Wird in der Europäischen Union nicht gepflegt?

Zur Aussage von Caritas-Präsident Küberl "Akademiker pflegen nicht" wird massiver Widerspruch vom Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband laut

Wien (OTS) - Werden in Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern (in diesen EU-Staaten ist die Ausbildung für den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege ausschließlich an Fachhochschulen und Universitäten angesiedelt) die Patienten nicht gepflegt? Diese Frage stellt sich, wenn Präsident Küberl behauptet, dass die österreichischen akademisch ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen "nicht pflegen würden".

Soll auf Pflegequaltiät, Pflegeforschung und -wissenschaft aus Angst vor steigenden Kosten tatsächlich verzichtet werden? Bei einer derart geführten Debatte über die Pflegeausbildung entsteht der Eindruck, dass es weder um Pflegequalität für den Patienten noch um den Mitarbeiter geht. In Finnland werden von PflegewissenschafterInnen entwickelte Konzepte z. B. in der Hauskrankenpflege umgesetzt, die enorme Kosteneinsparungen bringen.

Die Attraktivität der derzeitigen Ausbildung in Österreich leidet insbesondere unter der fehlenden Matura und führt somit in eine Bildungssackgasse. Für viele junge Menschen ist das ein Grund, den Gesundheits- und Krankenpflegeberuf nicht zu ergreifen.

Wieder einmal wird einem Frauenberuf von Männern die Berechtigung zur Professionalisierung abgesprochen.

Mit der Aussage "Akademiker pflegen nicht", stellt sich die Frage, ob Personen mit akademischem Abschluss generell ihren Beruf nicht ausüben. Somit würde das auch auf die Hebammen und MTD`s zutreffen, da diesen Berufsgruppen die Fachhochschulausbildung zugesprochen wurde, untermauert mit dem Argument der Qualitätssteigerung.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband fordert eine Debatte über die Ausbildung der Pflegeberufe. Der tatsächlich bestehende Pflegenotstand verlangt nach tragenden und nachhaltigen Konzepten, eines davon muss die Ausbildungsreform sein.

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband ist der Berufsverband aller Pflegeberufe Österreichs. Er ist gemeinnützig, unabhängig, überparteilich und interkonfessionell.

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