Preise runter: Pharma-Affäre bekräftigt jahrelange OÖGKK-Forderungen

Linz (OTS) - Die Affäre rund um Gratis-Medikamente für Ärzte mit Hausapotheken lässt für die OÖ Gebietskrankenkasse zwei Schlüsse zu:
Einerseits gibt es bei den Medikamentenpreisen ausreichend Spielraum für Preisreduktionen. Andererseits braucht der Graubereich von Rabatten und Geschenken am Pharma-Markt dringend mehr Transparenz. Beides fordert die OÖGKK übrigens seit Jahren.

Zuletzt hat die OÖ Gebietskrankenkasse im Sommer 2003 eine maßvolle Senkung der Preise und Handelsspannen bei Medikamenten um rund zehn Prozent gefordert und dies mit einer Studie des niederländischen Gesundheitsministeriums untermauert. Die besagte nämlich, dass die Pharma-Branche zwischen 25 und 30 Prozent ihres Budgets für Werbung, PR und Marketing aufwendet - und nur 15 Prozent für Forschung.
"No more free lunches"

Ebenfalls bereits im Jahr 2003 forderte die OÖGKK in einer Aussendung schärfere gesetzliche Regelungen für Geschenkannahmen im Gesundheitswesen sowie eine Offenlegungspflicht für alle Marketingausgaben der Pharma-Wirtschaft zu Gunsten von Vertragspartnern der Krankenkassen. Hintergrund war eine im British Medical Journal (BMJ) unter dem Titel "No more free lunches" veröffentlichte Studie, die die Wege skizziert, auf denen die Pharma-Industrie bei Ärzten mit Geschenken Einfluss zu nehmen versucht: Vom Kugelschreiber und Schreibblock über das festliche Bankett bis zum mehrtägigen Kongressaufenthalt im Luxushotel. Wie intensiv die "Beratung" der Ärzte durch die Pharma-Wirtschaft ist, zeigt der renommierte deutsche Gesundheitsökonom Gerd Glaeske in einer aktuellen Untersuchung, die im vergangenen Juni veröffentlicht wurde: In Deutschland gebe es pro Jahr insgesamt 25 Millionen Besuche von Pharmareferenten bei Ärzten. Manche Mediziner kommen dabei auf Spitzenwerte von bis zu sieben(!) Besuchen von Pharma-Vertretern pro Tag.

Die nun ausgebrochene Diskussion um die "Natural-Rabatte" bei Medikamenten zeigt, dass die Forderungen der OÖGKK nichts an Aktualität verloren haben. Die OÖGKK hat im abgelaufenen Jahr rund 264 Millionen Euro für 11,3 Millionen Medikamenten-Packungen ausgegeben. Eine offensichtlich mögliche und gerechtfertigte Preisreduktion um beispielsweise maßvolle zehn Prozent würde über Jahre hinweg den finanziellen Spielraum der OÖ Gebietskrankenkasse erweitern und Möglichkeiten für innovative Gesundheitsprojekte schaffen.

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