- 31.05.2005, 13:57:51
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VA-Tech und Siemens-Betriebsräte mit gemeinsamer Strategie
Unterstützung von AK, GMT und GPA - Kritik an Industriepolitik der Regierung
Wien (GPA/GMT/ÖGB/BAK) - Im Vorfeld der Entscheidung der
Wettbewerbsbehörde bezüglich der Übernahme des VA-Tech-Konzerns durch
Siemens kamen gestern, Montag, die BetriebsrätInnen
(Konzernvertretungen) von Siemens Österreich und der VA-Tech unter
Beteiligung von AK-Präsident Herbert Tumpel, GPA-Vorsitzendem
Wolfgang Katzian und GMT-Zentralsekretär Karl Haas zu einem Arbeits-
und Strategiegespräch zusammen. Die Konzernbetriebsräte Fritz Hagl
(Siemens) und Anton Beneder (VA-Tech) betonten die Einigkeit der
beiden Körperschaften bei der Durchsetzung der Interessen der
Belegschaften.++++
Kritik an der Industriepolitik der Bundesregierung äußerte
AK-Präsident Herbert Tumpel: "Die Bundesregierung wurde nicht müde,
den Verkauf der VA-Tech an Siemens als optimale Lösung zu
präsentieren, bei der sozusagen alles problemlos über die Bühne geht.
Nun stellt sich heraus, dass in Wirklichkeit die europäische
Wettbewerbsbehörde große Bedenken angemeldet hat und die Zukunft
weiter Teile der Belegschaften in den Händen der Entscheidung der
Wettbewerbsbehörde liegt. Es zeigt sich, dass eine rein ideologisch
motivierte Privatisierungspolitik nichts mit einer längerfristigen
und strategisch orientierten Industriepolitik zu tun hat."
GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian betonte unter dem Eindruck des
EU-Referendums in Frankreich, dass in Europa die soziale Frage eine
neue zentrale Dimension bekommen müsse. "Wenn die Beschäftigten
ständig das Gefühl bekommen, dass ihre legitimen Interessen nicht
berücksichtigt und Versprechen nicht eingehalten werden, darf man
sich nicht wundern, dass die Skepsis gegenüber der Politik der
Europäischen Union steigt", so Katzian. Die bisherigen Angebote von
Siemens an die Beschäftigten reichen jedenfalls nicht aus, um die
Befürchtungen zu entkräften. Von Seiten der GPA sagte Katzian die
volle Unterstützung für die Beschäftigten und den BetriebsrätInnen
zu.
Auch der Zentralsekretär der Gewerkschaft Metall-Textil, Karl
Haas, brachte die Unterstützung seiner Gewerkschaft zum Ausdruck und
bekräftigte seine Kritik an der Privatisierungspolitik der Regierung.
Er appellierte an die BetriebsrätInnen und Belegschaften der
betroffenen Unternehmen, sich nicht gegenseitig ausspielen zu lassen
und an einem Strang zu ziehen. "Wir haben gesehen, dass wir uns für
die Zukunft unseres Industriestandortes nicht auf diese Regierung
verlassen können, um so wichtiger ist nun unsere gemeinsame
Solidarität", so Haas.
Einigkeit bestand unter den Beteiligten darin, dass man in
Hinkunft noch enger kooperieren wolle und die Aktivitäten zur Wahrung
der Interessen der Belegschaften gemeinsam entwickeln wird. Die
Konzernvertretungen formulierten als gemeinsame Ziele die
größtmögliche Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten, das
gemeinsame, koordinierte Vorgehen von BetriebsrätInnen und
Gewerkschaften sowie die aktive Mitgestaltung der BetriebsrätInnen
beim gesamten Prozess der Übernahme.
ÖGB, 31. Mai
2005
Nr. 351
Rückfragehinweis:
GPA Mag. Martin Panholzer Telefon: (01) 313 93-511 Mobil: 0676/817 111 511 GMT Nani Kauer Telefon: (01) 501 46-242 Mobil: 0664/61 45 915
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