OeKB veröffentlicht Jahresergebnis 2004

Erfolgreicher Start der OeKB Versicherung und verstärkte Transparenz bei Exportprojekten und Finanzdaten

Wien (OTS) - Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB), die zentrale heimische Finanzdienstleisterin für Exportwirtschaft und Kapitalmarkt, wird für das Geschäftsjahr 2004 eine Dividende von EUR 17,10 pro Aktie ausschütten. Dies gab die Spezialbank, an dem die größeren österreichischen Kreditinstitute beteiligt sind, anlässlich seiner Hauptversammlung bekannt.

Das im Eigentum österreichischer Banken stehende Spezialinstitut weist mit Jahresende 2004 eine Bilanzsumme von 24,606 Mrd. Euro (2003: 24,100 Mrd. Euro) aus, davon 23,124 Mrd. Euro (2004: 22,967 Mrd. Euro) aus der Exportfinanzierung. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg von 29 auf 33 Mio. Euro.

Die OeKB präsentierte anlässlich der Hauptversammlung auch eine Ergänzung zum Nachhaltigkeitsbericht 2003. Der nach der EMAS-Verordnung zertifizierte Report dokumentiert die Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsprogramms und dokumentiert mit den darin enthaltenen Fakten und Stakeholder-Statements die Anstrengungen der OeKB um Transparenz und den Dialog mit der kritischen Öffentlichkeit.

Das von der OeKB gestionierte Versicherungssystem der Exporthaftungen des Bundes brachte der Republik 2004 bereits zum achten Mal in Folge steigende Überschüsse: Den Schadenszahlungen von 159 Mio. Euro stehen Rückflüsse zu Schadenszahlungen von 86 Mio. Euro gegenüber. Die daraus erwachsenen Netto-Schadenszahlungen von -73 Mio. Euro und die 204 Mio. Euro an vereinnahmten Entgelten brachten der Republik einen Überschuss von 131 Mio. Euro (2003: 137 Mio. Euro). Nach Abzug von umschuldungsbedingten Zinsnachlässen von 62 Mio. Euro ergibt sich damit ein Gesamtüberschuss von 69 Mio. Euro (2003: 65 Mio. Euro), der die kumulative Rentabilität der Bundeshaftungen weiter verbesserte.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr von der Republik Österreich Haftungen mit einem Gesamtvolumen von 5,191 Mrd. Euro (2003: 4,235 Mrd. Euro) übernommen. Das Haftungsobligo belief sich zum 31.12.2004 auf 31,749 Mrd. Euro, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Stand Ende 2003 entspricht (Stand zum 31. 12. 2003: 30,401 Mrd. Euro). Berücksichtigt man auch die in den Vorjahren erteilten und 2004 bestehenden revolvierenden Haftungen, so wurden im letzten Geschäftsjahr wieder rund 7 % des gesamten heimischen Exports mit Exportgarantien abgesichert. Die wichtigsten Zielmärkte der Garantienehmer waren 2004 China, Russland, Rumänien, Iran, Deutschland und Bulgarien.

Die OeKB zählt zu den am besten vernetzten Export Credit Agencies der Welt. Von dieser engen Vernetzung und der bewährten Versicherung und Finanzierung aus einer Hand profitiert eine wachsende Zahl von österreichischen Exporteuren, die sich damit gegenüber Ihren Partnern leichter als Generalunternehmer positionieren können. Einer der neuen Kooperationspartner der OeKB ist der kroatische Exportkreditversicherer HBOR, mit dem 2004 ein erstes gemeinsames Projekt in Rumänien realisiert wurde.

Nachdem der Bund angekündigt hatte, sich mit 1. Jänner 2005 aus der Absicherung kurzfristiger Exportgeschäfte (bis 24 Monate) zurückzuziehen, hat sich die OeKB 2004 entschlossen, mit der OeKB Versicherung AG eine 100%-ige Tochtergesellschaft zu gründen, die im privaten Versicherungsmarkt als Spezialistin für kurzfristige Exportgeschäfte agiert. Die OeKB Versicherung wurde 2005 operativ und rechnet für 2005 mit Prämieneinnahmen von mehr als 12 Mio. Euro.

Auf Basis der "Recommendation on Common Approaches on Export Credits and the Environment" der OECD hat die OeKB mit April 2004 das österreichische Umweltprüfverfahren adaptiert und den Dialog mit den NGOs zum Thema Exportkreditversicherung und Umweltschutz weiter fortgesetzt. Seit Frühjahr 2005 nimmt die OeKB für die Republik auch die Informationspflichten laut dem neuen Umweltinformationsgesetz wahr. Parallel wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen und der Exportwirtschaft auch die Transparenz bei Projektinformationen verstärkt.

Im von der OeKB betreuten Exportfinanzierungsverfahren standen zu Jahresende 2004 Finanzierungen in Höhe von 22,540 Mrd. Euro (2003:
22,502 Mrd. Euro) aus. Im Berichtsjahr wurden 2,803 Mrd. Euro (2003:
3,097 Mrd. Euro) an Krediten ausgezahlt. Die Rückflüsse aus Krediten beliefen sich auf 2,765 Mrd. Euro (2003: 2,206 Mrd. Euro). Die Kreditausweitung betrug damit netto +38 Mio. Euro (2003: 0,891 Mrd.). Insgesamt nahmen mehr als zwei Drittel der Versicherungsnehmer auch eine Refinanzierung der OeKB in Anspruch.

