ÖAMTC AKADEMIE: Unsere Luft: Vieles erreicht - Vieles zu tun

ÖAMTC AKADEMIE präsentiert aktuelle Studie "Unsere Luft 1980 bis 2015 - Abgasemissionen, Luftqualität, Zukunftsstrategien"

Wien (ÖAMTC-Presse) - Treibhauseffekt, Ozonalarm, Feinstaubbelastung - Schlagworte, die immer wieder öffentlich zur Diskussion stehen, wenn es um das Thema "Verkehr und Luftqualität" geht. Die aktuelle Studie der ÖAMTC AKADEMIE zeigt ein differenziertes Bild: Je nach Abgaskomponente hat der Straßenverkehr einen Anteil von 3 bis 30 Prozent an den Gesamtemissionen. Die Emissionen kommen somit auch von Kraft- und Heizwerken, Industrie, Kleinverbrauchern sowie von Landwirtschaft, Off-Road-Maschinen, Schiffs- und Flugverkehr.

"Die Problemkreise bei den Gesamtemissionen sind Kohlendioxid (CO2), Stickstoffoxide (NOx) und Feinstaub. Erfolgreich reduziert werden konnten hingegen Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoff (HC)", betont der Studienautor a.o.Univ.Prof. Dr. Ernst Pucher von der TU Wien.

Der nunmehr 6. Auflage liegen neue Erkenntnisse zu Berechnungsmethoden der Schadstoffemissionen zugrunde. Auf der Basis von über 20.000 unterschiedlichen Basis-Daten wurde ein umfangreiches Bild der derzeitigen Luftschadstoff-Belastung dargestellt und mit Hilfe detaillierter und komplexer Berechnungen die Entwicklung bis zum Jahr 2015 prognostiziert. Professor Pucher: "Durch die bisher gesetzten Luftreinhaltungs-Maßnahmen wurde bereits viel erreicht, es ist aber noch viel zu tun. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Katalysator-Einführung sowie die Entschwefelung der Kraft- und Brennstoffe für die Umwelt eine deutliche Verbesserung gebracht haben. Den 'sauren Regen', der vor Jahren ein zentrales Problem war, gibt es praktisch nicht mehr."

Zwischen 1980 und 2005 nahmen die Gesamtemissionen bei CO und HC um mehr als 50 Prozent ab, bei NOx um etwa 30 Prozent und die SO2-Emissionen nahmen im Vergleichszeitraum sogar um über 90 Prozent ab. Bei den CO2- und Feinstaub-Emissionen kann kein klarer Trend erkannt werden. CO2 nahm im Vergleichszeitraum tendenziell zu. Zur Erreichung des Kyoto-Ziels sind jedenfalls erhebliche Anstrengungen nötig. In der Kyoto-Vereinbarung hat sich Österreich bis 2012 zu einer CO2-Reduktion um 13 Prozent - bezogen auf das Basisjahr 1990 -verpflichtet.

Luftgüte-Messungen bestätigen Trends

Diese beschriebenen Trends werden auch durch Luftgüte-Messungen (Immissionswerte) bestätigt. CO-Konzentrationen sind im Vergleichszeitraum um etwa 50 Prozent gesunken, die SO2-Werte um rund zwei Drittel. Die NO2-Konzentration in der Luft zeigt bis Ende der 90er-Jahre einen fallenden Trend und seither eine leichte Zunahme. Die Angabe von Zeittrends beim Feinstaub gestaltet sich schwierig, da erst seit 2003 auf PM10-Messungen umgestellt wird und dafür kaum flächendeckende Messergebnisse vorliegen. Die oft als besonders gesundheitsgefährdend geltenden PM2,5-Anteile sind jedenfalls seit 1990 rückläufig.

Bei Ozon ist ein gleichbleibender Trend zu beobachten, obwohl der Ausstoß der Ozon-Vorläufersubstanzen (HC und NOx) in Österreich abgesenkt wurde. "Ozon ist ein überregional gebildeter Schadstoff und kann nur durch europaweite Emissionsabsenkung reduziert werden", so Pucher.

Alle Beteiligten sind gefordert

Auch wenn es so scheint, dass eine weitere Abnahme der Schadstoffanteile durch die Erneuerung des Fahrzeugbestandes und durch die weitere Verschärfung der europäischen Abgaslimits garantiert ist, darf es zu keinem Stillstand kommen. Das Abgaslimit "Euro V" wird ab etwa 2010 gültig und sollte besonders bei Stickstoffoxid- und Partikel-Emissionen eine wesentliche Absenkung bewirken.

Die ÖAMTC AKADEMIE fordert daher, unabhängig von politischen Wunschzielen und ohne vordergründige finanzielle Mehrbelastungen für den Autofahrer, dass alle Verursacher ihren Beitrag leisten. "Nicht nur die Autofahrer, alle, vom Kleinverbraucher bis zur Industrie sind gefordert", so Dr. Christine Zach, Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE. Gefordert sind deshalb:

Einheitliche Abgas-Standards für alle Fahrzeugkategorien, da oft aus aktuellem Anlass einseitig Fahrzeugkategorien mit Auflagen belegt werden. Beispiel: Einführung von Partikelfilter beim Diesel-Pkw, aber keine Maßnahmen beim Leicht-Lkw, wo diese Technologie für die Umwelt großen Nutzen bringen würde. Denn der Bestand an Leicht-Lkw in Österreich hat sich von 1980 bis 2005 mehr als verdoppelt.

Auf EU-Ebene müssen die Gesetze besser koordiniert werden, sodass die Luftgüte-Qualitätskriterien und Abgas-Emissions-Vorschriften im Gleichklang sind.

Dringenden Handlungsbedarf ortet die Studie im Bereich der einspurigen Fahrzeuge, denn selbst neue Modelle weisen gegenüber einem Pkw noch immer die 15- bis 30-fache HC-Emission pro gefahrenem Kilometer auf.

"Alle derzeit bereits existierenden Möglichkeiten und Alternativen - vom Erdgas-Antrieb bis zu finanziellen Anreizen für Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität - sollten so bald wie möglich durchgeführt werden", setzt Dr. Christine Zach, Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE, auf eine "Strategie der Vielfalt", um einen Beitrag zur nachhaltigen Bewältigung unserer Mobilität von morgen zu leisten.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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