• 31.05.2005, 10:04:15
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ÖAMTC AKADEMIE: Unsere Luft: Vieles erreicht - Vieles zu tun

ÖAMTC AKADEMIE präsentiert aktuelle Studie "Unsere Luft 1980 bis 2015 - Abgasemissionen, Luftqualität, Zukunftsstrategien"

Wien (ÖAMTC-Presse) - Treibhauseffekt, Ozonalarm,
Feinstaubbelastung - Schlagworte, die immer wieder öffentlich zur
Diskussion stehen, wenn es um das Thema "Verkehr und Luftqualität"
geht. Die aktuelle Studie der ÖAMTC AKADEMIE zeigt ein
differenziertes Bild: Je nach Abgaskomponente hat der Straßenverkehr
einen Anteil von 3 bis 30 Prozent an den Gesamtemissionen. Die
Emissionen kommen somit auch von Kraft- und Heizwerken, Industrie,
Kleinverbrauchern sowie von Landwirtschaft, Off-Road-Maschinen,
Schiffs- und Flugverkehr.

"Die Problemkreise bei den Gesamtemissionen sind Kohlendioxid
(CO2), Stickstoffoxide (NOx) und Feinstaub. Erfolgreich reduziert
werden konnten hingegen Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid (CO) und
Kohlenwasserstoff (HC)", betont der Studienautor a.o.Univ.Prof. Dr.
Ernst Pucher von der TU Wien.

Der nunmehr 6. Auflage liegen neue Erkenntnisse zu
Berechnungsmethoden der Schadstoffemissionen zugrunde. Auf der Basis
von über 20.000 unterschiedlichen Basis-Daten wurde ein umfangreiches
Bild der derzeitigen Luftschadstoff-Belastung dargestellt und mit
Hilfe detaillierter und komplexer Berechnungen die Entwicklung bis
zum Jahr 2015 prognostiziert. Professor Pucher: "Durch die bisher
gesetzten Luftreinhaltungs-Maßnahmen wurde bereits viel erreicht, es
ist aber noch viel zu tun. Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass
die Katalysator-Einführung sowie die Entschwefelung der Kraft- und
Brennstoffe für die Umwelt eine deutliche Verbesserung gebracht
haben. Den 'sauren Regen', der vor Jahren ein zentrales Problem war,
gibt es praktisch nicht mehr."

Zwischen 1980 und 2005 nahmen die Gesamtemissionen bei CO und HC
um mehr als 50 Prozent ab, bei NOx um etwa 30 Prozent und die
SO2-Emissionen nahmen im Vergleichszeitraum sogar um über 90 Prozent
ab. Bei den CO2- und Feinstaub-Emissionen kann kein klarer Trend
erkannt werden. CO2 nahm im Vergleichszeitraum tendenziell zu. Zur
Erreichung des Kyoto-Ziels sind jedenfalls erhebliche Anstrengungen
nötig. In der Kyoto-Vereinbarung hat sich Österreich bis 2012 zu
einer CO2-Reduktion um 13 Prozent - bezogen auf das Basisjahr 1990
-verpflichtet.

Luftgüte-Messungen bestätigen Trends

Diese beschriebenen Trends werden auch durch Luftgüte-Messungen
(Immissionswerte) bestätigt. CO-Konzentrationen sind im
Vergleichszeitraum um etwa 50 Prozent gesunken, die SO2-Werte um rund
zwei Drittel. Die NO2-Konzentration in der Luft zeigt bis Ende der
90er-Jahre einen fallenden Trend und seither eine leichte Zunahme.
Die Angabe von Zeittrends beim Feinstaub gestaltet sich schwierig, da
erst seit 2003 auf PM10-Messungen umgestellt wird und dafür kaum
flächendeckende Messergebnisse vorliegen. Die oft als besonders
gesundheitsgefährdend geltenden PM2,5-Anteile sind jedenfalls seit
1990 rückläufig.

Bei Ozon ist ein gleichbleibender Trend zu beobachten, obwohl der
Ausstoß der Ozon-Vorläufersubstanzen (HC und NOx) in Österreich
abgesenkt wurde. "Ozon ist ein überregional gebildeter Schadstoff und
kann nur durch europaweite Emissionsabsenkung reduziert werden", so
Pucher.

Alle Beteiligten sind gefordert

Auch wenn es so scheint, dass eine weitere Abnahme der
Schadstoffanteile durch die Erneuerung des Fahrzeugbestandes und
durch die weitere Verschärfung der europäischen Abgaslimits
garantiert ist, darf es zu keinem Stillstand kommen. Das Abgaslimit
"Euro V" wird ab etwa 2010 gültig und sollte besonders bei
Stickstoffoxid- und Partikel-Emissionen eine wesentliche Absenkung
bewirken.

Die ÖAMTC AKADEMIE fordert daher, unabhängig von politischen
Wunschzielen und ohne vordergründige finanzielle Mehrbelastungen für
den Autofahrer, dass alle Verursacher ihren Beitrag leisten. "Nicht
nur die Autofahrer, alle, vom Kleinverbraucher bis zur Industrie sind
gefordert", so Dr. Christine Zach, Geschäftsführerin der ÖAMTC
AKADEMIE. Gefordert sind deshalb:

Einheitliche Abgas-Standards für alle Fahrzeugkategorien, da oft
aus aktuellem Anlass einseitig Fahrzeugkategorien mit Auflagen belegt
werden. Beispiel: Einführung von Partikelfilter beim Diesel-Pkw, aber
keine Maßnahmen beim Leicht-Lkw, wo diese Technologie für die Umwelt
großen Nutzen bringen würde. Denn der Bestand an Leicht-Lkw in
Österreich hat sich von 1980 bis 2005 mehr als verdoppelt.

Auf EU-Ebene müssen die Gesetze besser koordiniert werden, sodass
die Luftgüte-Qualitätskriterien und Abgas-Emissions-Vorschriften im
Gleichklang sind.

Dringenden Handlungsbedarf ortet die Studie im Bereich der
einspurigen Fahrzeuge, denn selbst neue Modelle weisen gegenüber
einem Pkw noch immer die 15- bis 30-fache HC-Emission pro gefahrenem
Kilometer auf.

"Alle derzeit bereits existierenden Möglichkeiten und Alternativen
- vom Erdgas-Antrieb bis zu finanziellen Anreizen für Maßnahmen zur
Verbesserung der Luftqualität - sollten so bald wie möglich
durchgeführt werden", setzt Dr. Christine Zach, Geschäftsführerin der
ÖAMTC AKADEMIE, auf eine "Strategie der Vielfalt", um einen Beitrag
zur nachhaltigen Bewältigung unserer Mobilität von morgen zu leisten.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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