- 10.06.2005, 10:16:51
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Alternativen, die sich rechnen
Bewusstseinsbildung zu globalen Zusammenhängen wichtiger denn je
Wien (OTS) - "Alternativen, die sich rechnen" lautet der Titel der
Konferenz, zu der an diesem Wochenende TrägerInnen des Alternativen
Nobelpreises aus allen Teilen der Welt in Salzburg zusammen kommen.
Friede und Sicherheit, Menschenrechte und gelebte Demokratie,
nachhaltiges Leben und Wirtschaften, menschliche Entwicklung,
Naturschutz und biologische Vielfalt sind die Bereiche, in denen
diese Menschen sich engagiert haben und dafür mit dem 1980 von Jakob
von Uexküll gestifteten Right Livelihood Award ausgezeichnet worden
sind.
Die TrägerInnen des Alternativen Nobelpreises zeigen Alternativen
auf zu der Welt, wie sich heute darstellt - gekennzeichnet von Armut,
Ausbeutung von Menschen und Ressourcen, Naturkatastophen und
Missachtung von Menschenrechten. In ihrem Engagement haben sie große
Teile der Zivilgesellschaft hinter sich, die sich nicht mit dem
Status quo abfinden wollen und Konzepte alternativer und nachhaltiger
Zukunftsinitiativen einmahnen. Das belegen auch eine Reihe von
Umfragen in der EU und in Österreich. Laut einer Erhebung im Rahmen
des Eurobarometers 2003 befürworteten 85,5 Prozent der damaligen
EU-BürgerInnen einen entschlossenen Kampf gegen die Armut in den
Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. In Österreich liegt die
Zustimmung der Bevölkerung zur Entwicklungszusammenarbeit (EZA) bei
83%, 48 der ÖsterreicherInnen sprechen sich zudem für eine deutliche
Erhöhung der EZA-Mittel aus.
Zugleich ist offenkundig, dass es an Wissen um die weltweiten
Zusammenhänge von Armut der einen und Reichtum der anderen ebenso
fehlt wie um die Auswirkung globaler Entwicklungen auf lokale
Gegebenheiten und generell die Interdependenz von "Nord" und "Süd".
Katastrophenmeldungen und Hiobsbotschaften tragen zu einer wachsenden
Sorge um die Zukunft bei und lassen viele Zweifel über die weltweite
- und nicht nur lokal begrenzte - Realisierbarkeit von Alternativen
aufkommen, wie die Alternativen NobelpreisträgerInnen und die EZA sie
vertreten.
Wie ist es möglich, auf der ganzen Welt Gerechtigkeit, Frieden und
die Bewahrung von Lebensgrundlagen zu ermöglichen? Welche Programme
gibt es dazu in der österreichischen EZA, innerhalb der EU und der
UNO? Hier kommt der entwicklungspolitischen Bildungs-, Informations-
und Öffentlichkeitsarbeit der Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
eine zentrale Bedeutung zu. ExpertInnen in den NGOs verfügen über das
Wissen und die Erfahrung, um ein Bewusstsein für globale
Zusammenhänge zu schaffen. Zugleich können sie die Anliegen, Aufgaben
und Zukunftsperspektiven der EZA nachhaltig in die österreichische
Bevölkerung hineintragen.
Dieser Aufgabe können die NGOs aber nur gerecht werden, wenn ihnen
entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Derzeit belaufen
sich die Ausgaben für entwicklungspolitische Inlandsarbeit in
Österreich laut einer Studie der OECD auf weniger als ein Prozent,
also gerade die Hälfte dessen, was das Entwicklungsprogramm der UNO
(UNDP) fordert. Es ist dringend erforderlich, diese Mittel
schrittweise zu erhöhen und zugleich die Gelder für die gesamte
Entwicklungszusammenarbeit auf jene 0,7 Prozent des BNPs zu erhöhen,
zu denen sich Österreich bereits 1970 international verpflichtet hat.
Rückfragehinweis:
Mag. Elfriede Schachner, AGEZ-Geschäftsführerin
AGEZ - Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit
Tel: 01/317 40 16 oder 0699 107 66 216; www.agez.at
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