• 24.05.2005, 10:56:52
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Experten relativieren Feinstaub-Hysterie

Vereinigung der Automobilimporteure: Pkw-Verkehr nachweislich nur Teilverursacher der Feinstaubkonzentrationen

Wien (OTS) - Wien, Der Pkw-Verkehr sei nachweislich nur ein
Teilverursacher der Feinstaubkonzentrationen, war die Kernaussage bei
einer Podiumsdiskussion, die von der Vereinigung der
Automobilimporteure in der Industriellenvereingung veranstaltet
wurde. "Wir haben als Automobilindustrie bereits einen wesentlichen
Beitrag zur Senkung der Feinstaubemissionen geleistet und werden das
auch in Zukunft im Rahmen unserer Möglichkeiten tun", so Komm.Rat
Dir. Peter Leißing, Sprecher der österreichischen
Automobilimporteure. Bei Betrachtung der gesamten Staubproblematik
müsse berücksichtigt werden, dass nicht zuletzt aufgrund der bereits
am Pkw-Sektor zum Einsatz gekommenen Verbesserungen der Anteil der
Partikelemissionen aus dem Pkw deutlich unter 10 Prozent der
Gesamtstaubemissionen liege. Moderne, EU-4-optimierte Pkw würden
heute um ca. 93 % weniger Partikelmasse ausstoßen als dies zu Beginn
der Dieselentwicklung Mitte der 80er Jahre war, führte Leißing aus.

Die Universitätsprofessoren Dr. Hans Peter Lenz und Dr. Bernhard
Geringer von der TU Wien wiesen darauf hin, dass die entsprechende
EU-Feinstaubrichtlinie von den zuständigen Landeshauptleuten
unmögliches verlange, da sie Maßnahmen fordere, die das Leben in
Städten unmöglich mache, da der gesamte LKW-Versorgungsverkehr sowie
der Verkehr mit Diesel-Pkw und Bus aber auch Industrie und Hausbrand
still gelegt werden müsse. Beispielsweise würden in Wien 75 Prozent
des Feinstaubs von außen eingebracht, nur 25 % würden innerorts
entstehen. Selbst bei einer Stellegung des gesamten Kfz-Verkehrs
würde die Partikelkonzentration noch weit über dem EU-Limit liegen.
Angesichts dieser Erkenntnisse sprach sich Lenz für eine sachliche
Diskussion der Feinstaubproblematik aus. Gleichzeitig erneuerte er
die Forderung, die "unbrauchbare EU-Feinstaubrichtlinie" auszusetzen
und zu ändern: "Sie verlangt von Gebietskörperschaften und Kommunen
Unmögliches. Eine Änderung ist dringend erforderlich." Außerdem wies
Lenz die veröffentlichten Daten über starke Überschreitungen der
Feinstaub-Grenzwerte in ganz Österreich als "unverantwortliche
Panikmache" zurück: "Selbst bei der extrem ungünstigen Annahme, dass
von den Partikeln 25 Prozent von Kfz direkt und 25 Prozent von
Kfz-Hintergrund-Emissionen stammen, würden, wenn man den gesamten
Kfz-Verkehr still legt, die Partikel-Konzentrationen noch weit über
dem EU-Limit bleiben."

Der deutsche Umweltmediziner Univ.-Prof. Dr. Joachim Bruch vom
Universitätsklinikum in Essen erklärte, dass Ruß aus
dieselbetriebenen Pkw nicht so gefährlich wie bisher angenommen sei.
Dieselruß besitze im Vergleich zu normalen Feinstäuben wie etwa Quarz
eine "niedrige Toxizität". Auch das Krebs erregende Potenzial der
Dieselrußpartikel habe "eine eher geringe Bedeutung", sagte Bruch.

Die Vereingung der österreichischen Automobilimporteure fordert in
diesem Zusammenhang einheitliche Förderungsregelungen für die
Nachrüstung von Dieselpartikelfiltern in den Ländern. "Es herrscht
Verunsicherung bei den Konsumenten, da man ständig von
unterschiedlichen Förderungsregelungen in den einzelnen Ländern
liest", so der stellvertretende Vorsitzende Mag. Ingo Natmessnig.
Weiters würde vom Bund gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass ein
Kunde, der sich bereits beim Neuwagenkauf für einen Nachrüstfilter
entscheidet, vom Malus bei der ab Juli 2005 eingeführten
Dieselpartikelfilterförderung ausgenommen werde, da er sonst doppelt,
nämlich einerseits für die Nachrüstung, andererseits für die
Strafzahlung bestraft werden würde. Das wäre aufgrund des geringen
Angebots an entsprechenden Neufahrzeugen nur fair, so Natmessnig.

Rückfragehinweis:
Vereinigung der Automobilimporteure, Dr. Christian Pesau
Tel.: 01 711 35/2760
email: c.pesau@iv-net.at

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