• 20.06.2005, 13:56:56
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  • OTS0184 OTW0184

Arbeitslosigkeit bei niedriger Qualifikation deutlich höher

Wien (OTS) - Nach den Ergebnissen des Mikrozensus der Statistik
Austria waren im Jahresdurchschnitt 2004 - den Definitionen der EU
folgend - insgesamt 194.600 Personen arbeitslos, davon 98.000 Männer
und 96.600 Frauen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,9%
(Männer: 4,5%; Frauen: 5,4%). Geringe Bildung und eine
nicht-österreichische Staatsangehörigkeit erhöhen das Risiko der
Arbeitslosigkeit deutlich. So lag die Arbeitslosenquote bei
Pflichtschulabsolventen mit 9,5% um mehr als das Doppelte über dem
höherer Qualifikationsniveaus (z.B. Lehre: 4,2%; Matura: 4,4%;
Universitätsabschluss: 3,0%). Noch größer ist der Unterschied in der
Arbeitslosenquote der In- und Ausländer. Für Inländer lag sie im Jahr
2004 bei 4,2%, für Ausländer dagegen bei 11,6%.

Der Bundeslandvergleich zeigt, dass Wien mit 8,9% eine deutlich
und das Burgenland mit 5,6% eine geringfügig über dem Durchschnitt
liegende Arbeitslosenquote aufweisen. Weniger als 4% Arbeitslose
zeigt der Mikrozensus dagegen in der Steiermark, Oberösterreich,
Salzburg und Tirol.

Diese Ergebnisse lassen sich mit den Ergebnissen des Mikrozensus
aus früheren Jahren nur bedingt vergleichen. Ursache dieses Bruchs in
der Zeitreihe war eine völlige Neukonzeption der Erhebung, welche
unter Anderem eine Änderung in den Erhebungszeiträumen, der
Stichprobe und der Interviewerorganisation betraf. 2004 waren die
Stichprobenadressen über alle Wochen des Jahres verteilt, vor 2004
fanden die Erhebungen nur in den Monaten März, Juni, September und
Dezember statt. Außerdem wurde der Fragenwortlaut völlig neu
konzipiert und exakt an die EU-Normen angepasst.

Der in der Tabelle ausgewiesene deutliche Anstieg von Zahl und
Anteil arbeitsloser Personen gegenüber dem Jahr 2003 ist zum
allergrößten Teil auf den Bruch in der Zeitreihe zurückzuführen, wie
man dem Vergleich mit den definitionsbedingt höheren, aber ansonsten
sich meist parallel entwickelnden Daten des Arbeitsmarktservice
entnehmen kann. Tatsächlich dürfte nur ein geringer Anstieg
eingetreten sein, denn diese Zahlen zeigen einen minimalen Anstieg
der Arbeitslosenquote (AMS, nach nationaler Definition) von 7,0%
(2003) auf 7,1% (2004).

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus der Statistik Austria gab es
in Österreich im Jahresdurchschnitt 2004 nach dem
Labour-Force-Konzept 3,744.000 Erwerbstätige, davon 3,267.000
Unselbständige und 477.000 Selbständige und Mithelfende
Familienangehörige. 3,717.000 Erwerbstätige waren zwischen 15 und 65
Jahre alt, die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen, die
üblicherweise für internationale Vergleiche herangezogen wird, belief
sich auf 67,8 Prozent. 45 Prozent der Erwerbstätigen sind Frauen
(1,683.000 gegenüber 2,062.000 Männern), die Erwerbstätigenquote der
Frauen ist somit mit 60,7 Prozent noch immer deutlich niedriger als
jene der Männer (74, 9 Prozent).

Deutlich unterdurchschnittlich ist die Erwerbsbeteiligung bei den
Älteren. Von den 55- bis 64-Jährigen gehen nur 28,8 Prozent (Männer
38,9 Prozent, Frauen 19,3 Prozent) einer Erwerbstätigkeit nach.

