ÖAMTC: Grüne Karte und A-Pickerl sind wichtige Reisebegleiter (+Audio, +Video)

Nachweis einer gültigen Haftpflichtversicherung muss jederzeit möglich sein

Wien (OTS) - Die Länderbestimmungen zum Mitnehmen von Versicherungskarten sind sehr unterschiedlich. "Bei Auslandsreisen sollte man sicherheitshalber auch dann die Grüne Karte mitführen, wenn das nicht vorgeschrieben ist", empfiehlt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Die 30 Rechtsberater des Clubs werden immer wieder mit Fällen von Mitgliedern konfrontiert, die die jeweiligen Landes-"Gepflogenheiten" teuer zu spüren bekommen. So wurde kürzlich einem österreichischen Autofahrer nach einem Blechschaden in Italien der Führerschein abgenommen, weil er keine Grüne Karte vorweisen konnte. "Ein glatter Rechtsbruch", stellt Hoffer klar. "In Italien muss das Kennzeichen als Versicherungsnachweis anerkannt werden." Um solche unliebsamen Überraschungen zu vermeiden, hat der Club-Experte die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

Innerhalb der EU sollte das Kfz-Kennzeichen als Nachweis eines bestehenden Haftpflichtversicherungsschutzes eigentlich ausreichen. In vielen Ländern schaut die Praxis anders aus. "Auch wenn die Karte nicht vorgeschrieben ist, wird sie trotzdem verlangt", warnt Hoffer vor unerwarteten Kontrollen. Reisende sollten die Grüne Karte vor allem nach Italien mitnehmen. Vorgeschrieben ist die Mitnahme laut österreichischem Versicherungsverband in Albanien, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Mazedonien, Moldawien, Serbien und Montenegro, Rumänien, Ukraine und Weißrussland. Seit dem EU-Beitritt ist die verpflichtende Mitnahme in die baltischen Länder Estland, Lettland, Litauen, Malta sowie auch nach Polen gefallen.

Für die Türkei, Tunesien, Iran, Israel und Marokko muss eine eigene Grüne Karte von der Versicherung ausgestellt werden. Bei dieser Grünen Karte wird das jeweilige Länderkennzeichen gesondert eingetragen. Bei der Türkei ist darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz für die gesamte Türkei gilt. Für die Zeit der Reise wird in diesen fünf Ländern die Versicherungsprämie erhöht. Wird die Karte vergessen oder ist das Länderkürzel nicht richtig angeführt, muss man bei Einreise in das jeweilige Zielland eine Grenzversicherung abschließen.

Hilfe bei Unfällen - Grüne Karte, Europäischer Unfallbericht und Kaskoversicherung

Die Grüne Karte ist bei der eigenen Haftpflichtversicherung kostenlos erhältlich, gilt aber immer nur für ein Jahr. Wenn sie nicht automatisch von der jeweiligen Versicherung zu Beginn des Jahres zugesandt wird, sollte man sie rechtzeitig vor der Reise anfordern. "Im Schadenfall erleichtert die Karte eine leichtere Abwicklung", sagt der ÖAMTC-Experte. Außerdem empfiehlt er die Mitnahme des Europäischen Unfallberichtes. Der Club bietet seinen Mitgliedern im Folder "Alles für Ihre Reise" ein Exemplar des Unfallberichtes an. In den europäischen Reise-Infoblättern, Bestandteil vom Touring-Set, ist außerdem eine Übersetzung des Unfallberichtes in der jeweiligen Landessprache zu finden.

Im Falle eines Unfalles hilft auch eine Kaskoversicherung. Wer keine ständige Kaskoversicherung hat, sollte für die Auslandsreise eine Reisekaskoversicherung abschließen. "Sie garantiert, dass man sein Geld in allen Fällen rasch bekommt", sagt Hoffer. Auch wenn jemand durch einen Unfall völlig unverschuldet zu Schaden gekommen ist, muss er oft lange auf die Erstattung seiner Ansprüche durch die gegnerische Haftpflichtversicherung warten.

Das A-Pickerl immer vorausschauend kleben

Auch das A-Pickerl (Größe beim Pkw mindestens 115 x 175 mm, dunkle Schrift) hat trotz Europäischer Union noch lange nicht ausgedient. "Der ovale Aufkleber ist immer dann nötig, wenn kein 'neues' EU-Kennzeichen angebracht ist", klärt der ÖAMTC-Jurist auf. Bei Fahrten außerhalb der EU empfiehlt Hoffer ein A-Pickerl zusätzlich zum EU-Kennzeichen anzubringen. "Selbst gebastelte EU-Pickerl schauen zwar nett aus, werden aber nicht als internationale Unterscheidungszeichen anerkannt", warnt Hoffer vor zu viel Kreativität.

Weitere Informationen zu allen Länderbestimmungen findet man auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/reise/.

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ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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