- 01.06.2005, 11:04:14
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Wien unterstützt Errichtung einer Holocaust-Gedenkstätte in Lodz
Wien (OTS) - Heute, Mittwoch, übergab Alt-Bürgermeister Dr. Helmut
Zilk im Namen der Stadt Wien an die polnische Stadt Lodz EUR
100.000.- für die Fertigstellung der Gedenkstätte Bahnhof Radegast.
An den Feierlichkeiten in Lodz nahmen zahlreiche hohe Vertreter der
Stadt Lodz, der Oberrabbiner von Warschau und Lodz Michael Schudrich
sowie der österreichische Botschafter in Polen, Dr. Georg Weiss teil.
Dr. Zilk betonte in seiner Ansprache, dass die Schrecken des
Holocausts nie vergessen werden dürfen. Auch Wiener jüdische
Bürgerinnen und Bürger wurden im Ghetto Litzmannstadt bei Lodz oder
vom Bahnhof Radegast in die nahen Vernichtungslager der
Nationalsozialisten verschleppt und ermordet.
Im August wird in Lodz (ca. 120 km südlich von Warschau) der
61ste Jahrestag der Beendung des Massenmordes an Juden und Roma im
Ghetto Litzmannstadt Gedenkfeierlichkeiten abgehalten.
Eine besondere Rolle an dieser Tragödie spielte der
Verladebahnhof Radegast (ca. 6 km vom Ghetto Lodz entfernt) in Lodz.
Ab Mitte 1940 hatte der Bahnhof neben einem Güter- und Verladebahnhof
für die Stadt Lodz noch die Funktion eines Personentransportbahnhofes
für die Verbringung von Einwohnern des Ghettos Litzmannstadt (in
Lodz) in Zwangs- und Arbeitslager. Von 1941 bis Mitte August 1942
hatte der Bahnhof auch die Funktion deportierte Juden und Roma aus
Deutschland, Österreich, der damaligen Tschechoslowakei und Luxemburg
in das Ghetto Lodz zu "entladen". Insgesamt wurden 4.999 jüdische
Bürger aus Wien und 5.007 Roma und Sinti aus dem Burgenland ermordet.
Nachdem die Nationalsozialisten die "Endlösung der Judenfrage"
geklärt hatten, wurde der Bahnhof Radegast ein zentrales Rädchen im
Mechanismus der Massenvernichtung. Rund 145.000 Menschen wurden vom
Bahnhof zu den Massenvernichtungslagern in Kulmhof am Ner und in
Auschwitz-Birkenau verbracht.
Nach dem Krieg wurde diese Funktion des Bahnhofes vergessen.****
(Schluss) an
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