispielsweise maßvolle zehn Prozent würde über
Jahre hinweg den finanziellen Spielraum der OÖ Gebietskrankenkasse
erweitern und Möglichkeiten für innovative Gesundheitsprojekte
schaffen.
Rückfragehinweis:
OÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Heinz Macher
Tel.:(0732) 7807 - 2613
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