Eisenbahner zu Lehrlingsausbildung: ÖBB-Vorstand Huber "schlecht informiert"

GdE-Zentralsekretär Bacher: Gewerkschaft nicht zur Unterstützung von "Luxusgagenbeziehern" da

Wien (GdE/ÖGB) - "Huber ist in Sachen Lehrlingsausbildung bei den ÖBB offensichtlich schlecht informiert", wies GdE-Zentralsekretär Norbert Bacher am Freitag die Vorwürfe von ÖBB-Vorstandsvorsitzendem Huber in Sachen Lehrlingsausbildung zurück. Faktum sei nämlich, dass die von Huber angesprochene "ÖBB-Lehrlingsstiftung" in der ÖBB-Dienstleistungsgesellschaft noch nicht einmal gegründet sei, die alte Stiftung auslaufe und deshalb rund 300 junge Menschen "auf der Straße stehen" würden, so Bacher. "Huber wird sich daran gewöhnen müssen, dass die Gewerkschaft dazu da ist, die Rechte sozial schlechter gestellter ArbeitnehmerInnen zu verteidigen und nicht, um die seit der ÖBB-Reform in den Vorstand eingezogenen Bezieher ÖBB-rekordverdächtiger Luxusgagen zu unterstützen", stellte der Gewerkschafter fest. ++++

Mit seinen Worten habe Huber im Unterschied zu Gorbach auch erstmals eingestanden, dass die überwiegende Mehrzahl der bei den ÖBB Auszubildenden anstelle eines ordentlichen Lehrvertrages in Zukunft nur mehr mit einem "Taschengeld" aus AMS-Mitteln in der Höhe von 250 Euro abgespeist werden sollen, so Bacher, was über die gesamte Ausbildungszeit gerechnet zu finanziellen Einbußen von rund 70 Prozent führen würde. "Angesichts der noch nie so hoch gewesenen Millionengagen der ÖBB-Vorstände ist das nicht einzusehen", bekräftigte Bacher.

Das ÖBB-Management solle zudem den Eltern jener 1.500 jungen Menschen, die sich bereits nach der Lehrstellenausschreibung des Unternehmens Anfang des Jahres beworben haben, erklären, warum ihre Kinder nun vergebens auf einen Lehrplatz warten, kritisierte Bacher. Denn die derzeitige Lehrlingspolitik von Vizekanzler Gorbach, Arbeitsminister Bartenstein und der ÖBB-Führung hätte zur Folge, dass diese nun vergebens auf einen Lehrplatz warten würden, weil nun zu "Taschengeldbeziehern" degradierte Lehrlinge vom AMS zugewiesen würden. "An diesen Fakten ändert auch die Mär von Gorbach, dass die Gewerkschaft angeblich Zuteilungsrechte bei den Lehrlingen besessen hätte, nichts", betonte der GdE-Zentralsekretär abschließend. (Schluss)

ÖGB, 3. Juni
2005
Nr. 365

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