Bildungsministerin Gehrer überreicht hohe staatliche Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Forschung

Wien (OTS) – Bundesministerin Elisabeth Gehrer verleiht heute Nachmittag im Rahmen eines Festaktes im Bildungsministerium hohe Auszeichnungen des Bundes an eine Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Würdigung ihrer langjährigen Verdienste um Wissenschaft und Forschung. ****

O. Univ. Prof. i. R. Dr. Dr. h.c. Elmar Bamberg wird in Würdigung seiner Leistungen für die Veterinärmedizinische Universität Wien mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Prof. Bamberg studierte an der Tierärztlichen Hochschule in Wien, war ab 1969 am Institut für Biochemie der Veterinärmedizinischen Universität Wien tätig und habilitierte sich 1976 für das Fach Biochemie. 1977 übernahm er die Leitung des Ludwig Boltzmann Instituts für Veterinärmedizinische Endokrinologie, 1981 wurde er zum Ordentlichen Universitätsprofessor für Biochemie berufen. Besonders hervorzuheben sind die Jahre seiner Amtszeit als Rektor von 1991 bis 1995, in denen der Neubau der Veterinärmedizinischen Universität erfolgte.

Der Kernphysiker und langjährige Leiter des Atominstituts der österreichischen Universitäten Univ. Prof. Dipl. Ing. Dr. Helmut Rauch erhält das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Prof. Rauch hat die österreichische Wissenschaftsszene der letzten drei Jahrzehnte im Bereich der Quanten-, Kern- und Neutronenphysik wie kaum ein anderer Naturwissenschafter geprägt. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen haben große Beachtung gefunden, darunter viele, die absolut bahnbrechend waren und in völlig neue Gebiete der quantenphysikalischen Forschung vorgestoßen sind. Mit dem von ihm entwickelten Neutronen-Interferometer ist der erstmalige Nachweis von Materiewellen auf makroskopischem Maßstab gelungen. Diese quantenphysikalische Meisterleistung ist bis heute unübertroffen und hat zu einer Vielzahl von weiteren, ebenso spektakulären Experimenten geführt. Prof. Rauch hat sein Wissen und Engagement auch in zahlreiche Gremien des Wissenschaftsbetriebes eingebracht, so z. B. als Präsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung von 1991 bis 1994.

Das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird an den Wirtschaftstreuhänder und Steuerberater Günther Havranek verliehen. Schwerpunkte von Havraneks Tätigkeit sind die ganzheitliche Unternehmensberatung und Betriebssanierung. Daneben ist er gerichtlich beeideter Sachverständiger für das Buch- und Rechnungsfach und im Aufsichts- und Beirat diverser Unternehmen, wie Bank Austria oder Karajan Centrum tätig. Auszeichnungswürdige Verdienste erwarb sich Günther Havranek als Geschäftsführer des Vereines „Rettet den Stephansdom“ und damit verbunden sein jahrzehntelanges Engagement für die Erhaltung des Wiener Wahrzeichens. Dank seiner beträchtlichen Bemühungen konnten bereits 15 Millionen Euro in die Erhaltung der Bausubstanz des Domes investiert werden.

Das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse erhalten Tit. Ao. Univ. Prof. Dr. Hans Walther Kaluza, Rektor Em. O. Univ. Prof. Dr. Otto Kolleritsch und Architekt Prof. Ferdinand Riedl.

Prof. Kaluza war viele Jahre als Jurist und Leiter der Gruppe Eich-und Vermessungswesen im Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen tätig, zuletzt in der Funktion des Vizepräsidenten. Parallel dazu lehrte er als Honorarprofessor Technisches Recht an der Universität für Bodenkultur in Wien. Besonders hervorzuheben sind die unter seiner Mitherausgeberschaft kommentierten Ausgaben „Das österreichische Vermessungsrecht“ und „Österreichisches Maß- und Eichrecht“.

Em. O. Univ. Dr. Otto Kolleritsch stand bzw. steht der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz von 1979 bis 1987 sowie seit 1991 bis heute als Rektor vor. In dieser Zeit erwarb er sich außerordentliche Verdienste um die Entwicklung der Musikuniversität, vor allem durch seine Mitwirkung an der Fertigstellung des Neubaues der Universität. Prof. Kolleritsch, der bis zu seiner Emeritierung 2002 Wertungsforschung und kritische Musikästhetik lehrte, ist es gelungen, die internationalen Beziehungen und Verbindungen der Musikuniversität weiter auszubauen. Prof. Kolleritsch gründete die Hochschulabonnementkonzerte, die sich zu einem festen Bestandteil des Grazer Kulturlebens entwickelten, war für die künstlerisch wissenschaftliche Planung und Ausrichtung der Musiksymposien im Steirischen Herbst verantwortlich und erlangte Bedeutung durch seine zahlreichen Publikationen wie die „Studien zur Wertungsforschung“.

Architekt Prof. Ferdinand Riedl kann auf eine erfolgreiche berufliche Karriere als Architekt zurückblicken. Er errichtete zahlreiche bedeutende öffentliche und private Bauten im In- und Ausland, wofür er bereits mit mehreren Auszeichnungen der Republik Österreich geehrt wurde. Die heutige Ehrung gilt seinem Wirken als Musikwissenschafter, Musikfreund, Entdecker und Förderer junger Künstlerinnen und Künstler. Prof. Riedl ist Gründungsmitglied des Vereins der Wiener Staatsoper, ebenso ist ihm die Gründung des Vereins der Freunde des Institutes für Musikwissenschaften der Universität Wien zu danken. Durch den Verein werden Vorträge, Symposien und Konzerte veranstaltet und junge Künstler gefördert.

Die Forschungsinteressen des mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichneten Medienwissenschafters Hon.-Prof. Dr.Dr. Peter A. Bruck konzentrieren sich vor allem auf die Entwicklung der neuen Kommunikationstechnologien und Informationsstrukturen und die dadurch bedingten Veränderungen in Geschäftsprozessen, Massenmedien, Kultur und Gesellschaft. Gegenwärtig ist Prof. Bruck als Gesamtleiter der Research Studios Austria in der Unternehmensgruppe Austrian Research Center GmbH tätig und lehrt Informationsökonomie und Neue Technologien am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität Salzburg. Im Verlauf seiner Karriere u. a. als Direktor des IENM, des Instituts für Informationsökonomie und Neue Medien, Gründer und ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Salzburg Research Forschungsgesellschaft sowie Gründungsdirektor der Fachhochschule Salzburg hat Peter Bruck im Bereich Neue Medien und e-Technologien Österreichweit anerkannte Institutionen geschaffen. Prof. Bruck ist Initiator des Österreichischen Staatspreises des BMWA für Multimedia und eBusiness sowie Leiter des EUROPRIX, des europäischen Wettbewerbs für die besten Multimedia-Inhalte.

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