• 10.06.2005, 09:05:15
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Um 18 Prozent mehr Kinder als Patienten in den AUVA-Unfallkrankenhäuser Meidling und Lorenz-Böhler seit 2000

Wien (OTS) - Die AUVA-Unfallkrankenhäuser in Wien zählen vermehrt
Kinder (bis 15 Jahre) zu ihren Patienten. Im Jahr 2004 waren es mit
23.756 um rund 18 Prozent mehr als im Jahr 2000. Während die
Steigerungsrate im Brigittenauer Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler rund
12 Prozent betrug, erreichte das AUVA-Unfallkrankenhaus Meidling rund
20 Prozent. Auch sind Buben stärker betroffen als Mädchen. Rund 97
Prozent können ambulant verarztet werden. Viele kommen nach
Sportunfällen in der Schule (eher Burschen, zum Beispiel Fußball)
oder in der Freizeit (bei Mädchen zum Beispiel Reiten) mit
komplizierten Brüchen und Kopfverletzungen in längere stationäre
Behandlung. Rund 260 Schüler pro Jahr nützen die Chance, während des
Spitalsaufenthalts von Lehrerinnen der Wiener Heilstättenschule
unterrichtet zu werden. Sogar Prüfungen können im Krankenbett
abgelegt werden. Darüber hinaus versuchen die Pflegedienstleiterinnen
beider Häuser Kindergarten- und Volksschulkindern bei Führungen die
Angst vor dem Spital zu nehmen.

In Meidling (www.auva.at/ukhmeidling) führt Pflegedienstleiterin
Hermine Ebner den Zuwachs an Kinder-Patienten im Alter bis 15 Jahre
von rund 10.200 im Jahr 2000 auf etwas mehr als 12.240 im Vorjahr auf
die neue Wienerberg City und den Zuzug jüngerer Familien zurück. Auch
für 2005 zeichnet sich trotz des Umbaus der Erstversorgung und des
OP-Traktes eine weitere Steigerung ab. Hermine Ebner und ihr Team
versuchen den ungewohnten und schmerzhaften Aufenthalt für die jungen
Patienten so angenehm als möglich zu machen: "Wir bieten den Eltern
an, bei ihrem Kind zu bleiben. Die Kosten dafür übernimmt zum
Beispiel die Mutter-Kind-Versicherung. Aber auch ohne Versicherung
können Familienmitglieder gegen einen Unkostenbeitrag bei uns
übernachten. Bei Säuglingen ist das selbstverständlich kostenlos.
Viel Freude haben unsere jüngeren Patienten mit ihrer
Tapferkeitsurkunde, die sie nach einer Operation erhalten. Für die
Älteren ist das Fernsehen eine gern genützte Ablenkung."

Um den Kindern die Scheu vor dem Krankenhaus zu nehmen, führt
Ebner drei- bis viermal im Jahr Volksschulklassen und
Kindergartengruppen aus der Umgebung durch das AUVA-Unfallkrankenhaus
Meidling. Höhepunkt ist der erste eigene Gips, mit dem die Kinder
nach Hause gehen dürfen. Zu den Stammgästen zählen weiters
Schülerinnen und Schüler der 4. Hauptschulklassen, deren Betreuung
eher in Richtung Berufsberatung geht.

Pflegedienstleiterin Irene Walgram sieht die Situation im
AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz-Böhler (www.auva.at/ukhboehler)
ähnlich. Hier pendelt der Anteil der stationären Patienten um eine
Marke von 300 pro Jahr, zwei Drittel sind Buben. Die Anzahl der
verletzten Kinder im Ambulanzbetrieb hat vor allem zwischen 2003 und
2004 zugenommen; der Zuwachs geht auf hier zu zwei Drittel zu Lasten
der Buben. Auch im AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler werden
operierte Kinder mit Tapferkeitsurkunden belohnt und sind
Schulklassen und Kindergartenkinder regelmäßig zu Gast.

