- 15.07.2005, 11:24:04
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Industriekonjunktur: Moderates Wachstum nach Atempause
IV-Konjunkturumfrage: Derzeitige Geschäftslage nach Zwischentief wieder erholt - Konjunkturbarometer der IV steigt von 19 auf 23 Punkte
Wien (OTS) - (PdI) Ein sich deutlich belebender Geschäftsgang
kennzeichnet die jüngste Konjunkturumfrage der
Industriellenvereinigung, an der sich 448 Unternehmen mit 233.857
Beschäftigten beteiligt haben. Das konjunkturelle Zwischentief des
ersten Quartals wurde damit erwartungsgemäß rasch überwunden,
allerdings gestattet der sich weiter verschärfende Preisdruck auf den
Absatzmärkten lediglich verhaltenen Optimismus für die Geschäftslage
in sechs Monaten.
Das Konjunkturbarometer der IV, welches als Mittelwert aus den
Beurteilungen der gegenwärtigen Geschäftslage und der für den
Jahresultimo 2005 erwarteten Geschäftslage berechnet wird, hat
dementsprechend per saldo von 19 auf 23 Punkte zugelegt.
IV-Generalsekretär Mag. Markus Beyrer: "Der moderate Anstieg des
IV-Konjunkturbarometers im zweiten Quartal bestärkt uns in der
Erwartung, dass die österreichische Wirtschaft im Jahre 2005 nach
einer Atempause im ersten Quartal des heurigen Jahres in einer
Größenordnung von rund 2% wachsen wird. Angesichts einer stabilen
Kapazitätsauslastung ist es denn auch weniger der operative
Geschäftsgang bei unseren Mitgliedsunternehmen, der Anlass zur Sorge
bereitet. Vielmehr gilt dies für die konjunkturell kontraproduktiven
Themenspenden auf politischer Ebene - angefangen bei kreativen
Steuerfindungen auf verschiedenen gebietskörperschaftlichen Ebenen
bis zur gegenstandslosen Debatte um allfällige Ausstiege aus der
gemeinsamen europäischen Währung. Bei den ökonomischen
Rahmenbedingungen drohen derzeit hingegen im Wesentlichen lediglich
bei einem weiteren deutlichen Anstieg des Rohölpreises oder des Euro
negative konjunkturelle Auswirkungen."
Die Ergebnisse der IV-Konjunkturumfrage im Detail
Für die (beschäftigungsgewichtete) Mehrheit der befragten Unternehmen
stellt sich die gegenwärtige Geschäftslage im zweiten Quartal des
heurigen Jahres wieder günstiger als zuvor dar - der Saldo aus den
Prozentanteilen positiver und negativer Beurteilungen steigt kräftig
von 25 auf 38 Punkte.
Bei einem zeitlichen Horizont von sechs Monaten überwiegt auch
weiterhin die Erwartung einer moderat günstigeren Geschäftslage,
wenngleich die relative Mehrheit der Unternehmen mit optimistischen
Geschäftserwartungen weiter schrumpft: der Saldo beläuft sich auf nur
noch 9 nach zuvor 13 Punkten.
"Erfreulicherweise haben sich die Gesamtauftragsbestände auf einem
Niveau stabilisiert, welches in saisonbereinigter Betrachtung eine
deutlich zunehmende Produktionstätigkeit und damit auch eine höhere
Kapazitätsauslastung im laufenden dritten Quartal erwarten lässt", so
Dr. Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung.
"Insbesondere die Auslandsaufträge erfuhren aus der Korrektur der
drastischen Aufwertung des Euro gegenüber dem US Dollar um gut 10
Prozent im Vergleich zum Jahresultimowert 2004 wesentliche
Unterstützung. Dementsprechend ist das Risiko eines forcierten
Personalabbaus im heurigen Jahr aufgrund der stabilen Auftragslage
gebannt, doch reicht die Wachstumsdynamik nicht für eine Ausweitung
des Beschäftigtenstandes aus."
Während die sich gegen Ende des Vorjahres bereits abzeichnende
Konjunkturschwäche im Vorjahresvergleich der Beschäftigtenstände noch
nachwirkt (Saldo: -6 Punkte), hält sich der
(beschäftigungsgewichtete) Anteil der Unternehmen, die in den
nächsten Monaten einen steigenden Beschäftigtenstand (13%) erwarten,
mit dem Anteil der Unternehmen mit negativem Beschäftigungsausblick
(13%) bereits seit zwei Quartalen exakt die Waage.