Im Zeitverlauf stehen abnehmenden Erwerbstätigkeitsquoten der
Männer zunehmende der Frauen gegenüber. Seit 1999 ist die Quote bei
den Männern von 77,4 Prozent auf 74,9 Prozent im Jahr 2004 gesunken,
bei den Frauen von 59,3 auf 60,7 Prozent gestiegen

Wegen des bereits erwähnten Bruchs in der Zeitreihe ist der in der
Tabelle sichtbar werdende Rückgang der Erwerbstätigkeitsquote
zwischen 2003 und 2004 nur ein scheinbarer. Die Verwaltungsdaten des
Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger zeigen im selben
Zeitraum eine Zunahme der unselbständig Beschäftigten von 0,5%, unter
Berücksichtigung der gegenläufigen Entwicklung bei den Selbständigen
und Mithelfenden ergibt sich ein Zuwachs von 0,3% bei sämtlichen
Erwerbstätigen von 15 bis 64 Jahren, womit sich die
Erwerbstätigenquote in Wirklichkeit also leicht erhöht hat.

Gleiches gilt auch für den für 2004 ausgewiesenen vermeintlichen
Rückgang der seit einigen Jahren steigenden Erwerbstätigkeitsquote
der Älteren, während in Wirklichkeit - auf Grund der
Hauptverbandsdaten und einer Schätzung für die Selbständigen und
Mithelfenden - ein 3,2-prozentiger Anstieg der Erwerbstätigenzahl
dieser Altersgruppe eingetreten sein dürfte, und damit eine Erhöhung
der Erwerbstätigenquote um 0,8 Prozentpunkte.

Hauptergebnisse des Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung
(Jahresdurchschnitt)
Merkmale 2004 1) 2003 1) 2002 2001 2000 1999

Erwerbstätigkeit nach EU-Konzept
Erwerbstätige insgesamt

(in 1.000)         3,744   3,795    3,764  3,712 3,685. 3,666
 Erwerbstätigenquote 2) 
 der 15- bis 64-Jährigen  
                     67,8%   68,9%    68,7%  68,2%   68,3%  68,4%
 Männer              74,9%   76,3%    76,4%  76,6%   77,2%  77,4%
 Frauen              60,7%   61,5%    61,1%  59.9%   59,4%  59,3%
 Erwerbstätigenquote 2) 
 der 55- bis 64-Jährigen 
 zusammen            28,8%  30,3%    29,2%   28,1%   28,0%  29,6%
 Männer              38,9%  40,4%    39,7%   39,3%   40,2%  42,4%
 Frauen              19,3%  20,8%    19,3%   17,6%   16,7%  17,5%
                          Arbeitslosigkeit nach EU-Konzept

 Arbeitslose insg.  194.600 169.700 156.400 137.400 133.700 141.600
 Arbeitslosenquote 3) 
 insgesamt           4,9%     4,3%    4,0%    3,6%    3,5%   3,7%
 Männer              4,5%     4,3%    4,1%    3,4%    3,3%   3,6%
 Frauen              5,4%     4,2%    3,9%    3,8%    3,8%   3,9%
 Inländer            4,2%     3,9%    3,7%    3,2%    3,2%   3,4%
 Ausländer          11,6%    7,7%     6,7%    7,0%    6,1%   6,5%
 Jugendliche 
 (15-24 Jahre)       9,7%    7,0%     6,2%    5,7%    5,1%   5,1%

Ältere Erwerbspersonen
(55-64 Jahre) 3,8% 5,3% 5,4% 4,9% 5,2% 4,9%

Q.: Statistik Austria: Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung.

1) Die Ergebnisse 2003 und 2004 sind wegen eines erhebungsbedingten
Bruchs in der Zeitreihe nicht korrekt vergleichbar.

2) Erwerbstätige in Prozent der Bevölkerung der jeweiligen
Altersgruppe. -

3) Arbeitslose in Prozent der Erwerbsbevölkerung (Erwerbstätige und
Arbeitslose). Bevölkerung in Privathaushalten ohne Präsenz- und
Zivildiener im Jahresdurchschnitt. - Die Definition des Erwerbsstatus
erfolgt nach dem Labour Force-Konzept der Europäischen Union.

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte direkt an

Rückfragehinweis:

Dr. Reinhard EICHWALDER und Dr. Josef KYTIR, 
   Direktion Bevölkerung, Statistik Austria
   Tel. (01) 71128-7319 oder 7031 DW bzw. 
   mailto:[email protected] bzw.
   mailto:[email protected]
   
   Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
   Bundesanstalt Statistik Österreich
   Redaktion: Günther Selinger
   1110 Wien, Guglgasse 13
   Tel.: +43 (1) 71128-7777 oder 7123, 
   Fax: +43 (1) 71128-7088 e mail: [email protected]

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