- 06.06.2005, 13:30:08
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Morak: Ernst-Jandl-Lyrik-Tage "Wellnessurlaub von der Sprachlosigkeit"
Donhauser: "von der Befindlichkeit zur Weltvermittlung"- Ernst-Jandl-Lyrik-Tage 17.-19. Juni 2005 Neuberg/Mürz - Preisverleihung 18.Juni
Wien (OTS) - "In der Zeit zunehmender Sprachlosigkeit ist das
Gespräch über Sprache notwendig. Lyrik ist ein authentisches
Stenogramm der subjektiven Befindlichkeit", so Staatssekretär Franz
Morak heute, Montag, anlässlich der Präsentation der
Ernst-Jandl-Lyrik-Tage 2005, gemeinsam mit dem heurigen Preisträger
Michael Donhauser und dem Jurymitglied Alfred Kolleritsch.
"Mir war es ein Anliegen, nach dem Tod von Ernst Jandl im Jahr 2000
im Geiste und im Gedenken Ernst Jandls einen Preis einzurichten, der
sich mit Lyrik und der Beschäftigung von Sprache befasst". Die
Ernst-Jandl-Lyrik-Tage in Neuberg von 17.-19. Juni verstehe er,
Morak, als "Wellness-Urlaub von Sprachlosigkeit", und das in einer
Region, aus der bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller,
wie Elfriede Jelinek, Michael Scharang, Walter Buchebner kommen, aber
auch viele Veranstaltungen mit H.C. Artmann, Gerhard Rühm,
Jandl-Mayröcker stattgefunden haben. Andrea Jonasson und Joachim
Bißmeier werden Texte von Ernst Jandl und Thomas Kling rezitieren,
Friederike Mayröcker wird aus ihren Texten lesen sowie zahlreiche
Lyrikerinnen und Lyriker darunter Anja Utler, Oswald Egger, Friedrich
Achleitner, Dorothea Grünzweig und viele andere. Wolfram Berger und
Wolfgang Puschnig werden "Jandln - jazz me if you can" präsentieren.
Auch Christian Muthspiel wird im Anschluss an die Preisverleihung
mit einer Hommage an Ernst Jandl "Für und mit Ernst. Solo für
Posaune, Klavier und Electronics" auftreten.
Alfred Kolleritsch, neben Jörg Drews, Friederike Mayröcker, Klaus
Reichert und Heinz Schafroth Mitglied der Jury, ist Michael Donhauser
schon seit langem verbunden, da Donhauser bereits 1990 Preisträger
des Manuskripte-Preises war. Damals hatte Kolleritsch eines jener
"Glücksmomente und Aha-Erlebnisse", als er Texte von Michael
Donhauser kennen lernte. Diese "Entdeckung" von Michael Donhauser
füge sich auch gut in das von Jandl ausgehende Konzept ein, den
"Schwerpunkt auf die Sprache als experimentelle Literatur zu legen,
in der man eigene ästhetischen Konzepte darlegt. Lyrik ist etwas, wo
sich die Sprache erholen kann", so Kolleritsch. Michael Donhausers
Gedichte "lehren, genau hinzuschauen, genau wahrzunehmen. Seine Art
zu schreiben ist unverwechselbar. Er hat Eigenständigkeit, Kanten und
eine eigene Ästhetik", so Kolleritsch.
Michael Donhauser fühlt sich in zwei Themenbereichen mit Jandl
verbunden: Zunächst durch die Verweigerung der oberflächlichen
Relevanz und andererseits dadurch, dass auch seine Lyrik nicht auf
die Autonomie der Sprache abziele. Jedoch habe Donhauser verstärkt
versucht, von der reinen Befindlichkeit stärker zur Weltvermittlung
zu kommen. In der Natur habe er die Nähe gesucht, das sei der
Ausgangspunkt seiner Gedichte. Die Bezeichnung der Jury, er sei
"unzeitgemäß" freue ihn, denn seine Art die Welt darzustellen, werde
gerne in den Bereich der Irrelevanz geschoben.
Anlässlich der Vergabe des Ernst-Jandl-Preises für Lyrik an Michael
Donhauser erscheint im Verlag Urs Engeler/Weil am Rhein "Ich habe
lange nicht doch nur an Dich gedacht", eine Gedichtesammlung von zum
Teil bereits erschienenen und neuen Gedichten.
Die Ernst-Jandl-Lyrik-Tage finden von 17.-19. Juni in Neuberg an der
Mürz statt. Die Preisverleihung an Michael Donhauser findet am 18.
Juni um 19.00 Uhr im Refektorium des Stiftes Neuberg statt.
Anlässlich der Ernst-Jandl-Lyrik-Tage 2005 ist eine Broschüre
erschienen, die in der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes mit dem
Programm bezogen werden kann und unter www.art.austria.gv.at zum
download bereit steht. (Nähere Informationen auch unter
+43-1-53115-7564)
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat für Kunst und Medien
Mag. Katharina Stourzh
Tel.: (++43-1) 53115/2228
katharina.stourzh@bka.gv.at
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