• 10.06.2005, 13:26:04
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Wehsely: Diversitätsmanagement ist im Wiener Magistrat Realität

Münz: In den nächsten Jahren Entscheidung zwischen Zuwanderung, längeren Lebensarbeitszeiten oder Wohlstandsverlust

Wien (OTS) -
Utl.:
Wien, (OTS) "Diversitätsmanagement ist im Wiener Magistrat
Realität. Mit der Gründung der Magistratsabteilung 17 - Integrations-
und Diversitätsangelegenheiten vor einem Jahr wurde viel ausgelöst:
Wir haben in Wien in einer ganz normalen Magistratsabteilung Personal
mit besonders vielen unterschiedlichen Sprachkenntnissen und
MitarbeiterInnen mit unterschiedlichsten Herkunftsländern. Dieses
Know-how brauchen wir, um unsere Dienstleistungen für alle
WienerInnen, wo auch immer sie geboren wurden, optimal erbringen zu
können", erklärte die Wiener Integrationsstadträtin Sonja Wehsely
Freitag im Rahmen einer Paneldiskussion bei der Internationalen
Konferenz "stadt.migration.integration - Kommunale Beiträge zum Thema
Zuwanderung", die auf ihre Initiative derzeit in Wien tagt. Auf dem
vom Migrationsforscher Rainer Münz moderierten Podium saßen neben
Wehsely Helga Nagel, Leiterin des Amtes für multikulturelle
Angelegenheiten in Frankfurt, Friedrich Graffe, Stadtrat und Leiter
des Sozialreferats der Stadt München und Thomas Kessler, Delegierter
für Migrations- und Integrationsfragen des Kantons Basel-Stadt und
Leiter der kantonalen Integrationsstelle, der Anlaufstelle
Rassistische Diskriminierung und Projektleiter Stadtentwicklung.****

Die MA 17 habe sofort nach ihrer Gründung definiert, in welchen
Bereichen Diversität unmittelbar zum Durchbruch verholfen werden
müsse: "In Kindertagesheimen, weil Integration im Kindergarten
beginnt; beim Personal in der öffentlichen Verwaltung und und bei
der Statistik, weil wir in vielen Bereichen noch Datenmaterial
benötigen."

Die Stadt Wien begrüße MigrantInnen mit Willkommensmappen und
lade sie zu muttersprachlichen Orientierungsgesprächen ein. 2002 habe
der Wiener Landtag das Wiener ZuwanderInnen-Wahlrecht beschlossen,
dass 2004 durch ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs gekippt
wurde. "Das Wahlrecht für ZuwanderInnen wäre ein
demokratiepolitischer, ein integrationspolitischer und in Bezug auf
Chancengleichheit extrem wichtiger Meilenstein gewesen und bleibt
auch weiterhin politisch auf der Tagesordnung. Ein erwünschter
Nebeneffekt dabei: Aus Eigeninteresse könnte keine politische
Gruppierung mehr Politik auf dem Rücken von MigrantInnen machen."

"Die Politik muss Farbe bekennen. Das ist die Voraussetzung
dafür, dass die Menschen mitgenommen werden können. Allerdings: Damit
werden nicht alle Probleme automatisch gelöst. Interkulturelle
Kompetenz und Diversität sind nicht synonym für Beliebigkeit. Wir
müssen nicht alles akzeptieren. So lehnen wir etwa FGM und
Zwangsverheiratungen ab", betonte Wehsely.

Von 460 Millionen Menschen in der EU befinden sich 220 Millionen
auf dem Arbeitsmarkt oder sind selbständig tätig, stellte Rainer Münz
klar. "Ohne Migration und bei gleichbleibender Erwerbsbeteiligung
würde diese Zahl in den nächsten 45 Jahren auf rund 60 Millionen
zurückgehen. Zugespitzt bedeutet das, dass wir uns entscheiden
müssen, wie viel Zuwanderung wir wollen oder wie viel zusätzliche
Lebensarbeitszeit oder wie viel Wohlstandsverlust wir haben wollen",
konstatierte Münz.

"Es gibt 185 Millionen MigrantInnen weltweit, 40 Millionen
MigrantInnen in West- und Mitteleuropa und in Österreich ungefähr
eine Million.", erklärte Rainer Münz. "Das ist nicht der Endpunkt der
Geschichte. Die Bevölkerungsentwicklung der kommenden Jahrzehnte ist
gut absehbar. In 12 von 25 EU-Staaten gibt es heute schon mehr
Sterbefälle als Geburten. Wir müssen uns daher fragen, wie wir in
Zukunft leben und wie wir Migration gestalten wollen?", so Münz
abschließend. (Schluss) me

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag. Michael Eipeldauer
   Tel.: 4000/81 853
   Handy: 0664/826 84 36
   mailto:[email protected]

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