Gedenkveranstaltung am Mauthausen-Nebenlager KZ Loibl-Nord: Der historischen Wahrheit muss die Ehre gegeben werden

Klagenfurt-Loiblpass (OTS) - Mit einer Gedenkveranstaltung am Gelände des ehemaligen Mauthausen-Nebenlagers KZ Loibl-Nord gedachte das Mauthausen-Komitee Kärnten/Koroska heute vormittag der 60. Jahrfeier der Befreiung der Häftlinge und der Opfer, die als Internierte des NS-Regimes in den Jahren 1943-1945 auf beiden Seiten des Loiblpasses den Loibltunnel zwischen Kärnten und Slowenien gebaut hatten. In der von Jugendgruppen umrahmten Veranstaltung, an der auch Innenministerin Liese Prokop teilnahm, betonten die Redner die Bedeutung der wahrhaften historischen Erinnerung. Der Obmann des Mauthausen-Komitees Kärnten/Koroska Univ.-Prof. Dr. Peter Gstettner rief bei dieser Gelegenheit, bei der auch eine Gedenktafel für die zehn polnischen Opfer am Loiblpass enthüllt wurde, erneut dazu auf, auf Kärntner Seite des Loiblpasses endlich »einen Lernort und eine Gedenkstätte« zu errichten. Der heutige Zustand des Areals des ehemaligen KZ Loibl-Nord, das von Bäumen und Gebüsch überwuchert ist, sei auch ein Symbol für die politische Verwahrlosung in diesem Land, meinte Gstettner.

Innenministerin Prokop, die als Ressortchefin auch für die Gedenkstätte Mauthausen zuständig ist, bezeichnete das KZ am Loibl als Symbol für "den grenzüberschreitenden Terror der Nazis" - das Nordlager war nämlich auf dem Boden des Deutschen Reiches, das Südlager jedoch im besetzten Slowenien.

Als polnischer Internierter am Loibl sprach vor den zahlreichen Besuchern der Pole Stanislaw Wochak. Diesmal sei er auf den Loiblpass nicht über die KZ Auschwitz und Mauthausen gekommen, erinnerte er sich seines Leidensweges. An der Veranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen KZ Loibl-Nord nahmen auch Delegationen der Deportierten-und Interniertenvereinigungen aus Frankreich, Polen, Italien, Slowenien und Deutschland teil sowie Repräsentanten des diplomatischen Corps und der Kärntner Sicherheitsorgane.

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