Hinsichtlich der gegenwärtigen Ertragssituation berichten die
befragten Unternehmen eine günstigere Lage als im Vorquartal.
Insbesondere hat der Anteil der Unternehmen, die ihre Ertragslage als
schlecht bewerten, deutlich von 20% auf 13% abgenommen, während der
Anteil der Unternehmen mit guter Ertragslage bei 28% nahezu
stagnierte. Allerdings lässt die - trotz Aufwertung des US Dollar -
zunehmend ungünstige Preisentwicklung auf den Absatzmärkten
bestenfalls marginale Ertragsverbesserungen in der zweiten
Jahreshälfte zu.
Einzelne beispielhafte Branchenergebnisse
Die IV wertet im Rahmen ihrer Konjunkturumfrage die Antworten über
die Beurteilung des Auftragsbestandes auch nach der jeweiligen
Fachverbandszugehörigkeit aus. Infolge der Zusammenlegung der
Fachverbände "Maschinen und Stahlbau" sowie "Metallwaren" zum
Fachverband "Maschinen und Metallwaren" sinkt die Zahl der
betrachteten Branchen von bisher 16 auf nunmehr 15.
Für eine weiterhin stabile Konjunkturlage spricht die Beobachtung,
dass mit der Papierindustrie (-26) und der Textilindustrie lediglich
zwei Branchen einen negativen Saldo von positiven und negativen
Einschätzungen aufweisen. Der Durchschnitt über alle Branchen liegt
bei +37 und damit marginal um einen Punkt über dem Ergebnis der
Frühjahrsumfrage.
Die höchsten positiven Überhänge verzeichnen die Branchen Bau
(79), Bergwerke und Eisenerzeugung (64, bei allerdings markant
fallender Tendenz), Gießerei (61, größte positive Veränderung),
Nicht-Eisen-Metallindustrie (zuvor Metallindustrie, 60) und Fahrzeuge
(55).
Bei den unterdurchschnittlich abschneidenden Branchen sind zum
Teil drastische Negativrevisionen zu beobachten. Hierzu zählen Textil
(minus 7 Punkte auf -1), Nahrungs- und Genussmittel (Einbruch von 26
auf 11) und Stein und Keramik (minus 25 auf 17). Noch im Mittelfeld,
wie die Textilindustrie allerdings deutlich verschlechtert, liegt die
Lederverarbeitung mit einem Saldo von 12 nach zuvor 36 Punkten.
Expertenbefragung der IV: Politische Situation günstiger,
Konjunkturlage ungünstiger eingeschätzt
Der Kurs der Österreich-Aktie liegt bei einem aktuellen Wert von 72
Euro auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2004.
Die Kursentwicklung der Österreich-Aktie basiert auf einer
Befragung von 13 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und
Wissenschaft, welche die konjunkturelle Entwicklung, wichtige
Standortfaktoren und die politische Situation in den Kategorien mit
"unverändert, besser/schlechter bzw. deutlich besser/deutlich
schlechter" bewerten.
Die Ergebnisse für die einzelnen Kategorien stellen sich
uneinheitlich dar. Während die Einschätzungen im Vergleich zur
letzten Befragung vor 3 Monaten in den Kategorien "Konjunkturlage"
kräftig ungünstiger liegen, fällt die Bewertung in der Kategorie
"Politische Situation" substanziell günstiger aus. "Allerdings reicht
diese Verbesserung nicht ganz aus, um den Wertverlust aus der
konjunkturellen Komponente vollumfänglich zu kompensieren.",
erläutert IV-Generalsekretär Markus Beyrer.
Innerhalb der Kategorie "Standortbedingungen" bewerten die
Panelisten die Bereiche F&E-Politik und Kapitalmarktpolitik derzeit
ausgesprochen positiv. Negativ hingegen werden die zu geringen
Fortschritte bei der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und bei der
Entbürokratisierung sowie nach wie vor überbordende sonstige
Kostenbelastungen für die Unternehmen gesehen.
Rückfragehinweis:
IV-Newsroom Tel.: (++43-1) 711 35-2306 Fax: (++43-1) 711 35-2313 mailto:[email protected] http://www.iv-net.at/medien
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