• 08.06.2005, 10:36:30
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Stadt Wien schafft flexible Wohnformen für ältere Menschen

Jeder 2. Mieter über 50 übersiedelt noch mindestens einmal

Wien (OTS) - "Die Menschen werden immer älter und können heute
wesentlich länger gesund und selbstbestimmt leben als noch vor 30
Jahren. Diese erfreuliche Tatsache ist für uns auch eine
Herausforderung. Wir müssen bereits jetzt die Voraussetzungen dafür
schaffen, dass die stetig ansteigende Zahl älterer Menschen in Wien
auch in Zukunft eine hohe Lebensqualität vorfinden. Das bedeutet,
dass neben der Aufrechterhaltung der bestmöglichen
Gesundheitsvorsorge auch die Schaffung besonders auf die Bedürfnisse
älterer Menschen zugeschnittener Wohnprojekte im Vordergrund steht.
Schließlich werden im Jahr 2030 fast eine halbe Million Wienerinnen
und Wiener über 60 sein", erklärten Wohnbaustadtrat Werner Faymann
und Gesundheits- und Sozialstadträtin Maga. Renate Brauner am
Mittwoch im Rahmen der Medienpräsentation "Maßnahmen für's Wohnen im
Alter".****.

Innerhalb von nur 12 Jahren ist in Österreich die
durchschnittliche Lebenserwartung von Männern von 72 auf 76 Jahre
angestiegen. Die Frauen werden im Jahr 2003 im Vergleich zu 1991 im
Durchschnitt um gute drei Jahre älter und haben nunmehr eine
Lebenserwartung von 82 Jahren. Das hat entsprechende Auswirkungen auf
den Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. So lag 1991 der
Anteil von Menschen über 60 Jahre noch bei 20,1 Prozent. Laut
Statistik Austria wird dieser Anteil bis 2030 auf 32,1 Prozent
wachsen.

"Studien zeigen, dass jeder zweite Mieter über 50 noch
mindestens einmal in seinem Leben übersiedelt. Entgegen früherer
Annahmen sind ältere Menschen also durchaus mobil, wenn das Angebot
vorhanden ist und passt. Daher müssen einerseits im Bereich der
geförderten Miet- und Eigentumswohnungen, andererseits beim betreuten
Wohnen in der eigenen Wohnung ausreichende Kapazitäten geschaffen
werden. In jenen Bereichen der Stadt, wo heute überdurchschnittlich
viele Jungfamilien leben - das sind insbesondere die Bezirke
Favoriten, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus, Floridsdorf, Donaustadt
und Liesing - wird es in 30 Jahren sehr viele ältere Menschen geben.
Daher müssen rechtzeitig die entsprechenden infrastrukturelle
Vorkehrungen wie Barrierefreiheit geschaffen werden, damit die
Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Wohnumgebung bleiben
können", so Faymann weiter.

"Wien ist eine Stadt für jedes Alter. In allen Bereichen der
Kommunalpolitik wird auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen
der älteren Generation Rücksicht genommen. Unser Ziel ist, dass die
Menschen möglichst lange zu Hause leben können. Dafür müssen auch
entsprechende bauliche Maßnahmen im Wohnbereich gesetzt werden.
Darüber hinaus ist es notwendig ältere Menschen je nach ihren
persönlichen Anforderungen auch zu Hause zu betreuen und zu
begleiten. Wenn das Wohnen in den eigenen vier Wänden allerdings
nicht mehr möglich ist, bieten wir ein breites Angebot an
Pflegeheimplätzen", meinte Renate Brauner.

"Alte" Singles im Vormarsch

In Österreich lebten im Jahr 2000 26 Prozent der Bevölkerung in
Einpersonenhaushalten. Vor hundert Jahren waren das lediglich sieben
Prozent. Vor allem in der Stadt wird dieser Trend weiter anhalten.
Für das Jahr 2020 wird der Anteil der in Singlehaushalten lebenden
Menschen bereits auf 40 Prozent geschätzt. Die Zunahme an
Einpersonenhaushalten - so die Studie "Heimservices als neue
Herausforderung und Chance" - hängt stark mit der Verschiebung der
Altersstruktur zusammen. Spezielle Wohnformen für ältere Menschen,
die alleine in einem Haushalt leben, sind daher ein Zukunftsmarkt.
Aber auch der Bedarf an Heimserviceleistungen - etwa im Bereich der
Pflege, Hauswirtschaft oder Sicherheit - wird zunehmen.

