- 16.06.2005, 13:45:11
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Wird in der Europäischen Union nicht gepflegt?
Zur Aussage von Caritas-Präsident Küberl "Akademiker pflegen nicht" wird massiver Widerspruch vom Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband laut
Wien (OTS) - Werden in Belgien, Dänemark, Estland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland,
Litauen, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei,
Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern (in diesen
EU-Staaten ist die Ausbildung für den gehobenen Dienst für
Gesundheits- und Krankenpflege ausschließlich an Fachhochschulen und
Universitäten angesiedelt) die Patienten nicht gepflegt? Diese Frage
stellt sich, wenn Präsident Küberl behauptet, dass die
österreichischen akademisch ausgebildeten Gesundheits- und
Krankenpflegepersonen "nicht pflegen würden".
Soll auf Pflegequaltiät, Pflegeforschung und -wissenschaft aus
Angst vor steigenden Kosten tatsächlich verzichtet werden? Bei einer
derart geführten Debatte über die Pflegeausbildung entsteht der
Eindruck, dass es weder um Pflegequalität für den Patienten noch um
den Mitarbeiter geht. In Finnland werden von
PflegewissenschafterInnen entwickelte Konzepte z. B. in der
Hauskrankenpflege umgesetzt, die enorme Kosteneinsparungen bringen.
Die Attraktivität der derzeitigen Ausbildung in Österreich leidet
insbesondere unter der fehlenden Matura und führt somit in eine
Bildungssackgasse. Für viele junge Menschen ist das ein Grund, den
Gesundheits- und Krankenpflegeberuf nicht zu ergreifen.
Wieder einmal wird einem Frauenberuf von Männern die Berechtigung
zur Professionalisierung abgesprochen.
Mit der Aussage "Akademiker pflegen nicht", stellt sich die Frage,
ob Personen mit akademischem Abschluss generell ihren Beruf nicht
ausüben. Somit würde das auch auf die Hebammen und MTD`s zutreffen,
da diesen Berufsgruppen die Fachhochschulausbildung zugesprochen
wurde, untermauert mit dem Argument der Qualitätssteigerung.
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband fordert
eine Debatte über die Ausbildung der Pflegeberufe. Der tatsächlich
bestehende Pflegenotstand verlangt nach tragenden und nachhaltigen
Konzepten, eines davon muss die Ausbildungsreform sein.
Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband ist der
Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig,
unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband DGKS Christine Ecker, MAS, Präsidentin Mollgasse 3a, 1180 Wien www.oegkv.at mailto:[email protected] Tel.: 0664/488 24 33
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