Zernatto zum Schweizer Stromausfall: Blackout Saison eröffnet!

Forum Versorgungssicherheit warnt vor Sorglosigkeit

Wien (OTS) - "Dass der größte Blackout in der Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen seinen Ausgang ebenso im Tessin genommen hat, wie der Totalausfall des italienischen Stomnetzes am 28. September 2003, mag Zufall sein. Dass auch der junge Sommer 2005 bereits mit einem Stromausfall dieser Dimension aufwartet, schon weniger. Die Blackout Saison dürfte damit eröffnet sein", kommentiert Christof Zernatto - Sprecher des Forum Versorgungssicherheit die Ereignisse des gestrigen Abends.

Hunderttausende Menschen saßen gestern ab 17.45 Uhr wegen des größten Stromausfalls in der Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der abendlichen Stoßzeit in völlig überhitzten Zügen (Temperaturen von über 30 Grad) fest. Die Ursache des Blackouts ist noch immer nicht bekannt. Nach über zweistündigem Stillstand fuhren die ersten Züge um 20.00 Uhr wieder an. Laut SBB begann die Störung am späten Nachmittag im Tessin, und zwar im gesamten Hochspannungsnetz.

Schadenfreude oder Selbstzufriedenheit unangebracht
"Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Schon die ersten Meldungen ließen eine gewisse Häme zwischen den Zeilen erkennen", so Christof Zernatto weiter. Das sei zwar zutiefst menschlich aber ebenso unangebracht, wie die Einschätzung, uns könne so etwas nicht passieren. "Seit Jahren befindet sich die Energiewirtschaft in Folge schwer berechenbarer Rahmenbedingungen in einer Situation latenter Unsicherheit, was insbesondere Investitionen in die Sicherheit der Stromversorgung erschwert", warnt Zernatto. Die Liberalisierung habe bereits positive Wirkungen entfaltet. Man müssen nur aufpassen, "das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten". Energiewirtschaft und -politik sind aufgefordert, dem Thema Versorgungssicherheit als wesentlichem Infrastrukturmerkmal des Standorts Österreich höchste Priorität einzuräumen. "Das gilt auch für den Regulator, der bei seinen Entscheidungen nicht nur den freien Wettbewerb und möglichst niedrige Strompreise für Wirtschaft und Konsumenten, sondern auch die Qualität der Stromversorgung im Auge behalten sollte", mahnt Christof Zernatto abschließend.

Das Forum Versorgungssicherheit ist ein gemeinnütziger Verein. Es setzt sich für die langfristige Sicherung und Erhaltung der hohen Qualitätsstandards der österreichischen Energie- und Wasserversorgung ein. Es wird bereits von über 180 bedeutenden Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport getragen.

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