Die Wohnung ist für ältere Menschen aus vielen Gründen besonders
wichtig: mit zunehmendem Alter reduziert sich der persönliche
Aktionsradius. Das hat körperliche aber auch soziale und psychische
Ursachen. Betreute Personen verbringen im Durchschnitt 20,5 Stunden
pro Tag in der eigenen Wohnung. Dennoch sind 65% aller Haushalte über
50 generell umzugsbereit. Die Gründe dafür sind vielfältig, liegen
aber meist in veränderten Haushaltsgrößen, etwa wenn die Kinder
ausgezogen sind, der Ehepartner verstorben ist oder nach Scheidungen.
Dazu kommen aber auch wirtschaftliche Überlegungen, um mit der
gegenüber dem Erwerbseinkommen geringeren Pension besser haushalten
zu können.
Ideenreiches Seniorenwohnen in Wien

Die Stadt hat große Gestaltungsmöglichkeiten, da sie den Neubau
von Wohnungen jährlich mit rund 250 Millionen Euro fördert. Dadurch
ist das Mietenniveau in Wien im internationalen Vergleich sehr
niedrig. Ein Gutteil der 5.500 Wohnungen, die mit Hilfe dieser
Unterstützung pro Jahr errichtet werden, ist für Senioren geplant.
Zum Beispiel das Projekt "Klostergarten" im 22. Wiener
Gemeindebezirk. Die Appartements selbst als auch das Gebäude und die
Zugänge sind zur Gänze barrierefrei. Die Zimmer sind mit Sicherheits-
und Notrufeinrichtungen ausgestattet.
Falls sich kurzfristig der Betreuungsbedarf erhöht, leistet das
geschulte Pflegepersonal Hilfestellung im Alltag wie z.B. beim
Anziehen, Essen und in der Pflege. Zahlreiche Serviceangebote wie
Wäschedienst, Reinigung, Hilfestellung im Umgang mit Behörden und
Ämtern oder kleinere Reparaturen in der Wohnung erleichtern das
Leben.

Oder das Projekt Kornhäusl-Villa in Ottakring. 90 % der
Wohnungen sind mit dem Rollstuhl erreichbar. Die Wohnungen sind so
gestaltet, dass sie gut für Anforderungen von Menschen mit geringerer
Mobilität adaptierbar sind. Bei den Sanitärräumen können im
Bedarfsfall im Nachhinein WC und Badezimmer zusammengelegt werden, da
die Trennwand ohne Probleme entfernbar ist. Die Stadt arbeitet hier
eng mit Pflegeeinrichtungen sowie Behindertenorganisationen zusammen,
damit die Wienerinnen und Wiener auch im Alter ein Wohnungsangebot
haben, das ihren Wünschen möglichst nahe kommt.

Parallel dazu fördert die Stadt mit 200 Millionen Euro jährlich
die Sanierung von Wohnhäusern. Pro Jahr werden dadurch Wohnhäuser mit
insgesamt 10.000 Wohnungen gefördert saniert. Weiters werden pro Jahr
570 Aufzüge gefördert saniert und 200 Aufzüge gefördert neu
errichtet. Und die vor einem Jahr beschlossene Novelle der Bauordnung
sorgt dafür, dass alle neu errichteten Wohnhäuser barrierefrei gebaut
werden müssen.

Darüber hinaus wurde in der Neubauverordnung mit Wirksamkeit 1.
Dezember 2004 eine besondere Förderung für die behinderten- bzw.
seniorengerechte Ausstattung von Wohnungen geschaffen. Diese
ermöglicht bei der Errichtung von Wohnungen und Heimplätzen z.B. bei
der Einrichtung eines Notruftelefons, einer Zutrittskontrolle über
das Zylinderschloss, einer rutschsicheren Verfliesung, eines
bodengleichen Duschbereichs und Anhaltegriffen oder
Behindertenplätzen in der Tiefgarage eine Förderung von bis zu 75
Prozent.

Durch diese Lifteinbauten, Wohnungsverbesserungen und Schaffung
barrierefreier Zugänge wird vor allem für ältere Mieter das
tagtägliche Leben erleichtert. (Schluss) gmp/brc

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag. Gerd Millmann-Pichler
   Tel.: 4000/81 869
   mailto:[email protected]
   Mag.a Cécile-Veronique Brunner
   Tel.: 4000/81 238
   Handy: 0664/345 045 1
   mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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