- 10.06.2005, 09:59:23
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Greenpeace-Schiff "Anna" kommt zum ersten Mal nach Österreich
"Energy Revolution Tour 2005" führt von Polen bis zum Schwarzen Meer
Wien. (OTS) - Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und weiter bis
zu den ägyptischen Pyramiden: Mit dem 1910 gebauten und 25 Meter
langen Schiff "Anna" wird Greenpeace im heurigen Sommer auf die
Gefahren der wieder erstarkenden Atomindustrie und des drohenden
Klimawandels in West- und Osteuropa aufmerksam machen. Ende Mai
startete das Schiff in Danzig und fährt nun über den
Rhein-Main-Donaukanal nach Österreich und über die gesamte Länge der
Donau fast 5000 Kilometer bis zum Schwarzen Meer. Die Tour führt
anschließend über den Bosporus und das Mittelmeer bis Kairo zu den
Pyramiden von Giseh. Mit dieser "Energy Revolution Tour 2005" sollen
Politiker, Wirtschaft und Öffentlichkeit über die Ursachen und Folgen
des Klimawandels aufgeklärt werden. Ziel der Tour ist es, den
Ausstieg aus der Atom- und Kohleenergie und den Umstieg auf
erneuerbare Energie wie Sonne, Wind und Biomasse vor allem in den
Staaten Osteuropas anzuregen. "Die neuen und zukünftigen EU-Länder
setzen derzeit noch immer auf veraltete Energieformen. Wir wollen
zeigen, dass ein Umstieg Europas auf erneuerbare Energien nicht nur
möglich sondern dringend notwendig ist", so Erwin Mayer, Klima- und
Energieexperte von Greenpeace. Das Schiff wird eine Woche lang in
Österreich Station machen.
Die dreimonatige Greenpeace-Tour führt durch Polen, Deutschland,
Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und
Bulgarien und wird bis zur letzten Augustwoche dauern und
anschließend nach Ägypten segeln. In der Woche vom 4. bis 10. Juli
wird das Schiff Station in Linz, Dürnstein, Wien und Hainburg machen.
Im Rahmen der Tour wird es zahlreiche Medientermine, Veranstaltungen,
Aktionen und andere Aktivitäten geben. Mit einer an Bord befindlichen
Klima- und Energie-Ausstellung sollen die Menschen in ganz Europa von
der Machbarkeit einer sauberen und sicheren Energieversorgung ohne
Umweltschädigung überzeugt werden. Greenpeace wird bei den besonders
kritischen Orten mit Atom- und Kohlekraftwerken entlang der Strecke
auf die Gefahren der Atomenergie und veraltete
Energiegewinnungsanlagen aufmerksam machen.
Der Hintergrund der Greenpeace-Energie-Tour ist die bevorstehende
Weichenstellung in der europäischen Stromwirtschaft. Jedes Jahr
werden über 1,2 Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt und über
2.600 Tonnen gefährlicher radioaktiver Abfälle fallen im Zuge der
Stromproduktion in Europa an. Über die Hälfte aller in Betrieb
befindlichen Anlagen sind über 20 Jahre alt. Im Durchschnitt werden
Kohle- und Atomkraftwerke für 30 Jahre Betriebsdauer gebaut.
Lebenszeitverlängerungen stehen aber auf der Tagesordnung und machen
diese alten Kraftwerke besonders umweltschädigend und unfallträchtig.
"Diese alten, gefährlichen Kraftwerke müssen so schnell wie möglich
durch Windparks, Biomasseverstromung, Solarenergie und andere
sauberen Energieformen ersetzt werden", fordert Mayer ein neues
Energiekonzept für das gesamte Europa.
Wenn durch geeignete Energieeffizienz-Maßnahmen der prognostizierte
Stromverbrauchsanstieg gebremst und schließlich umgekehrt wird, dann
kann der Anteil von Ökostrom am Gesamtstromverbrauch weit schneller
als bisher ansteigen. "Die Politik der EU muss jetzt die Weichen für
die Energiewende im 21. Jahrhundert stellen. Nur so kann Europa
langfristig das Klima schützen, die Umwelt erhalten und
energiepolitisch unabhängig werden", so Mayer. Greenpeace fordert
gesetzlich verbindliche Ausbauziele für Ökostrom und Energieeffizienz
in Europa bis 2010 und 2020. Auch die Klimaschutzziele mit 30 Prozent
weniger Treibhausgasen bis 2020 und minus 80 Prozent bis 2050 sollten
klar und verbindlich in Europa und den Mitgliedstaaten verankert
werden. Der Euratom-Vertrag, der nach wie vor unverändert Privilegien
für die Atomwirtschaft festschreibt, muss im Rahmen einer eigenen
Euratom-Konferenz abgeschafft und die Nutzung der Atomenergie in der
EU sollte spätestens 2025 enden. Die Vision von Greenpeace ist ein
gemeinsames Europa, das sich mit Hundert Prozent Ökoenergie selbst
versorgen kann.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0664-6126721.
Mag. Erwin Mayer, Verkehrs- und Klimaexperte Greenpeace, tel. 0664-2700441.
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