Ein Leben in der APA - Chefredakteur Mayr geht in Pension

Nach 37 Jahren Tätigkeit für die Nachrichtenagentur - APA muss "Bollwerk der Unabhängigkeit und Qualität bleiben"

Wien (OTS) - Eine Institution im österreichischen Journalismus nimmt Abschied: Wolfgang Mayr, Chefredakteur der APA - Austria Presse Agentur, geht mit Ende Juli in Pension. 37 Jahre hat der 61-jährige Mayr für die österreichische Nachrichtenagentur gearbeitet. In der Funktion als Chefredakteur folgt ihm nun Michael Lang nach. Dienstagabend fanden sich zahlreiche Freunde, Kollegen und Wegbegleiter zur Abschiedsfeier in Wien ein.

"Wir sind gemeinsam und erfolgreich einen langen Weg gegangen", blickte Mayr dabei zurück. Zur Zukunft der APA betonte er, sie müsse ein "Bollwerk der Unabhängigkeit und Qualität bleiben": "Die Stellung als Qualitätsmedium ist zu halten und abzusichern." Die Devise "Jeden Tag einen guten Dienst" gab Mayr auch Dienstagabend aus. Er selbst sehe seine Tätigkeit "wie ein Regisseur, eher Backstage - gespielt haben die anderen". Der Mannschaft wünschte er weiter "Freude im Job" und "Gelassenheit, Demut und die Stärke, dass ihr euch auch über euch selber lustig machen könnt". Unabhängigkeit und Qualität müssten verteidigt und im Alltag gelebt werden. "Möge es der APA und uns allen nie schlechter gehen."

"Sein gesamtes berufliches Leben war die APA", sagte APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil. Mayr sei stets "außerordentlich penibel und außerordentlich professionell in seiner Arbeit" gewesen. Als Chefredakteur habe er entscheidend dazu beigetragen, die APA als das Medium zu positionieren, das sie heute ist. "Danke für die lange gemeinsame Arbeit für dieses Unternehmen", so Vyslozil.

Mayrs Nachfolger Lang richtete auch ausdrücklichen Dank an Mayrs Ehefrau Renate: "Danke, dass du uns den Wolfgang so lange geborgt hast." Mayr habe die Transformation der APA vom Verlautbarungsorgan zum Qualitätsmedium entscheidend mitgeprägt und sich in seiner Arbeit für die Nachrichtenagentur "nie geschont". Er sei zugleich "dichtes redaktionelles Schutzschild" für die Redaktion und "fast gnadenloser Dienstleister" für Kunden und Genossenschafter gewesen. "Die Redaktion verliert in dir ein Vorbild, wir in der Chefredaktion ein bisschen so etwas wie einen Vater und ich einen Freund", schloss Lang: "Wolfgang, wir wünschen dir alles Gute."

Wolfgang Mayr wurde am 11. Juni 1944 in Schärding geboren und stammt aus einer Innviertler Lehrer- und Kaufmann-Familie. Nach der Volksschule besuchte er das humanistische Gymnasium des Stiftes Kremsmünster, wo er 1962 die Matura mit ausgezeichnetem Erfolg ablegte. Nach dem Gymnasium zog es ihn nach Wien, er studierte bis 1968 verschiedene Fächer an der Hochschule für Welthandel und an der Universität Wien, an der er Geschichte und Zeitungswissenschaft belegte.

1968 trat Mayr in die Auslandsredaktion der APA ein, wurde dort 1981 stellvertretender Ressortchef und 1988 Ressortleiter. Zwischen 1971 und 1980 war er auch Betriebsratsobmann. 1988 übernahm Mayr in Rotation mit zwei Kollegen die Rolle des Chefs von Dienst, eine Funktion, die ihm 1991 definitiv übertragen wurde. Weitere zwei Jahre später wurde er zum Stellvertretenden Chefredakteur bestellt und 1997 zum Chefredakteur. Mayr war der fünfte Chefredakteur seit der Gründung der APA im Jahr 1946 und der erste Leiter der Redaktion aus dem Haus.

Unter Mayrs Leitung hat sich die APA zu einem wichtigen Leitmedium des Landes entwickelt. Die Berichterstattung wurde nochmals verbreitert, Kundenorientierung und Kundenservice sowie Qualitätskontrolle weiter ausgebaut. Mayr hat über die Jahre bei verschiedenen Innovationsprojekten an verantwortlicher Stelle mitgearbeitet. So legte er 1985/86 den Grundstein zum redaktionellen Aufbau der Bildredaktion, und er war Anfang der neunziger Jahre maßgeblich am Aufbau der Grafikredaktion beteiligt. Darüber hinaus wurden Ausbildungsinitiativen forciert.

Generell hat sich Mayr stets für den Qualitätsjournalismus in der österreichischen Medienlandschaft eingesetzt. So ist er Gründungs-und Vorstandsmitglied der "Initiative Qualität im Journalismus" (IQ). Abseits der Medien beschäftigt er sich vor allem mit antiquarischen Büchern sowie mit dem königlichen Kartenspiel Tarock. Gemeinsam mit Robert Sedlaczek hat der "bekennende Oberösterreicher" und "bekennende Biertrinker" das Standardwerk "Das große Tarock-Buch" geschrieben.

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