AMS OÖ:Unternehmensgründungsprogramm

Mit erfolgreichen Ideen aus der Arbeitslosigkeit

Linz (OTS) - Gegen den landesweiten Trend - die Zahl der Betriebsgründungen sank im Vorjahr um 4,5 % - machten sich 2004 deutlich mehr Arbeitsuchende mit Hilfe des Arbeitsmarktservice Oberösterreich (AMS OÖ) selbstständig (+6,4 %).Das Unternehmensgründungsprogramm des AMS OÖ stellt weitgehend sicher, dass nur überlebensfähige Projekte umgesetzt werden: lediglich 43 Prozent der Betriebsgründungspläne werden als realisierbar eingestuft.

Insgesamt sind die Betriebsneugründungen in Oberösterreich laut Wirtschaftskammer OÖ rückläufig: von 4628 im Jahr 2003 auf 4422 im Jahr 2004 (-4,5 %). Im Jahr 2004 machten sich 565 Arbeitsuchende mit Hilfe des AMS-Unternehmensgründungsprogramms selbstständig. Gegenüber 2003 (531 Gründungen) bedeutet dies eine Steigerung um

6,4 %. Das Unternehmensgründungsprogramm des AMS OÖ war demnach zu 12,8 % an allen Betriebsanmeldungen beteiligt. Im heurigen Jahr gab es bislang 250 Neugründungen über das AMS-Unternehmens-gründungsprogramm. Seit dem Start des Programms (Ende 1994) bis Ende 2004 haben Arbeitsuchende in OÖ 3241 Unternehmen gegründet.

Strikte Vorauswahl

Das Interesse Arbeitsuchender an der Gründung eines eigenen Unternehmens ist vergleichsweise hoch. Im Jahr 2004 informierten sich 1315 Personen über die Möglichkeit einer Betriebsgründung. Umgesetzt wurden nur 43 Prozent dieser Pläne (565 Betriebsgründungen). "Wir achten strikt darauf, dass die geplanten Unternehmen überlebensfähig sind", berichtet Mag. Sigrid Richter von der ÖSB Consulting GmbH, die gemeinsam mit der bit management Beratung GmbH das Unternehmensgründungsprogramm für das AMS OÖ umsetzt. "Manchmal gibt es sehr innovative Ideen, doch zeigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, dass nicht genug Gewinn erzielt werden könnte."

Im Rahmen des Unternehmensgründungsprogramms werden die TeilnehmerInnen sechs Monate lang beraten und finanziell unterstützt. Zudem haben sie Gelegenheit, notwendige Qualifizierungen zu erwerben. Die UnternehmensgründerInnen machen sich durchwegs in ihrem angestammten Tätigkeitsfeld selbstständig. Dabei dominierten 2004 die Bereiche Handel (147 Neugründungen), private Dienstleistungen (106) sowie Gewerbe und Handwerk (90). Der weitaus überwiegende Teil der neuen Firmen wird als Einzelunternehmen geführt.

Vorsichtige Frauen

2004 lag der Anteil der Frauen an den Betriebsneugründungen in Oberösterreich bei 38,5 % (ohne Gesellschaften); im Unternehmungsgründungsprogramm des AMS OÖ betrug die Frauenquote nur 27,4 %. Während beratene Frauen nur zu einem Drittel ihre Unternehmenspläne auch umsetzen, tun dies fast die Hälfte der beratenen Männer. Frauen brechen laufende Unternehmensgründungen auch häufiger ab (18,4 %) als Männer (11,8 %).

Gründe für die Zurückhaltung von Frauen bei der Unternehmensgründung sind u.a. die Doppelbelastung durch Familie und Beruf. Manche Frauen sehen in ihrem Einkommen oft nur einen Zuverdienst zum Familienbudget und wollen daher nur beschränkt Zeit und Geld investieren. Eine Babypause würde zudem den Bestand des Einzelunternehmens in Frage stellen. Und Gründungsabsichten in Bereichen wie Wellness, Esoterik, Ernährungsberatung oder Kosmetik, die vielfach geäußert werden, lassen sich im ländlichen Raum meist nicht gewinnbringend umsetzen.

"Für unternehmerisch denkende Arbeitsuchende ist der Gang in die Selbstständigkeit oft der richtige Weg aus der Beschäftigungslosigkeit", berichtet Landesgeschäftsführer Roman Obrovski. "Durch strikte Vorauswahl sorgen wir dafür, dass das Risiko ihres Scheiterns minimiert wird."

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