"Privatschule" Unfallkrankenhaus: Kinder individuell gefördert

Der Wiener Stadtschulrat sorgt seit fast 100 Jahren für die
pädagogische Betreuung kranker und behinderter Kinder. Lehrerinnen
und Lehrer der Heilstättenschule verfügen über eine Zusatzausbildung,
um die Schüler in einer Ausnahmesituation individuell zu betreuen.
Elisabeth Brunthaler (Meidling) und Philomena Leiter (Lorenz Böhler)
sind vier Tage pro Woche für alle schulpflichtigen Kinder und fast
alle Unterrichtsfächer im Einsatz. Einmal pro Woche kommt eine
Englisch- und eine Werkerziehungslehrerin ins Haus.

Der Tag in den Unfallkrankenhäusern beginnt für die
Universalistinnen mit viel Fingerspitzengefühl bei einem Rundgang
durch die Bettenstationen und der Vorstellung bei Neuzugängen. Sie
werden von den Schwestern unterstützt, die sie auf potentielle
Schüler aufmerksam machen.

Das Wichtigste ist das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Da kann
es schon längere Gespräche geben, ehe de facto mit dem Unterricht
begonnen werden kann. "Auch die Eltern sind sehr am Unterricht
interessiert, damit die Kinder, die mitunter ein bis zwei Monate im
Spital sein müssen, in der Schule nicht zu viel Boden verlieren",
erzählt Philomena Leiter, die "Hauslehrerin" im
AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz-Böhler. "Wir arbeiten maximal zwei
Stunden mit einem Kind und achten darauf, dass die Belastung nicht zu
groß wird. Die individuelle Betreuung bringt hervorragende
Lernergebnisse," ergänzt Leiter, die rund 130 Schüler pro Jahr im
AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler betreut.

Auf ebenfalls rund 130 Schüler im Jahr kommt Elisabeth Brunthaler
im AUVA-Unfallkrankenhaus Meidling: "Es sind deutlich mehr als noch
vor zehn Jahren", bestätigt auch sie die steigende Anzahl von
Schülern im Spital. Zu ihren Schützlingen zählen in erster Linie
AHS-, Haupt-, und Mittelschüler. Volksschüler und Kindergartenkinder
werden vorrangig in Kinderspitäler eingeliefert. "Dafür haben wir
hier viele sehr schwere Fälle und eine längere Verweildauer."

Ungeplante Hilfe, wenn es um spezielle Themen geht, kann auch von
Bettnachbarn kommen: "Die Kinder liegen zwischen den Erwachsenen, da
passiert es schon, dass sich Experten einmischen und mit ihrem
detaillierten Wissen helfen wollen." Mit solchen Situationen gilt es
zum Wohl des Kindes genau so fertig zu werden, wie mit anfänglichen
Verständigungsproblemen. Brunthaler unterrichtet Nachwuchs aus allen
Nationen: "Es ist erstaunlich, wie schnell die Kinder ihr Deutsch bei
uns verbessern."

Wichtig ist natürlich die Zusammenarbeit mit den Lehrern in der
Schule, das Besorgen von Unterlagen, die noch nicht im Fundus des
Unfallkrankenhauses sind. "Vielen ist aber nicht bekannt," meint
Brunthaler, "dass wir offizielle Prüfungen und Schularbeiten machen
können."

Dass die Zusammenarbeit mit den Ärzten, Therapeuten, Schwestern
und Pflegern zum Beispiel bei der Abstimmung der Unterrichtszeiten
ebenfalls wichtig ist, betonen Leiter und Brunthaler. Sie fühlen sich
in den Unfallkrankenhäusern gut aufgehoben und loben die
Arbeitsbedingungen. Umgekehrt lassen die Pflegedienstleiterinnen über
"ihre Lehrerinnen" Nichts kommen.

Die AUVA-Unfallkrankenhäuser Meidling und Lorenz Böhler behandeln
rund 120.000 Patienten aus Niederösterreich, Burgenland und Wien pro
Jahr, rund 14.000 davon stationär. Es stehen mehr als 302 Betten zur
Verfügung.

Rückfragehinweis:
und Foto:
Gabriela Würth, Gabriela Würth Kommunikation
Telefon: (02242) 38 300, (0676) 33 24 879
E-Mail: [email protected].

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