• 13.06.2005, 12:46:12
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Ungarn 2005: Die Manufaktur Zsolnay in Pécs

Wien (OTS) - "Zsolnay Etüden" nennt sich der neue
Kunstdruckkatalog der berühmten südwestungarischen
Keramik-Manufaktur, der anläßlich der Ausstellung im Collgeium
Hungaricum Wien produziert wurde. Und die darin enthaltenen
Prunkstücke tragen nicht nur klingende Namen wie "Lotus", die
Erzeugnisse des Familienbetriebes, von Zier- und
Gebrauchsgegenständen bis hin zu Baukeramik, sind wahrlich in Formen
gebrachte Musik und Harmonie.

Die 1853 gegründete Keramikfabrik avancierte bereits bis zur
Jahrhundertwende zur größten Manufaktur der Monarchie und ihre
Produktpalette umfaßte schon damals Baukeramik, Industrieporzellan,
Fliesen und Ofenkacheln. Weltruhm erlangte das Unternehmen jedoch
durch die Zierkeramikherstellung.

Die größten Erfolge sind eng mit dem Namen Vilmos Zsolnay
(1828-1900) verbunden, Industrieller, Technologe und Künstler in
einer Person, der unter anderem die Porzellan-Fayence erfand, die
1878 bei der Pariser Weltausstellung vorgestellt wurde. Ihre
Besonderheit ist ein speziell entwickelter, mit Metalloxiden
gefärbter Schmelzüberzug. Seine zweite Pionierleistung war 1890 die
Erfindung des Pyrogranits, eine bei hoher Temperatur gebrannte,
homogenstrukturierte Baukeramik, die den Extremen des
Kontinentalklimas standhalten kann. Sie wurde von Ödön Lechner, dem
"Schöpfer" des ungarischen Jugendstils, in zahlreichen seiner Gebäude
verwendet, sowohl als Gebrauchs- als auch als Zierkeramik. Besonders
schöne Beispiele in Budapest sind im Parlament, in der Matthiaskirche
und an der Fassade der ehemaligen Postsparkasse zu finden.
Zsolnay-Keramik findet sich aber auch in vielen anderen Städten,
deren Blüte in die Zeit der Sezession fiel, wie etwa in Kecskemét am
Rathaus und am Cifra-Palast als bedeutendste Bauwerke, aber auch an
zahlreichen Bürgerhäusern. Natürlich ist die Heimatstadt der
Manufaktur selbst ein Beispiel der Porzellankunst, nicht nur bei
Hausfassaden, sondern auch am berühmten Zsolnay-Brunnen, einem
einzigartigen Juwel.

Nicht zuletzt ist Vilmos Zsolnay die Entdeckung der Eosin-Technik
zu verdanken, die auf die maurische Keramikkunst zurückgeht und durch
das neue Verfahren auch unter Fabrikbedingungen ermöglicht wurde.
Ihre volle Pracht entfaltete diese Technik bei den mehrfarbigen
sezessionistischen Ziergegenständen und orientalisierenden Keramiken.

Nach der Weltausstellung übernahm der Wiener Ernst Wahliss den
Auslandsvertrieb der Zsolnay-Erzeugnisse und sorgte so für deren
Siegeszug durch Europa. Neben den ästhetischen Gebrauchs- und
Zierkeramiken erlangte die Pécser Fabrik jedoch im Zeitalter der
Industrialisierung eine bedeutende Rolle etwa am Markt für
Porzellanisolatoren.

Mit dem Zerfall der Monarchie verlor das Unternehmen einen
Großteil ihrer Rohstoffvorkommen und Märkte und trotz eines neuen
Anlaufs mit Zierkeramik in den 20-er Jahren beschränkte sich die
Produktion bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich auf
Sanitärkeramik. Erst 1974 etablierte sich die Manufaktur wieder
erfolgreich neu mit den von Vilmos Zsolnay entwickelten Techniken und
einem Schwerpunkt auf Zierkeramik.

Heute sind vor allem die handgefertigten Zierflaschen, Krüge,
Vasen und Schalen berühmt, aber auch die Geschirrserien und nicht
zuletzt die figürlichen Gegenstände, insbesondere die "grüne Linie".
Das an die Manufaktur angeschlossene Museum zeigt die Geschichte der
Familie und der Keramikfabrik, sowie wertvolle Exponate der Zsolnay
Porzellankunst.

Informationen: Janus-Pannonius-Museum, H-7621 Pécs, Káptalan u. 5.
Tel. 0036/72/310172, Fax 0036/72/315694, [email protected], www.jmp.hu

Rückfragehinweis:

Ungarisches Tourismusamt,1010 Wien, Opernring 5/2.Stock. 
   Tel. 0043/1/5852012-13, Fax 0043/1/5852012-15, 
   mailto:[email protected], 
   www.hungary.com, www.ungarn-tourismus.at, 
   kostenloses Infotelefon nach Ungarn: 00800 3600 0000,  
   Infotelefon in Wien: 0900 22 00 13(0,61 Euro pro Min)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HUN

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