G8 Ergebnis: Ein Schritt vorwärts, aber viele Schritte zuwenig

Wien (OTS) - Bischof Ludwig Schwarz begrüßt die Ergebnisse der G8 zur Armutsbekämpfung als einen Schritt vorwärts, insgesamt wurde jedoch eine zu geringe Erhöhung der Entwicklungshilfe und eine Entschuldung von nur 18 Ländern beschlossen, wirksame Instrumente zur Armutsreduzierung und menschlichen Entwicklung fehlen weiterhin.

Die Chancen zu einer umfassenden Hilfe für die armen Länder wurden nicht ausreichend genutzt. Der Schuldenerlass geht an der Not vorbei, die in vielen Ländern herrscht, die nicht berücksichtigt wurden. "Der Vorschlag, 18 vorwiegend afrikanischen Ländern ihre Schulden bei Weltbank und Währungsfonds zu erlassen ist ein wichtiger Schritt, aber zu wenig.", meint Bischof Schwarz. So haben etwa die Geberländer dem Irak dieses Jahr mehr Schulden erlassen, als ganz Afrika in den letzten zehn Jahren.

Die von G8 beschlossenen 50 Milliarden Dollar jährlich 2010 auszugeben bedeuten in der Realität, dass in 2006 nur etwa 14 Milliarden zusätzlich aufgebracht werden, weit weniger als Kirchen und NGOs weltweit gefordert hatten. Die von G8 in Aussicht gestellten 50 Milliarden in 2010 sind bescheidene 0,36 % des BIP, weit entfernt von den seit über 3o Jahren versprochenen 0,7%. Weiters haben die USA, Kanada und Japan es verabsäumt einen Stufenplan zum 0,7% Ziel zu beschließen. Um die Millenniumsziele tatsächlich zu erreichen bräuchte es ab 2006 zusätzlich jährlich ca. 50 Milliarden Dollar.

Weitgehend blockiert bleibt das Thema Welthandel. Die über jahrzehnte verfolgte Agrarpolitik der EU und der USA sowie einiger Schwellenländer schaffen auf den internationalen Märkten negative Auswirkungen: Mit Ausgleichzahlungen und Exporterstattungen drücken sie nicht nur die Weltmarktpreise, sondern überschwemmen auch die Märkte in den Entwicklungsländern und nehmen dort den Anreiz zur eigenen Nahrungsmittelerzeugung.

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