- 13.07.2005, 10:20:46
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Verbund zu Greenpeace-Forderung: Voitsberg-Umbau technisch, wirtschaftlich und ökologisch nicht vertretbar
Verbund-Chef Haider: "Wir stehen zu möglicher Beteiligung an Fernwärmeprojekt in Voitsberg."
Wien (OTS) - Die für das Jahr 2006 anstehende Schließung des
Braunkohlekraftwerkes Voitsberg ist aufgrund der Beendigung des
angrenzenden Kohlebergbaues aus wirtschaftlichen Gründen
unausweichlich. Auch der von verschiedenen Seiten geforderte Umbau in
ein Biomasse-Kraftwerk kommt nach genauer Prüfung der technischen,
ökonomischen und ökologischen Fakten nicht in Betracht, stellt der
Verbund, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, einmal mehr
unmißverständlich klar.
"Sollte sich ein konkretes Fernwärme-Kraftwerksprojekt einer
Investorengruppe als wirtschaftlich erweisen, ist aber eine
Mitwirkung des Verbund in Form einer Beteiligung durchaus möglich,
was wir ja bereits vor Monaten mit der steirischen Wirtschaftskammer
und Arbeiterkammer vereinbart haben", erklärt dazu Dipl.-Ing. Hans
Haider, Generaldirektor des Verbund.
Die Forderungen von Greenpeace, das 330-Megawatt-Kraftwerk
Voitsberg zu einer 70-MW-Biomasse-Anlage umzubauen, geht - so der
Verbund - technisch an der Realität total vorbei und ist auch
ökologisch äußerst fragwürdig. Laut Untersuchungen des Verbund wäre
lediglich ein Umbau auf Steinkohle wirtschaftlich darstellbar
gewesen, wurde aber nicht zuletzt aus ökologischen Gründen
(Stichwort: CO2-Emissionen) verworfen.
Ebenso fragwürdig ist die Greenpeace-Forderung, jährlich
eineinhalb Millionen Schüttraummeter Biomasse aus dem Umland zu
gewinnen, da dieser Brennstoff mit mehr als 20.000 Lkw-Zügen, das
sind 54 Fuhren täglich, zum Kraftwerk geschafft werden müßte.
Die Verbund-Berechnungen haben ergeben, daß für die
Wärmeversorgung des Großraumes Voitsberg eine Biomasse-Anlage mit
rund 15 Megawatt elektrische Leistung ausreichend ist, und nicht -
wie Greenpeace fordert - eine 70-MW-Anlage.
Eine Entscheidung über Nachfolgeprojekte ist abhängig von der
Steirischen Gas-Wärme GmbH (STGW), welche die Region mit Fernwärme
versorgt.
Zur Sicherung der steirischen Stromversorgung forciert der Verbund
das Projekt eines Gas-Kombi-Kraftwerks in Mellach südlich von Graz,
welches bei 800 MW elektrischer und 250 MW thermischer Leistung in
etwa gleich viel CO2-Emissionen verursacht, obwohl es rund drei Mal
so viel Strom erzeugt wie das Braunkohlekraftwerk Voitsberg.
"Zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung des
Wirtschaftsstandortes Steiermark will der Verbund in den kommenden
Jahren in den Ausbau von Kraftwerken und Netzen insgesamt rund
beinahe 600 Mio. Euro investieren. Das macht deutlich mehr Sinn als
das Geld für Projekte zu verschwenden, die weder wirtschaftlich noch
ökologisch vertretbar sind", meint dazu Haider abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Gerald Schulze
Verbund/Holding Kommunikation
Tel.: (++43-1) 531 13/53 702
Fax: (++43-1) 531 13/53 848
mailto:[email protected]
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