- 13.07.2005, 17:49:29
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Wiener Zeitung: Andreas Unterbergers Kommentar
Wien (OTS) - "Was ist das nur für eine Regierung, die all diese
Menschen hereinlässt." Wer auf der - an sich immer um politische
Korrektheit bemühten - BBC die bitteren Kommentare der Briten im
O-Ton gehört hat, der weiß: Das Londoner Blutbad ist das endgültige
Ende multikultureller Illusionen. Denn es ist nun klar, dass es nicht
die Tat ausländischer Terroristen, sondern von in Großbritannien
geborenen Menschen pakistanischer Herkunft gewesen ist.
Es ist auch das endgültige Ende der billigen Rhetorik nach fast
jedem Anschlag: Eigentlich sei ja der Westen selbst schuld, weil er
die hungernden Massen der Dritten Welt in Armut und Unbildung halte.
Diese These war schon beim reichen Unternehmersohn Bin Laden absurd.
Dennoch muss man sich hüten, alle Moslems als Terroristen
anzusehen. Aber man darf nicht ignorieren, dass alle islamischen
Terroristen die Bereitschaft zum Selbstmord aus ihrer Religion
schöpfen. Und auch die gemäßigten Moslems müssen sich der Frage
stellen: Können jene Massenmörder nicht bloß deshalb in so breiter
Dimension agieren, weil sie immer wieder in einem klammheimlich
sympathisierenden Umfeld untertauchen können? So wie nach 1968 die
Baader-Meinhof-Terroristen in weiten Kreisen der deutschen Linken, so
wie die IRA-Terroristen in weiten Kreisen der nordirischen
Katholiken, so wie die palästinensischen Terroristen unter ihren
Landsleuten oder die irakischen unter den Sunniten.
Terror zwingt zu klaren Antworten. Wer lauwarm reagieren will,
wird zum Mittäter.
*
Das BZÖ will zwei Steuersätze: 25 und 50 Prozent. Tolle Leistung:
Mit den (von allen Parteien verteidigten) 50 Prozent sind wir bald
Europarekordler. Noch kühner ist es, gleichzeitig zu behaupten, für
die Flat tax zu sein.
*
Hut ab vor dem rumänischen Premier: Er tritt nach sechs Monaten
zurück und lässt neu wählen, weil die
sozialdemokratisch/kommunistischen Seilschaften wirkliche
Justizreformen verhindern. Die prinzipielle Käuflichkeit rumänischer
Richter nach der Devise "Da Tausend Euro, dort das Urteil" ist in der
Tat ein zentrales Problem. Für Rumänien - und in Kürze auch für die
EU.
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