AK Test: Teure Spesen beim Fremdwährungskredit (1)

Meist mehr und höher als bei Eurokredit

Wien (OTS) - Fremdwährungskredite sind riskant - neben dem Wechselkursrisiko gibt es auch ein beachtliches Zinsänderungsrisiko. Ein AK Test im Mai bei sechs Großbanken zeigt: Es gibt mehr und höhere Spesen als bei einem Eurokredit. Kontoführungsgebühren können bis zu 100 Euro im Jahr ausmachen. "Wer beispielsweise wieder vom Schweizer Franken auf Euro umsteigen will, zahlt zwischen 50 und 400 Euro an fixen Wechselspesen", sagen die AK Konsumentenschützer.

Die AK hat die Spesen für Fremdwährungskredite bei sechs Großbanken erhoben - Bank Austria, BAWAG-PSK, Erste Bank, NÖ Hypo Bank, Volksbank Wien, easybank. Es gibt zahlreiche Spesen:
Devisenprovision, Manipulations-, Durchführungs-, Prolongations- oder zusätzliche Bearbeitungsgebühren. Die Spesen können als wertabhängige Prozentsätze, Fix- oder Mindestspesen verrechnet werden. So fallen meist zweimal Kontospesen an, da die Bank ein Fremdwährungs- und ein Euro-Verrechnungskonto führt. Für das Fremdwährungskonto machen die Kontospesen zwischen null (BAWAG/PSK) und 24,49 Euro (BA CA) im Quartal aus. Die Spesen für das Euro-Verrechnungskonto betragen von null (BA CA) bis neun Euro pro Quartal (NÖ Hypo). Bei jeder Zahlung wird eine Devisenprovision verrechnet. Zusätzliche Spesen müssen im Regelfall beim Währungswechsel ("Switch"), die bis zu zwei Prozent betragen können, gezahlt werden. Bei einer Änderung des Tilgungsträgers können Spesen bis zu 225 Euro anfallen.

Die Spesen sind teilweise sehr teuer und im Vergleich zu den Vorjahren erheblich gestiegen. Ein Beispiel: Eine Bank hat die Mindestgebühr beim Wechseln der Währung von 72,67 Euro im März 2003 auf jetzt 400 Euro angehoben. Die Kontoführungsgebühr pro Quartal für das Fremdwährungsverrechnungskonto stieg bei dieser Bank von 7,63 Euro (März 1999) auf 23,97 Euro (März 2003) und beträgt nun 24,49 Euro im Quartal.

Bei einem Währungswechsel von der Fremdwährung in Euro gibt es unterschiedliche Spesenmodelle. "Zuerst einmal ist wichtig, ob ein Währungswechsel termingerecht erfolgt oder nicht", betonen die AK Konsumentenschützer. Ein termingerechter Wechsel ist meist am Ende einer vereinbarten Periode - üblich sind Perioden von Ende Jänner, März, Juni, September, Dezember (Drei-Monats-Roll-Over). So verlangen drei von sechs Banken keinen fixen Prozentsatz, sondern einen Pauschal- oder Mindestbetrag von 400 Euro - BA CA, BAWAG, PSK, easybank. Die Erste Bank verrechnet eine Bearbeitungsgebühr von 0,5 Prozent und die Hypo NÖ verlangt zusätzlich zur anfallenden Devisenprovision eine Manipulationsgebühr von 0,1 Prozent. Die Volksbank Wien stellt 0,25 Prozent in Rechnung. Bei allen getesteten Banken fallen Mindestgebühren an, die zwischen 50 und 400 Euro ausmachen können. "Der nicht termingerechte Währungswechsel ist im Regelfall noch kostspieliger", erläutern die AK Konsumentenschützer.

(Forts.)

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