2004 wurden von der OeKB langfristige Emissionen in Höhe von rund 2,8 Mrd. Euro auf den internationalen Kapitalmärkten begeben. Aufgrund der erstklassigen Bonität (AAA-Rating von Standard & Poor's und Moody's) wurden diese Emissionen hervorragend aufgenommen. Hervorzuheben ist die 3-jährige, USD 1,25 Mrd. Globalanleihe, die im März 2004 begeben und weltweit erfolgreich platziert wurde.

Als Geschäftsstelle für inländische Anleiheemissionen betreute die OeKB im Jahr 2004 mit einem Emissionsnominale von 10,048 Mrd. Euro insgesamt 69 % aller Nichtbankenemissionen (2003: 5,996 Mrd. Euro/37 %).

Als Abwickler der Arrangementgeschäfte an der Wiener Wertpapierbörse verzeichnete der Bereich Börseclearing der OeKB 2004 einen Umsatz von 28,028 Mrd. Euro (2003: 12,419 Mrd. Euro).
Die in der OeKB eingerichtete österreichische Wertpapiersammelbank (WSB) hat im Jahr 2004 ihre Position als attraktiver Custodian für den heimischen Finanzplatz und internationale Märkte weiter gefestigt. Zu Jahresende waren in der Wertpapiersammelbank 14.225 Wertpapierkategorien für 112 Deponenten verwahrt (2003: 11.823 /126).

Im August 2004 gründete die OeKB gemeinsam mit der Wiener Börse die CCP Austria Abwicklungsstelle der Wiener Börse GmbH (CCP.A). Mit der Übernahme der Kassamarkt-Abwicklung von der OeKB und der Terminmarkt-Abwicklung von der Wiener Börse am 31 Jänner 2005 fungiert die CCP.A als Abwicklungsstelle und zentrale Gegenpartei für alle an der Wiener Börse abgeschlossenen Geschäfte. Mit der CCP.A haben OeKB und Wiener Börse für Österreich einen in den meisten europäischen Kapitalmärkten künftig als Standard geltenden rechtlichen und organisatorischen Rahmen geschaffen.

Auch in der Finanzdateninformation und im Bereich Information Management hat die OeKB im Jahr 2004 ihre Services zur Erhöhung der Transparenz am heimischen Kapitalmarkt weiter ausgebaut. Im Auftrag der österreichischen Pensionskassen werden nun auf der OeKB-Website Vergleichstabellen zur Wertentwicklung des veranlagten Pensionskapitals veröffentlicht. Damit wird ein Überblick über den Erfolg des Gesamtmarktes möglich, darüber hinaus wird eine Aufgliederung der Pensionskassen-Gesamtaggregate nach 5 Veranlagungstypen vorgenommen.

Anlässlich der Hauptversammlung wurde auch ein neues Produkt des FinanzDatenService präsentiert: Der OeKB Sustainability Fund Index (OeSFX), der für den Markt der ökologisch und nachhaltig orientierten in- und ausländischen Aktienfonds berechnet wird, soll sich als neue Benchmark für nachhaltige Investments etablieren. Der EMAS-zertifizierte OeSFX wurde in enger Zusammenarbeit mit Finanzdaten- und Investmentspezialisten sowie mit der kritischen Öffentlichkeit entwickelt. Am 18. Mai 2005 wurde das Projekt zur Erstellung des OeSFX mit dem 'Trigos-Preis für Unternehmen mit Verantwortung' ausgezeichnet.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung eines mittel- und osteuropäischen Finanzmarktes hat die OeKB im Frühjahr 2004 gemeinsam mit anderen Investoren Anteile an der Budapester Börse erworben.

Die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes in Österreich hat die OeKB zur Entwicklung eines neuen Geschäftsfeldes genutzt. Als Competence Center für den Energiemarkt ist die OeKB nun bereits seit vier Jahren Risikomanagement- und Financlearing-Partner für den Handel mit Ausgleichsenergie im Strom- und Gasmarkt und für die im Frühjahr 2002 gestartete Grazer Strombörse EXAA.

Ihren Beitrag zu einer effizienten Infrastruktur leistet die OeKB künftig auch im Bereich des Handels mit Emissionszertifikaten - als Gesellschafterin und Dienstleisterin der ECRA Emission Certificate Registry GmbH.

Im Geschäftsbereich Information Services konnte die OeKB im Jahr 2004 vom anhaltenden Outsourcing-Trend bei Informations- und Wissensmanagementagenden profitieren und ihre Position als zentraler Information Broker -für Finanz und Wirtschaft weiter stärken. Mit dem "austrian business monitor" hat die OeKB im letzten Jahr einen neuen Internet-Service im Bereich der hochqualitativen Medienbeobachtung entwickelt. Zielgruppe dieser erfolgreichen Dienstleistung sind alle Unternehmen, die täglich aktuell über Neues bei österreichischen und internationalen Unternehmen sowie über Entwicklungen und Trends in allen Wirtschaftssektoren und Branchen Bescheid wissen wollen.

Der OeKB-GESCHÄFTSBERICHT 2004 ist auch in englischer Sprache erhältlich. Die Online-Version des Geschäftsberichtes und ein PDF-File des gedruckten-Berichtes finden Sie unter http://gb2004.oekb.at

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Peter Gumpinger
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